Wirtschaft

Bis zu 400 Millionen Euro als Datenbeute?

Laut einem Pressebericht dürfte der Ertrag durch die Daten-CD dem deutschen Staat weit mehr Geld in die Kassen spülen als bisher angenommen. Zudem wird die Credit Suisse schwer beschuldigt.

Unter Verdacht der Beihilfe: Der Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich.

Unter Verdacht der Beihilfe: Der Hauptsitz der Credit Suisse in Zürich.
Bild: Keystone

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Nach neuesten Informationen der «Süddeutschen Zeitung» geht es bei den fälligen Nachzahlungen um eine Gesamtsumme von bis zu 400 Millionen Euro. Die Anleger, die durch den Datenträger wegen Steuervergehen überführt werden könnten, haben damit weit mehr Abgaben hinterzogen als zunächst vermutet.

Die Datensammlung betrifft laut dem Blatt nach übereinstimmenden Angaben die Zürcher Bank Credit Suisse. (CSGN 23.7 -2.67%) Das Institut hatte jedoch bereits zuvor mitgeteilt, es habe keine Kenntnis von einem Datendiebstahl.

Ein Volltreffer für die Fahnder

Woher die Zeitung, die bereits gestern mit Enthüllungen zum Datenklau aufwartete, ihre Informationen hat, ist allerdings unklar. Sie zitiert lediglich «gut informierte Börsenkreise» mit der Aussage, dass es sich um einen der grössten Komplexe von Steuerhinterziehung durch Deutsche überhaupt handle.

«Wir kennen uns ja schon sehr lange»

Interne Unterlagen der Credit Suisse aus dem Jahr 2004 legten laut der «Süddeutschen Zeitung» ausserdem den Verdacht nahe, dass mehr als 80 Prozent aller Deutschen, die ihr Geld bei der Bank in der Schweiz anlegten, ihre Zinserträge vor dem Fiskus versteckten.

Die Bank wollte diese Kunden demnach von 2004 an dazu bringen, zusätzliches Geld bei ihr anzulegen, diesmal in transparenten Geldanlagen, deren Erträge auch versteuert würden. Bankberater sollten die Schwarzgeldkunden laut dem Bericht mit dem Satz ködern: «Wir kennen uns ja schon sehr lange, von dieser guten Basis kann auch Ihr offizielles Vermögen profitieren!»

Schon länger im Visier der Fahnder?

Deutsche Behörden gehen inzwischen davon aus, dass Mitarbeiter der Credit Suisse über Jahre systematisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung geleistet haben, wie die Zeitung weiter schreibt. Die Steuerbehörden seien mit dem Fall schon viel länger befasst als bekannt. Vor knapp einem Jahr soll demnach ein Informant der Wuppertaler Steuerfahndung erstmals Unterlagen über Kunden der Schweizer Bank vorgelegt haben.

Aus einer internen Schätzung der Credit Suisse gehe hervor, so die «Süddeutsche Zeitung» weiter, dass bis zu 100'000 Deutsche ihr Geld in der Schweiz vor dem deutschen Fiskus versteckt hätten. Insgesamt belaufe sich dieses Vermögen auf 34 Milliarden Schweizer Franken. (raa)

Erstellt: 05.02.2010, 10:56 Uhr

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23 Kommentare

Josef Breiter

05.02.2010, 17:47 Uhr
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@Helmut Schnitzler: Gewinn = Zins, der auf einem Schwarz-Konto erzielt wird. Jedoch, wenn z.B. in Aktien angelegt, nimmt der „Schweizer Bund“ vom Kapitalgewinn nichts und leitet also auch nichts ins Heimatland. Was aber noch schlimmer ist: für das Schwarzgeld wurden keine Einkommensteuern bezahlt (ca. 25 bis 50% und mehr). U.a. darum ist der Schaden, der entsteht, so hoch. Antworten


Martin Waeber

05.02.2010, 17:29 Uhr
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Wundern sich Zeitungen und ihre Journalisten eigentlich immer noch über die Kritik, dass sie sich gegenseitig alles abschreiben bzw. nacherzählen? Hier haben wir wieder einmal ein exemplarisches Beispiel: Eine Zeitung schreibt irgendetwas udn alle stürzen sich darauf, obwohl eigentlich alles wilde Spekulation ist. Oder weiss der Bund etwa aus welcher Quelle diese Information ursprünglich stammt? Antworten


Rene Wetter

05.02.2010, 16:30 Uhr
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Die Banken sind nicht in der Lage Daten sicher aufzubewahren, das stellt die Sicherheit der Banken als Solches in Frage, anscheinend wurde da trotz vieler Warnsignale geschlafen. @Max Meier: Mit 10% würden sie nicht weit kommen, das war der Satz um einen mittelalterlichen Nachtwächterstaat zu finanzieren. Trotzdem ist es rührend, wie die Leute mit den geausamen Leiden der Reichen mitfühlen. Antworten


