Boeing prüft Einstellung des Kurzstrecken-Dreamliner
Vor allem in Japan hätte die Boeing (BA 70 -1.95%) 787-3 Erfolg haben sollen. Im dicht besiedelten Inselstaat ist die Nachfrage nach Kurzstreckenverbindungen so gross wie kaum sonstwo auf der Welt. Kleine Jets wie die Boeing 737 oder die Airbus A320-Linie sind zu klein, um dem Passagieraufkommen Herr zu werden.
Genau diesen Nischenmarkt hätte die die Kurzstreckenversion des Dreamliner abdecken sollen. Nun hat All Nippon Airways jedoch bekanntgegeben, dass sie ihre 28 Bestellung von 787-3 in solche für die Standardversion umwandeln wird. Nachdem die wirtschaftlich angeschlagene Konkurrentin Japan Airlines ihre Bestellungen bereits annuliert hat, findet sich in den Boeing-Auftragsbüchern keine einzige Order für das Kurzstreckenmodell mehr.
Boeing-Manager Randy Tinseth bestätigte in seinem Blog, dass Boeing die Boeing 787-3 auf den Prüfstand stellt. Die Japaner hätten das Flugzeug schlicht früher bekommen wollen, so Tinseth. Nach den massiven Verzögerungen, die das Dreamliner-Programm um zwei Jahre zurückgeworfen haben, war kein Starttermin für das Kurzstreckenmodell mehr bekannt. Zuvor plante Boeing, die ersten 787-3 schon in diesem Jahr auszuliefern.
Stabilere Auslegung für Kurzstrecke
Die Boeing 787-3 war gleich lang wie das Standardmodell 787-8 geplant, hätte dank einer engeren Bestuhlung aber Platz für 290 bis 330 Passagiere geboten (787-8: bis zu 250). Wegen der häufigeren Starts und Landungen, welche die Flugzeugstruktur stark belasten, war das Kurzstreckenmodell stabiler ausgelegt. Äusserlich hätte sich die 787-3 mit steileren Flügelenden und einer kürzeren Spannweite unterschieden.
Nach Angaben von Boeing liegen derzeit 851 Bestellungen für die 787 vor. Nach den Flugtests soll das erste Exemplar nun Anfang 2011 an die Erstbestellerin All Nippon Airways übernommen werden. Zwei Jahre später wird voraussichtlich die erste Maschine des Typs 787-9 ausgeliefert, das über einen um sechs Meter verlängerten Rumpf verfügt. (cal)
Erstellt: 12.01.2010, 15:34 Uhr
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