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Büchners Karrieresprung

Von Andreas Möckli. Aktualisiert am 11.06.2011

Ton Büchner wechselt gegen Ende des Jahres von der Sulzer zum holländischen Chemiekonzern Akzo Nobel. Der 45-Jährige vollzieht damit einen grossen Karrieresprung.

«Messerscharfer Analytiker, umsichtiger Manager»: Die Finanzbranche lobt den abtretenden Sulzer-Chef.

«Messerscharfer Analytiker, umsichtiger Manager»: Die Finanzbranche lobt den abtretenden Sulzer-Chef.
Bild: Keystone

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Der Industriekonzern Sulzer (SUN 117 -0.43%) muss sich auf die Suche nach einem neuen Chef machen. Ton Büchner wechselt im vierten Quartal zum niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel. Bis dahin bleibt er Chef von Sulzer. Über die Nachfolge werde zu gegebener Zeit informiert, teilt das Unternehmen mit. Der 45-jährige Büchner wird mit dem Wechsel nicht nur wieder mehr Zeit in seiner Heimat in Holland verbringen können, er macht auch einen Karrieresprung. Akzo Nobel erwirtschaftet einen über fünfmal höheren Umsatz, künftig wird Büchner das Sagen über rund 55'000 statt 13'000 Mitarbeiter haben.

Spannendes Angebot

Es sei keine Überraschung, dass Büchner bei einem solch spannenden Angebot zugreife, sagt eine Person, die Sulzer nahesteht und nicht zitiert werden will. An einen Knatsch mit Verwaltungsratspräsident Jürgen Dormann glaubt er nicht. Die Zusammenarbeit zwischen dem früheren ABB-Präsidenten und Büchner habe gut funktioniert. In einem launigen Interview mit der «SonntagsZeitung» letzten August sagte Dormann, es gebe keinen Grund, sich in die Arbeit Büchners einzumischen. Einfluss nehme er nur in ganz bescheidenem Rahmen.

Ein anderer Sulzer-Kenner jedoch sagt, Büchner habe die Situation im Verwaltungsrat als unangenehm empfunden. Die durch den Einstieg des russischen Oligarchen Viktor Vekselberg ausgelösten Wirren hätten bei Büchner Spuren hinterlassen. 2007 erwarb Vekselberg zusammen mit den Investoren Ronny Pecik und Georg Stumpf über Nacht ein grösseres Aktienpaket, ohne dies zunächst zu melden. Zwei Jahre später kürte Vekselberg Dormann zum Präsidenten und liess nicht genehme Verwaltungsräte abwählen.

Lob von allen Seiten

Was auch immer die genauen Motive Büchners für seinen Wechsel sind, er wird rundherum für seine Arbeit gelobt. Sein Karrieresprung kommt daher für Personen, die seine Laufbahn verfolgten, nicht überraschend. Auch in der Finanzgemeinde wird der Sulzer-Chef geschätzt. «Wir wollen ihm für seine wirklich ausserordentliche Leistung danken», schreibt etwa der Broker Helvea in einem Kommentar, was in dieser deutlichen Art ungewöhnlich ist. Die Zürcher Kantonalbank beschreibt Büchner als messerscharfen Analytiker und umsichtig agierenden Manager. Entsprechend deutlich reagierten die Anleger: Die Aktie verlor am Freitag 5 Prozent.

Ein Nachfolger wird innerhalb des Unternehmens als auch ausserhalb gesucht. Intern wäre der Chef des Pumpengeschäfts, der grössten Sulzer-Sparte, naheliegend. Der Brite Kim Jackson ist seit 2004 im Unternehmen und seit vier Jahren Leiter der Division. Auch Büchner führte das Pumpengeschäft während vier Jahren, bevor er Konzernchef wurde. Sprecherin Verena Gölkel sagt, externe als auch interne Kandidaten müssten das gleiche Bewerbungsprozedere durchlaufen.

Büchner war während fast 18 Jahren für Sulzer tätig. Begonnen hat der Holländer in der Strategieabteilung des Unternehmens. Später war er verantwortlich für das China-Geschäft. 2007 wurde er zum Konzernchef ernannt. Während der Wirtschaftskrise griff er zu einschneidenden Sparmassnahmen und baute weltweit 1400 Stellen ab.

Viele Zukäufe

Gleichzeitig hat er über ein Dutzend Übernahmen an die Hand genommen, wobei die letzte im April die grösste war. Für 860 Millionen Franken kaufte Sulzer die schwedische Cardo Flow Solutions und stieg so in den Markt für Abwasserpumpen ein. Dennoch hat auch Büchners Nachfolger noch Spielraum für Zukäufe. Das Unternehmen hat Übernahmen in der Grössenordnung von bis zu 500 Millionen Franken im Auge. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.06.2011, 11:14 Uhr

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