Das gute Geschäft mit der UBS
Von Daniel Zulauf. Aktualisiert am 15.05.2009 25 Kommentare
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Erst sieben Monate sind vergangen, seit der Bund und die Schweizerische Nationalbank der UBS mit einem grossen Rettungspaket unter die Arme greifen mussten. Als Teil der Stützungsaktion zeichnete der Bund eine Pflichtwandelanleihe der Grossbank im Wert von sechs Milliarden Franken. Seither muss die Konzernleitung in Bern regelmässig Rechenschaft über den Sanierungsverlauf ablegen. Vergangene Woche war UBS -Chef Oswald Grübel in der Hauptstadt, gestern trabte Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger bei der Finanzkommission des Nationalrates vor.
Das Ziel der UBS-Führung ist klar: Sie möchte die Politik vom guten Verlauf des Genesungsprozesses überzeugen und den Staat als Kerninvestor möglichst rasch loswerden. Stichtag ist der 9. Juni: Dann sind die sechs Monate abgelaufen, während denen der Bund nicht frei über seine UBS -Anleihe verfügen konnte.
Rascher Ausstieg
Allerdings machte der Bundesrat schon bei der Zeichnung der Wandelanleihe klar, dass er keinen direkten Einfluss auf die Geschäftsführung der Bank zu nehmen gedenke und das Engagement deshalb auch möglichst rasch wieder abbauen möchte. Die Verantwortung der Ausstiegsstrategie liegt allein beim Bundesrat. Dessen Plan scheint im Parlament aber eine ziemlich breite Unterstützung zu haben. Der Bund wolle mindestens das eingesetzte Kapital zurück, sagte Roland Meier, Sprecher des Eidgenössischen Finanzdepartements.
Nach Aussagen von Parlamentariern ist im Moment die Variante einer vorzeitigen Wandlung der Anleihe am wahrscheinlichsten. Der minimale Preis, zu dem die Anleihe in UBS-Aktien gewandelt werden kann, beträgt 18,21 Franken. Der Bund käme so zu rund 330 Millionen UBS-Aktien, die zu aktuellen Kursen (15,15 Franken) einen Marktwert von ziemlich genau fünf Milliarden Franken hätten. Darüber hinaus würden die im Anleihenvertrag vereinbarten Zinszahlungen von 12,5 Prozent im Jahr bis zum Ende der Laufzeit der Anleihe im Juni 2011 fällig. Daraus würden dem Bund bei einer vorzeitigen Wandlung der Anleihe 1,7 Milliarden Franken zufliessen. Zusammen mit dem Erlös aus dem Verkauf der 330 Millionen gewandelten UBS -Aktien ergäbe die Rettungsaktion des Bundes für den Steuerzahler somit einen Gewinn von rund 600 Millionen Franken.
Unruhe vermeiden
Noch sind die Würfel aber nicht gefallen. Das Eidgenössische Finanzministerium will sich noch nicht auf eine konkrete Ausstiegsstrategie festlegen und lässt die Option offen, dass die Anleihe bis zum Ende der Laufzeit gehalten oder weiterplatziert wird. Bedenken gibt es laut verschiedenen Parlamentariern etwa in der Frage, ob ein rascher Verkauf der 330 Millionen UBS -Aktien den Kurs der Titel wieder unter Druck bringen und neue Unruhe im Markt entstehen lassen könnte.
Ausgestanden ist das Kapitel UBS für die Steuerzahler allerdings noch lange nicht. Die Nationalbank hat dem Konzern illiquide Wertpapierpositionen im Wert von 38,7 Milliarden Dollar abgenommen und könnte damit in den nächsten Jahren erhebliche Verluste erleiden. Die Wertentwicklung der Papiere ist seit ihrem Transfer zur Nationalbank jedenfalls deutlich negativ. (Basler Zeitung)
Erstellt: 15.05.2009, 11:25 Uhr
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25 Kommentare
Ich frage mich schon, ob der Staat so leichtfertig auf Gewinne verzichten kann, wenn diese möglich sind. Mit einer vorzeitigen Wandlung und dem Verkauf der Aktien verzichtet der Bund auf rund 1 Milliarde Franken Zinsen. Das wäre geradezu eine Verschwendung von Volksvermögen! Antworten
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