Chris Brenner

05.02.2010, 15:28 Uhr
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Das ist ein Bluff. CD existiert nicht. Aber die Nachricht versetzt Berge. Schweizer Politiker agieren wie aufgescheuchte Hühner. Geschickter Schachzug der Deutschen, Chapeau! Antworten


Arthur Spieser

05.02.2010, 15:16 Uhr
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Noch einmal zur Verständigung aller: Deutschland kennt keine Vermögenssteuer! Also kann kein Deutscher Vermögen hinterziehen. Was hinterzogen wird, sind lediglich die 26 % Steuer auf Zinsen und allenfalls Dividenden. Wobei auch hier zu vermerken ist, dass dank EZB 20 % von den Zinsen bereits durch die Schweiz eingezogen und an die europäischen Staaten weiter vergütet werden. Antworten


Max Meier

05.02.2010, 14:26 Uhr
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@Mark Keller Nein, 1750 Mia Staatsschulden und 5000 Mia nicht gedeckte Verpflichtungen in der Zukunft, also locker 300% des Bruttoinlandprodukts. EU und USA zerbröseln, ein Krieg steht vor der Tür und wir spielen heile Welt und möchten uns noch in diese kranken menschverachtenden Staaten einbringen. Geld ausgeben, das nicht vorhanden ist wohl das Schlimmste was wir unseren Kindern antun können. Antworten


Max Meier

05.02.2010, 14:17 Uhr
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@Kurt Schlichter Fragen Sie Sich mal, warum die Reichen das machen? Die Reichen zahlen heute schon massiv mehr Steuern als der Durchschnitt (progressive Steuern). Die Zwangsumverteilung durch den Staat schreitet munter voran, da dieser seinen Einflussbereich immer auszudehnen versucht. Wie wärs mit 10% Steuern für jeden? Vielleicht hätten die Reichen dann auch kein Problem alles offenzulegen? Antworten


Helmut Schnitzler

05.02.2010, 14:05 Uhr
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Welche Steuer Hinterziehung??? So wie ich verstehe,nimmt der Schweizer Bund 35% vom Gewinn,und leitet diesen Betrag zum Heimatland des Kunden..Ein Abkommen der O.E.C.D.Die Betraege die ich lese,werden jeden Tag groesser.Das ist wahrscheinlich um den Diestahl zu verschoenern.Aber vieleicht ist es genug um die letzte Schuldrate vom ERSTEN Weltkrieg,im Oktober zu Begleichen. Antworten


Helmut Fuhrer

05.02.2010, 12:45 Uhr
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Deutschland spielt plump, aber halt nicht schlecht! Man prahlt mit ein paar Stichproben, und alle lassen sich Angst einjagen. Herdentiere waren sie ja schon immer. Höchstwahrscheinlich geben im besten Fall diese Stichproben was her, der Rest ist unbrauchbar. Und noch wahrscheinlicher existieren diese CD und ihr Verkäufer gar nicht! Und wenn es ihn gibt, ist er hoffentlich clever genug... :-))) Antworten


Mark Keller

05.02.2010, 12:21 Uhr
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Bis zu 400 Millionen hinterzogene Steuern einnehmen! Wau, das scheint ein grosser Betrag zu sein und das Vorgehen von Merkel & Co zu rechtfertigen. Es ist aber gar nicht so viel: allein die Bundesrepublik muss jeden Tag fast 118 Millionen Schuldzinsen bezahlen. Das ganze Theater ist nichts als gute Publizität für die Wahlen. Bei 1500 Milliarden kummulierter Schulden liegt das Problem wo anders! Antworten


Kurt Schlichter

05.02.2010, 11:00 Uhr
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Ich hoffe, dass der ganze schweizer Bankensumpf aufgedeckt und trockengelegt wird. Das Bankgeheimnis dient nur den Reichen, die Armen müssen gegenüber dem Staat alles offenlegen. Das als Freiheitsrecht zu bezeichnen ist der reinste Hohn. Wie ist es nur möglich, dass sich ein Instrument zur Verschleierung von Finanzen so etablieren konnte, dass die Schweizer es als Identitätsmerkmal ansehen. Antworten


heiner lauter

05.02.2010, 10:06 Uhr
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natürlich ist die taktik der deutschen unter den steuersündern so breitgefächert wie möglich panik entstehen zu lassen, soviele banknamen wie möglich ins spiel zu bringen damit sich soviele sünder wie möglich selber anzeigen, vielleicht gibt es nicht einmal die CD Antworten


