Das Phantom der deutschen Wirtschaft wird wahrscheinlich 90 Jahre alt
Fast schon ein Phantom: Karl Albrecht.
Artikel zum Thema
- Aldi und Lidl sind keine schlechteren Arbeitgeber
- Migros-Chef Herbert Bolliger rechnet mit Aldi und Lidl ab
Stichworte
Denn der Multi-Milliardär lebt so zurückgezogen, dass selbst sein Geburtsdatum - genannt wird allgemein der 20. Februar 1920 - von der Aldi-Zentrale als Geheimsache behandelt wird.
Fest steht: Eine grosse Feier mit Blitzlichtgewitter und Prominententauftrieb wird es trotz des runden Geburtstags nicht geben. Denn noch grösser als das Vermögen des Unternehmers ist wohl seine Öffentlichkeitsscheu. Es gibt nur ein bekanntes Foto des Milliardärs. Es stammt aus dem Jahr 1987.
Dabei hätte der Jubilar allen Grund zu feiern. Mit seinen Discount-Läden hat er in den vergangenen Jahrzehnten nach Schätzungen des «Manager Magazins» ein Vermögen von mehr als 16 Milliarden Euro erwirtschaftet und belegt vor seinem Bruder Theo unangefochten Platz eins in der Rangliste der deutschen Milliardäre.
Mit Albrecht-Discount zum Erfolg
Die Geschichte des Unternehmers bietet eigentlich Stoff für einen Hollywood-Film, ist es doch die Ruhrpott-Variante des amerikanischen Traums. Karl Albrecht und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Theo wuchsen in ärmlichen Verhältnissen in Essen auf. Ihr Vater, ein Bergarbeiter, musste wegen einer Staublunge eine schlecht bezahlte Stelle in einer Brotfabrik annehmen, Die Mutter eröffnete daraufhin im Essener Bergarbeitervorort Schonebeck einen kleinen Lebensmittelladen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Brüder dann das unbeschädigt gebliebene elterliche Geschäft und bauten nach und nach eine kleine Ladenkette auf. Doch der wirkliche Durchbruch kam, als das geschäftstüchtige Duo das Discount-Konzept für sich entdeckte. 1962 öffnete der erste Aldi-Markt seine Tore - Aldi wie Albrecht-Discount. Spartanisch eingerichtet, mit einem stark eingeschränktem Warenangebot und Niedrigpreisen, revolutionierten die neuartigen Billigläden das Einkaufen in Deutschland.
Die Zahl der Aldi-Filialen explodierte danach. Allein in der Bundesrepublik gibt es heute mehr als 4000 Filialen. Und längst sind die Brüder auch im Ausland aktiv - selbst in den USA und Australien. Aldi ist inzwischen der neuntgrösste Handelskonzern der Welt.
Abgeschottetes Privatleben
Schon 1961 teilten die Brüder allerdings ihr gemeinsam aufgebautes Imperium untereinander auf. Karl Albrecht übernahm dabei den Teil südlich der Ruhr - kurz Aldi-Süd. Doch betreibt er darüber hinaus inzwischen unter anderem auch mehr als 1.000 Aldi-Märkte in den USA und die Hofer-Märkte in Österreich. Allerdings zog sich Karl Abrecht schon in den 90er-Jahren aus dem operativen Geschäft zurück.
Obwohl Millionen Bundesbürger täglich in ihren Geschäften einkaufen, gelang es den Brüdern, ihr Privatleben weitgehend von der Öffentlichkeit abzuschotten. Bekannt ist nur: Karl Albrecht ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.
Theo wurde entführt
Nur einmal standen die Brüder grell im Rampenlicht - als Theo Albrecht 1971 entführt wurde und erst nach 17-tägiger Gefangenschaft gegen Zahlung eines Lösegeldes von 7 Millionen Mark (rund 3,5 Millionen Euro) freigelassen wurde. Nach diesem Vorfall zogen sich die Familien Albrecht noch stärker aus der Öffentlichkeit zurück.
Wo der Multi-Milliardär lebt, ist deshalb ungewiss. «Vermutlich in Donaueschingen», heisst es im Munzinger-Archiv. In der baden-württembergischen Stadt besitzt der begeisterte Hobby-Golfer ein Hotel mit einem grossen Golfplatz. Zu seinen Freizeitbeschäftigungen soll ausserdem das Züchten von Orchideen gehören, heisst es. (sam/ddp)
Erstellt: 19.02.2010, 12:02 Uhr
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft
- 1Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 2Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 3So günstig zum Eigenheim wie nie
- 4Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 5UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
- 6Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?
Ja, auf jeden Fall
Nein, interessiert mich nicht
Erst wenn die Geräte billiger geworden sind
Ich habe schon einen
3308 Stimmen





















































































