Braucht Schweiz zwei Grossbanken? «Das ist absurd, ja fatal»
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In Wirtschaftskreisen und von bürgerlichen Politikern ist immer wieder zu hören: «Die Schweiz braucht zwei Grossbanken. Das ist ein Fakt.» Darüber kann Boris Zürcher, Chefökonom der wirtschaftsnahen Denkfabrik Avenir Suisse, nur den Kopf schütteln: «Diese Behauptung ist absurd, ja fatal», sagt er der Zeitung «Sonntag». Es liege nicht an Politikern und Interessenverbänden zu diktieren, ob und wie viele Grossbanken es in der Schweiz brauche. «Das muss der Markt regeln.»
Solche Aussagen erinnern Zürcher an die Diskussion rund um den Neustart der Swiss im Herbst 2001: «Damals propagierten Staat und Wirtschaft, die Airline müsse nach der Formel 26/26 gerettet werden – mit 26 Mittel- und 26 Langstreckenflugzeugen.» Im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese Vorgaben zu hoch waren. Heute könne die Frage, wie viele Grossbanken die Schweiz brauche, nicht beantwortet werden, sagt Zürcher gemäss dem Zeitungsbericht. «Leider, denn der Markt darf hier nicht spielen. Das einzige, was man festhalten kann, ist, dass die UBS (UBSN 11.15 -0.89%) die Krise ohne Staatshilfe wohl nicht überlebt hätte. Die Marktbereinigung durfte nicht stattfinden.» Das Resultat: «Wir haben heute faktisch zwei Staatsbanken.»
Mangelnder Wille der Politiker
Für Avenir Suisse ist der heutige Status der zwei Grossbanken «unhaltbar». Gefordert sei deshalb die Politik. «Diese scheint aber nicht willens, das Problem anzupacken.» Behalten die Grossbanken ihre Staatsgarantie, dann muss laut Zürcher der Staat für sein Risiko entschädigt werden: «Aktionäre und Management dürfen in diesem Fall die Rechnung nicht mehr ohne den Staat beziehungsweise den Steuerzahler machen.» (vin)
Erstellt: 28.03.2010, 15:35 Uhr
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