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Credit Suisse hat den Streit ums Bankgeheimnis erwartet

Aktualisiert am 20.09.2009

Man habe seit einigen Jahren gesehen, dass die Vermögensverwaltung für ausländische Kunden «in den Brennpunkt der Behörden» geraten werde, sagt Bankchef Brady Dougan.

Kunden wollen eine «Bank mit gesetzeskonformer Infrastruktur»: Brady Dougan.

Kunden wollen eine «Bank mit gesetzeskonformer Infrastruktur»: Brady Dougan.
Bild: Keystone

Die Credit Suisse habe seit einigen Jahren «antizipiert, dass die grenzüberschreitende Vermögensverwaltung in den Brennpunkt der Behörden geraten wird», sagte Brady Dougan in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Aus diesem Grunde habe die CS «hart daran gearbeitet, in wichtigen Märkten vor Ort tätig zu werden, und sichergestellt, dass wir die lokalen Gesetze und Auflagen einhalten».

Dougan begrüsst in dem Zeitungsinterview die internationalen Bestrebungen nach einheitlichen Regeln gegen Steueroasen. «Wenn wirklich in allen Ländern einheitliche Spielregeln gelten, wird das positiv für uns.» Das Vermögensverwaltungsgeschäft aus der Schweiz heraus für ausländische Kunden werde weiterhin eine gefragte Dienstleistung sein, betonte Dougan. «Aber die Kunden werden bei einer Bank sein wollen, die eine gute und gesetzeskonforme Infrastruktur hat.»

Kein Klumpenrisiko

Die CS sei gut aufgestellt und stelle trotz ihrer Grösse kein Klumpenrisiko für die Schweizer Volkswirtschaft dar. «Ich glaube, dass die Massnahmen, die wir ergriffen haben, um unseren Geschäftsverlauf weniger volatil zu machen, die besten Vorsichtsmassnahmen darstellen.»

Die Bank habe ihre Bilanz um «etwa einen Viertel verkürzt» und «risikogewichtete Aktiven signifikant» abgebaut. Die CS sei zudem eine der «am besten kapitalisierten Banken der Welt».

Für die Kunden sei es wichtig, «dass wir mit reichlich Eigenkapital ausgestattet sind». Allerdings schloss Dougan Akquisitionen von Vermögensverwaltern und auch Rückzahlungen an Investoren nicht aus.

«Keine Illusionen über die menschliche Natur

Zur Frage, ob die jüngsten Gewinn nachhaltig seien, sagte Dougan: «Natürlich hängen die Ergebnisse immer stark vom Marktumfeld ab. Wir unterscheiden uns mittlerweile recht stark von anderen Banken, weil wir viel weniger Risiken eingehen und stark auf das Geschäft mit unseren Kunden fokussieren.» Dieses Geschäftsmodell sei «viel resistenter gegen Marktverwerfungen.

Zur Frage, ob auch die CS bereits wieder unter Druck stehe, ihre Risiken im Investmentbanking hochzufahren, sagte Dougan: «Im Moment erhalten wir viel Zuspruch von den Investoren. Aber ich mache mir keine Illusionen über die menschliche Natur.»

Entschädigung soll leistungsgerechter werden

Zu den von der Finanzmarktaufsicht (Finma) vorgeschlagenen Regeln für Banker-Boni, sagte der CS-Chef, die Bank habe bereits lange Sperrfristen für Boni. Diese würden grösstenteils in Aktien ausbezahlt. «Mit einzelnen Teams haben wir schon seit Jahren Vereinbarungen zur Rückforderung von Boni.»

Die Regeln innerhalb der CS sollen gemäss Dougan aber noch «risiko- und leistungsgerechter» ausgestaltet werden. Wie genau dies aussieht, konnte der Top-Banker jedoch nicht sagen. (oku/sda)

Erstellt: 20.09.2009, 06:59 Uhr

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