Blochers sind auch an Suters Airline beteiligt
Von Arthur Rutishauser, Maurice Thiriet. Aktualisiert am 14.12.2011 43 Kommentare
Hello
Moritz Suter gründete 2004 die Charter-Fluggesellschaft Hello, die beim Ausbruch des arabischen Frühlings vor rund einem Jahr vorwiegend klassische Strandurlaubsziele am Mittelmeer und dem Roten Meer anflog. Die Unruhen in Tunesien und Ägypten trafen die Airline, die über vier Airbusse A320 verfügt, hart. Sie musste Ende 2010 zum zweiten Mal innert kurzer Frist eine Aktienkapitalerhöhung vornehmen. Zu den bisherigen Aktionären Suter, dem Küchenfabrikant Michael Pieper, dem Zürcher Rechtsanwalt Alfred Wiederkehr sowie Peter E. Merian, Ex-Chef der Bank Sarasin, stiessen 2010 auch der Medizinaltechnikunternehmer Hugo Mathys und in der einen oder anderen Form Christoph und Rahel Blocher als Aktionäre. Hello führt auch Ausschaffungsflüge und Reisen des FC Basel durch. (thi.)
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Die aktuelle Besitzerin der BaZ Holding, Rahel Blocher, und der Ex-BaZ-Verleger Moritz Suter waren nicht nur über die «Basler Zeitung» (BaZ) geschäftlich miteinander verbunden. Rahel und Christoph Blocher halten über einen weiteren Strohmann auch einen Anteil von rund 18 Prozent an Suters Airline Hello, wie zwei voneinander unabhängige Quellen dem TA bestätigen.
Suter musste für Hello Ende letzten Jahres frisches Kapital aufnehmen, weil er gegen die steigenden Kerosinpreise nicht versichert war und die aufflammenden Unruhen des arabischen Frühlings den touristischen Andrang auf die Hauptdestinationen der Chartergesellschaft einbrechen liessen. Hello gab die Aktienkapitalerhöhung von 8 auf 22 Millionen Franken am 12. Dezember 2010 bekannt. Am 24. November hatte sich Moritz Suter als neuer Besitzer der BaZ der Öffentlichkeit präsentiert.
Geld gegen Namen
Die zeitliche Nähe der Ereignisse ist frappant. Blochers wollten sich laut einer zuverlässigen Quelle an der Hello-Kapitalerhöhung zunächst nur mit 3 Millionen Franken beteiligen. Suter war jedoch als angesehene Basler Persönlichkeit ihre erste Wahl, um den rebellierenden Strohmann Martin Wagner als Verleger der BaZ abzulösen. Deshalb konnte Suter die Einlage der Blochers um 1 Million nach oben treiben. Nun, da die Liaison zwischen Suter und Rahel und Christoph Blocher zerrüttet ist, wollen sich diese von den Hello-Aktien trennen. Doch Suter wehrt sich dagegen.
Nachdem Rahel Blocher die Aktien der BaZ Holding im September via Call-Option zurückgefordert hatte, wollte sie die BaZ-Aktien mit Hello-Aktien abgelten. Suter lehnte ab und verlangte eine Barzahlung bis zum gestrigen 13. Dezember. Blocher hielt die Frist ein. Einen Tag vor Ablauf verkündete Suter die Abwicklung des Geschäfts und outete Rahel Blocher und damit auch ihren Vater als die Besitzer der BaZ (TA von gestern).
Darlehen zweimal abgelöst
Mittlerweile ist auch klar, wie das Darlehen für den Kaufpreis der «National Zeitung» und «Basler Nachrichten» (der BaZ Holding) über rund 70 Millionen Franken in verschiedenen Schritten abgelöst worden war: Zuerst war der Darlehensgeber der Anwalt des Vorbesitzers Tito Tettamanti, der sich aufgrund der Turbulenzen um das Beratermandat von Blochers Robinvest zurückziehen wollte. Ihn löste Eric Schachenmann ab.
Schachenmann ist der Sohn von Max Schachenmann, der die kleine Oftringer Fensterkittfabrik Plüss-Staufer nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bis in die Neunzigerjahre zu einem Pharma- und Chemieriesen mit einem Umsatz von 2 Milliarden Franken gemacht hatte. Plüss-Staufer ist mittlerweile unter dem Dach der Omya Holding mit Sitz in Zug organisiert und ein sogenannter stiller Riese: So gross das Unternehmen ist, so wenig dringt über seine Aktivitäten, seinen Geschäftsgang und seine Besitzer nach aussen. Sohn Eric Schachenmann sitzt seit 2003 als Präsident oder Vizepräsident in sechs operativen Omya-Gesellschaften mit Sitz im aargauischen Oftringen.
Da Schachenmann der Tradition seines Vaters und der Firmenphilosophie der mittlerweile legendären Verschwiegenheit treu bleiben und unter keinen Umständen als Darlehensgeber in Erscheinung treten wollte, scheiterte Suters erster Versuch, die teuren Kredite, die auf «National Zeitung» und «Basler Nachrichten» lasteten, durch Hypotheken abzulösen.
Blocher sabotiert Kreditrunde
Die UBS, die Coop Bank, die Credit Suisse und die Basler Kantonalbank, bei denen das Unternehmen mit 94 Millionen Franken in der Kreide steht, wollten einen Namen hören. Da Suter Schachenmann unter keinen Umständen outen durfte, musste Marcel Ospel einspringen. Dieser hatte Christoph Blocher 2003 zur Wahl in den Bundesrat empfohlen und ihn später als Ehrengast an seine Hochzeit eingeladen. Obwohl Ospel als Darlehensgeber bei einer zweiten Verhandlungsrunde präsentiert werden konnte, scheiterte die Ablösung des teuren Kredits.
Eine dritte Runde liess Blocher persönlich platzen, nachdem sich sein Verhandlungsdelegierter mit Suter und den Bankenvertretern bereits einig waren. Blocher wollte einen rund 20 Millionen tieferen Kredit aufnehmen als Suter und dessen Finanzchef Markus Herren. Er wollte so den Handlungsspielraum der beiden begrenzt halten, wie gut unterrichtete Quellen dem TA bestätigen.
Wie es nach dem Ausscheiden Moritz Suters als Verleger der BaZ weitergeht, wird erst am Donnerstag definitiv klar sein. Blocher äusserte sich gestern während der Nationalratssitzung im Bundeshaus dahingehend. Und gegenüber der «TagesWoche» sagte auch der designierte Verwaltungsratspräsident Filippo Leutenegger: «Wartet halt noch bis Donnerstag, dann gibt es interessante Neuigkeiten.» (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 13.12.2011, 21:31 Uhr
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43 Kommentare
Der hinterletzte stramme SVP-Parteisoldat sollte mittlerweile kapiert haben, dass die Blochersche Gilde an Verlogenheit dem Rest des schweiz. Politbiotops in nichts nachsteht. Noch vor einem Jahr liess er noch verlauten, dass er mit der BaZ nichts mehr Hut hätte. Sehr glaubwürdig, nicht?
Wenn die SVP-Führung clever ist, dann entmachtet sie den alten Mann. Er ist schlicht nicht mehr tragbar.
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