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Amerikanische Steueranwälte eröffnen Filiale in Zürich

Aktualisiert am 13.06.2010

Die Ermittler im Fall UBS operieren künftig direkt vor Ort. Verantwortlich für das neue Büro ist ein Ex-Mitarbeiter der amerikanischen Steuerbehörde – er kündigt Ermittlungen gegen weitere Banken an.

Näher bei den Schweizer Banken: Paradeplatz in Zürich.

Näher bei den Schweizer Banken: Paradeplatz in Zürich.

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Künftig arbeiten die US-Steueranwälte im Fall UBS (UBSN 11.15 -0.89%) nicht mehr nur von Amerika aus: Der bekannte Steueranwalt William Sharp hat in Zürich eine Niederlassung eröffnet. Dies berichtet die Zeitung «Sonntag». Geleitet wird sie vom US-Steueranwalt Milan Patel. Er war leitender Mitarbeiter der US-Steuerbehörde (IRS).

Im Interview mit dem «Sonntag» sagt Patel: «Mit dem Fall UBS stieg die Nachfrage von US-Bürgern mit Schweizer Bankkonten nach internationaler Steuerberatung enorm. William Sharp reiste die letzten zwei Jahre oft hin und her. Ich habe in der Zeit als Anwalt bei Baker McKenzie in Zürich viel mit ihm gearbeitet. Jetzt bauen wir zusammen das Zürcher Büro auf.»

Patel ist überzeugt, dass sich auch die Kunden anderer Banken als der UBS Sorgen machen müssen. «Die US-Steuerbehörde IRS besitzt heute Informationen über viele Schweizer Banken. Von Leuten aus dem IRS weiss ich, dass sie es besonders auf all die Berater und Vermittler abgesehen haben, die beim Aufbau der Offshore-Firmen zur Steuerumgehung geholfen haben. Gegen diese Treuhänder, Anwälte, Vermögensverwalter wird es ohne Zweifel Anklagen geben.»

Mögliche Klagen

Auf die Frage, woher die IRS die Daten von mutmasslichen Steuersündern habe, antwortete Patel: «Das sind zunächst die 285 UBS-KundenDossiers, die die Schweiz im Februar 2009 auslieferte. Die meisten wurden mittlerweile von der Justiz kontaktiert. Wir vertreten mehrere von ihnen und ich versichere Ihnen: Die verraten jeden Namen, an den sie sich erinnern, damit sie nicht ins Gefängnis müssen. Aber auch die Kunden, die sich selber anzeigen, müssen alle Ihre Bankverbindungen offenlegen, die Namen ihrer Berater nennen und schildern, wie sie beraten worden sind.»

Patel vermutet ausserdem, dass es Klagen gegen Schweizer Banken geben wird, wie er dem Blatt sagt. «Aus den Anzeigen gegen unsere Kunden schliesse ich, dass die US-Regierung das vorhat, besonders gegen die Banken mit eigener Niederlassung in den USA.»

Erstellt: 13.06.2010, 08:25 Uhr

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