«Arrogante» Chefin Schaeffler weint, fleht – und verkauft
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 25.02.2009 19 Kommentare
Tränen: Maria-Elisabeth Schaeffler weint bei einer Solidaritätsbekundung ihrer Mitarbeiter am 18. Februar. (Bild: Keystone)
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Das Familienunternehmen von Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg ist schwer verschuldet. Geschätzte 22 Milliarden Euro fehlen laut «Welt.de», und dem Autozulieferer droht die Zahlungsunfähigkeit. «Bei Schaeffler brennt es lichterloh», zitiert Reuters einen Banker.
Die Misere haben Mutter und Sohn Schaeffler zu einem Grossteil mitverschuldet: Sie kauften im Sommer zunächst ein gutes Drittel und schliesslich für zehn Milliarden Euro 90 Prozent an dem dreimal grösseren Pneuhersteller Continental. Im Januar ersuchte die Familie um Hilfe vom Staat – sie hatte sich mit Continental hoffnungslos übernommen. Schaefflers Verhalten hat ihr die deutsche Öffentlichkeit nicht verziehen: Die Medien stilisierten sie zur arroganten Milliardärin «im Nerzmantel», die jetzt nach «Steuergeld» schreie.
Viele Tränen – und ein handfestes Angebot
Mittlerweile jedoch ist alles anders. Frau Schaeffler weint, fleht und stellt «ihre Gefühle gekonnt in den Dienst der Firmenrettung», wie die «Financial Times Deutschland» schreibt. «Aus der resoluten, pressescheuen Matriarchin im Nerzmantel ist binnen weniger Wochen eine Diplomatin geworden, die sich wahlweise kleinlaut geben, den Staat um Geld anflehen oder öffentlich Tränen verdrücken kann, wenn es bloss der Sache dient.» Schaeffler wehrte sich stets gegen die Vorwürfe, sie sei eine überhebliche Milliardärin – ihr sei es immer auch um die Mitarbeiter gegangen.
Doch Schaeffler macht laut Berichten auf «Welt.de» und «Sueddeutsche.de» auch handfeste Zugeständnisse. Sie und ihr Sohn sind bereit, ihren Anteil am Familienunternehmen auf bis zu 25 Prozent zu reduzieren. Die übrigen Anteile gehen an die sechs Banken, die den Kauf von Continental finanziert haben. Trotzdem wollen Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler den Kopf hochhalten: Sie wollen «unternehmerische Verantwortung» tragen, wird Georg Schaeffler zitiert. Dazu sei unternehmerische Verantwortung nötig, und dazu gehöre mehr als die Rechte, die ihnen eine Sperrminorität verschaffe.
Wie viel Macht ihnen bleibt, können Mutter und Sohn jedoch nicht mehr selber bestimmen. «Letztlich werden die Banken als Gläubiger festlegen, was die beste Rechtsform ist und wie die Beteiligungsverhältnisse aussehen werden», zitiert «Welt.de» einen Vertreter eines der Kreditinstitute. «Das ist nicht Aufgabe des Schuldners.» (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.02.2009, 10:30 Uhr
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19 Kommentare
Jahrelang hat diese Familie die "Aristokratie" gespielt. Hinz da, Kunz dort. Nur Popoputzen war noch nicht dabei. Ein Kadermitarbeiter warnte schon vor zwei Jahren vor der Selbstherrlichkeit der gesammten Führungsspitze. Und nun soll der Staat helfen, und wenn alles wieder flott geht beginnt alles von neuem. Antworten
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