Adieu, Milliarden! So viel an Kundengeldern verloren die Schweizer Banken

Aktualisiert am 21.08.2009

Die Vermögen ausländischer Kunden auf Schweizer Banken sind innerhalb eines Jahres deutlich stärker gesunken als jene der Schweizer Kunden.

Schlechte Zeiten für die Schweizer Vermögensverwaltung: Die Bestände in den Kundendepots sanken massiv.

Schlechte Zeiten für die Schweizer Vermögensverwaltung: Die Bestände in den Kundendepots sanken massiv.
Bild: Keystone

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Kursverluste und Vermögensabzüge

Die Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) über die Wertschriftenbestände in Kundendepots wird seit 2000 monatlich publiziert und ist die einzige offizielle Kennzahl, die gewisse Rückschlüsse über die Gesamtposition der Schweizer Banken im Vermögensverwaltungsgeschäft zulässt. Die Statistik gibt keine Auskunft über den Einfluss der Kursentwicklung auf die Veränderungen der Wertschriftendepots. Damit ist auch nicht ersichtlich, ob und in welchem Umfang Vermögenswerte vom Finanzplatz abgezogen wurden oder neu zugeflossen sind.

Ende Juni dieses Jahres lagen Vermögenswerte von 3,985 Billionen Franken in den Kundendepots von Schweizer Banken. Das sind 735 Milliarden oder 15,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Wertschriftenbestände inländischer Kunden sanken um 216 Milliarden oder 11,0 Prozent auf 1,747 Billionen Franken. Jene der Kunden aus dem Ausland gingen gleichzeitig um 520 Milliarden oder 18,9 Prozent auf 2,237 Billionen Franken zurück. Im Falle der ausländischen Privatkunden machte der Rückgang sogar 22,7 Prozent aus. Der Anteil ausländischer Kunden an den gesamten Vermögenswerten machte Mitte dieses Jahres 56,1 Prozent aus. Ende 2008 waren es noch 56,9 Prozent gewesen und vor einem Jahr sogar 58,4 Prozent gewesen.

Kein Hinweis auf Aufweichung des Bankgeheimnisses

Nach Angaben von SNB-Sprecher Werner Abegg kann aus dieser Entwicklung aber nicht auf die Folgen der Aufweichung des Bankgeheimnisses gegenüber dem Ausland geschlossen werden. Denn es müssten auch strukturelle Unterschiede in der Zusammensetzung der Depots sowie die Währungsentwicklungen berücksichtigt werden. So wiesen die ausländischen Depots zum Beispiel einen höheren Aktienanteil als die inländischen auf.

Den Tiefpunkt in der Finanzkrise hatten die Wertschriftenbestände im Einklang mit der Marktentwicklung im vergangenen Februar mit 3,675 Billionen Franken erreicht. Der Rekord geht auf den Oktober 2007 zurück, als Wertschriften für 5,420 Billionen Franken in den Kundendepots lagen. (cpm/ap)

Erstellt: 21.08.2009, 14:54 Uhr

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