CS-Chef Thiam hat einen garantierten Bonus

Die Verordnung des Bundesrates verbietet eigentlich eine Vergütung im Voraus. Doch die Credit Suisse kann für Tidjane Thiams Bonus ein Hintertürchen nutzen.

Bekommt ein «Golden Hello»: Tidjane Thiam, Chef von Credit Suisse, am World Economic Forum in Davos. (23. Januar 2016)

Bekommt ein «Golden Hello»: Tidjane Thiam, Chef von Credit Suisse, am World Economic Forum in Davos. (23. Januar 2016) Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Der Verzicht von Tidjane Thiam auf einen Teil des Bonus ist relativ: In seinem Arbeitsvertrag ist für 2015 ein garantierter Bonus festgehalten. Das sagt er selbst – im kleinen Kreis, wie Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen. Erst von dieser Basis aus konnte er letzte Woche erklären: «Ich habe dem Verwaltungsrat eine markante Kürzung meines Bonus beantragt.»

Ein solches «Golden Hello» widerspricht dem Geist der Abzocker-Initiative, die eine Vergütung im Voraus verbietet. Auch in der Verordnung des Bundesrates ist das so festgehalten. Die Credit Suisse nutzt ein Hintertürchen: Thiams garantierter Bonus kann als Ersatz für die finanziellen Einbussen ausgegeben werden, die er bei seinem früheren Arbeitgeber wegen seiner Kündigung hinnehmen musste. Doch gemäss einem Rundschreiben zum Thema Vergütung der Finanzmarktaufsicht sind Antritts- und Abgangsentschädigungen nur in begründeten Fällen auszurichten.

Zum konkreten Fall wollte sich die Finanzmarktaufsicht gemäss «SonntagsZeitung» nicht äussern.

(Erstellt: 14.02.2016, 07:59 Uhr)

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