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Bâloise sucht Befreiungsschlag

Von Bruno Schletti. Aktualisiert am 14.01.2010

Die Basler möchten in Deutschland wachsen. Eine deutsche Konkurrentin hat daran keine Freude und legt sich quer.

Verworrene Situation: Bâloise-Konzernchef Martin Strobel will eine Lösung.

Verworrene Situation: Bâloise-Konzernchef Martin Strobel will eine Lösung.
Bild: Keystone

Die Situation ist so verworren wie grotesk. Da gibt es den Deutschen Ring (DR), einen Versicherer mit drei Zweigen: Sach-, Leben- und Krankenversicherung. Die ersten beiden Bereiche sind seit 1985 Töchter des Bâloise-Konzerns. Die DR Krankenversicherung hat sich im April 2009 mit der Signal Iduna zusammengeschlossen – im deutschen Markt eine Konkurrentin der Basler.

900 Diener zweier Herren

Grotesk ist die Situation deshalb, weil knapp 900 Mitarbeitende Arbeitsverträge sowohl mit DR Leben als auch mit der DR Krankenversicherung haben. Sie wissen damit nicht genau, ob ihr Arbeitgeber Bâloise oder die Signal Iduna ist. Anders formuliert: Sie müssen gleichzeitig zwei Herren dienen. Dass sich diese beiden nicht wirklich gut vertragen, macht die Sache nicht einfacher.

Im vergangenen Jahr gab es Gespräche mit dem Ziel, eine Lösung zu finden. Die Basler arbeiteten auf eine Entflechtung hin. Die Signal Iduna kam zum Schluss, dass eine solche nicht realisierbar sei, und wollte deshalb DR Leben übernehmen. Die wollen die Basler aber nicht hergeben. Denn ihr Ziel ist es ja, in Deutschland zu wachsen. Konkurrentin Signal Iduna wiederum hat wenig Spass daran, eine neue Konkurrentin heranwachsen zu sehen.

Schroffes Nein von Signal Iduna

Den Baslern kommt entgegen, dass die deutsche Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde Bafin angedeutet hat, dass die gegenwärtige Situation widerrechtlich sei. Das hat Bâloise gestern ermuntert, einen Entflechtungsplan öffentlich zu machen. Konzernchef Martin Strobel betont, eine einvernehmliche Lösung anzustreben. Gleichzeitig forderte er die Signal Iduna auf, «dass sie nun mit uns an einer raschen und geordneten Entflechtung arbeitet».

Die deutsche Firma denkt aber nicht daran, sich die Bedingungen von der Bâloise diktieren zu lassen. «Wir halten das nach wie vor für eine wirtschaftlich unsinnige Lösung», kommentierte ein Sprecher der Signal Iduna den Vorschlag aus Basel.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.01.2010, 04:00 Uhr

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