Heinz Butz

05.02.2010, 09:43 Uhr
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Bei den vor ca. 1 Jahr gestohlenen Daten aus Liechtenstein (30'000 Kunden) teilte die deutsche Regierung mit, dass jetzt mit Hilfe dieser Daten endlich einmal aufgeräumt wird mit den Steuerflüchtlingen. Was ist wirklich geschehen, wieviele wurden verurteilt? Ich habe nichts mehr gehört. Waren vielleicht zu prominente Deutsche dabei? So wird's auch diesmal sein - viel Lärm um nichts. Antworten


Roger Walter

05.02.2010, 09:13 Uhr
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Man sollte den Bankern unbedingt höhere Löhne und Boni zahlen. Unzufriedene Finanzfachleute gefährden unser Land. Ihre Einkünfte wurden gekürzt und sie müssen nun einen sozialen Abstieg hinnehmen. Es ist doch nicht überraschend, dass einige nun leider gezwungen sind, ihr Gehalt durch den Verkauf von geheimen Bankdaten aufzubessern (s. Birkenfeld). Soweit haben es linke Neider gebracht! Antworten


Nina Nüesch

05.02.2010, 09:11 Uhr
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Woher wollen die das jetzt wieder wissen, sind auf dem Datenträgen etwa bei jedem Kunden die steuerbaren Erträge der letzten 10 Jahre gelistet und daraus werden diese 400 Mio. EUR gedichtet? Alles Spekulationen, wo ist überhaupt diese CD und was für Daten sind drauf, niemand weiss es anscheinend genau. Antworten


Max Meier

05.02.2010, 09:01 Uhr
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Wie kann eigentlich eine Bank sicher und mit adäquatem Aufwand überprüfen, ob Ausländer die ihr Geld in die Schweiz transferieren auch wirklich dieses in ihrem Land ordnungsgemäss deklariert haben? Dies vor allem ohne den Datenschutz und die Persönlichkeitsrechte zu verletzen? Ist das überhaupt möglich oder ist hier ein nicht zu lösender Zielkonflikt? Antworten


Peter Müller

05.02.2010, 08:48 Uhr
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Was für ein reisserischer Titel: von Beute kann nicht die Rede sein, denn das Geld steht dem deutschen Fiskus zu. Das sollten auch mal die Journalisten hier begreifen. Bitte mehr sachliche Berichterstattung und weniger tendenziöses geschreibsel! Antworten


Michael Lahn

05.02.2010, 08:46 Uhr
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Das ist doch schön für Deutschland, dann kann dieses Geld für Aufstocker verwendet werden. Es sind ja immer mehr Beschäftigte die darauf angewiesen. Upps, damit würde man ja ein Symptom behandeln anstatt das eigentliche Problem. Und es bahnt sich eine neue globale Berufsgattung an, die sehr lukrativ sein wird: International data thief ;-) und das sogar staatlich geprüft, inkl. Identitätswechsel. Antworten


Ernst Bolliger

05.02.2010, 08:45 Uhr
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Das ist lediglich eine provisorische Schätzung wieviel tatsächlich nachbezahlt wird bleibt offen. Das Problem wird wohl sein, die Steuerhinterziehung zu beweisen. Antworten


Hans J. Rohrer

05.02.2010, 08:23 Uhr
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Wann endlich setzt der Bundesrat ein Kopfgeld auf den Datendieb aus? Für EUR 100'000.- würden auch deutsche Beamte schwach werden. Antworten


Robert Herz

05.02.2010, 08:19 Uhr
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Im Sinne einer Rechtsgüterabwägung muss es eine Rolle spielen, was diese gestohlenen Daten ans Licht bringen. Bei diesen Zahlen müssten uns langsam die Augen aufgehen! Und es muss wohl angenommen werden, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist. Offenbar wurden dank unserem Bankgeheimnis Milliarden an Steuern hinterzogen. Antworten


Arthur Spieser

05.02.2010, 08:11 Uhr
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Interessant, was die Reporter so alles wissen. Erst waren es 100 Mio, dann 200 und heute bereits 400 Mio Steuernachzahlungen. Aber keiner sagt, von welcher Bank die Daten geklaut wurden. Da werden einfach einmal UBS, CS, Bär, HSBC genannt und keiner fragt, ob das alles nicht nur ein ganz grosse Bluff ist. Die Deutschen spielen geschickt mit der Angst der Kunden und hoffen auf Selbstanzeigen. Antworten


stefan westermann

05.02.2010, 07:42 Uhr
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was ans tageslicht a d bankenwelt kommt, ist unerfreulich. ich kann sagen, dass in bern der sorgfaltspflicht, den internen bankregeln und den gesetzen nachgelebt wurde. was aber in den usa, auf dem bankenplatz zürich und auch deutschland gemacht und von den höchsten bankstellen toleriert wurde, war kriminell. die obersten bankenbosse u d fehlbaren mitarbeiter gehören hinter gitter. sofort! Antworten




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