Wirtschaft

ABB: Aufträge sinken um 20 Prozent

Dank der Auflösung von Rückstellungen hat der Technologiekonzern ABB im dritten Quartal dieses Jahres einen Milliardengewinn erzielt.

Kostenstruktur muss angepasst: ABB-Chef Joe Hogan.

Kostenstruktur muss angepasst: ABB-Chef Joe Hogan.
Bild: Keystone

Beim Anlagenbauer ABB sind die Bestellungen im dritten Quartal 2009 um einen Fünftel auf 7,1 Mrd. Dollar zurückgegangen. Der Umsatz des Elektrotechnik- und Automationstechnologiekonzerns reduzierte sich um 10 Prozent auf 7,91 Mrd. Dollar. Unter dem Strich verbleibt ein Gewinn von gut 1 Mrd. Dollar, was 12 Prozent über dem Ergebnis der Vorjahresperiode liegt. Der Gewinn wird allerdings durch 380 Millionen Dollar an Rückstellungsauflösungen kräftig angehoben.

Das Betriebsresultat vor Zinsen und Steuern (EBIT) steigerte der schweizerisch-schwedische Weltkonzern um 10 Prozent auf 1,42 Mrd. Dollar, wie am Donnerstag bekannt gegeben wurde. Analysten hatten in etwa mit dem nun vorgelegten Gewinn gerechnet. Beim EBIT übertrifft ABB die Experten-Prognosen.

Bestellrückgang stabilisiert

Insgesamt hat sich der Rückgang bei den Bestellungen im Vergleich mit den Vorquartalen stabilisiert. Während weltweit weiter in die Strominfrastruktur investiert wird, lahmt die Nachfrage aus der Industrie und dem Bausektor.

Ein Strom-Grossauftrag aus Brasilien vermochte die Bestellrückgänge aus den USA zu kompensieren. Auch in Afrika und im Mittleren Osten stieg die Nachfrage. Einbrüche von einem Viertel verzeichnet ABB hingegen in Europa und Asien. Die Erneuerung von Stromnetzen brachte in Europa mehr Aufträge in der Energiesparte, was den Rückgang in anderen Bereichen aber nicht ausgleichen konnte.

Der Auftragsbestand betrug Ende September 26,16 Mrd. Dollar. Das sind 4 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Kostenprogramm geht weiter

Das Kostenprogramm, mit dem bis 2010 gesamthaft 2 Mrd. Dollar eingespart werden sollen, sei auf Kurs, so ABB. Zwischen Juli und September hätten 500 Millionen Dollar eingespart werden können. Restrukturierungskosten belasteten das dritte Quartal mit ungefähr 40 Millionen Dollar.

In einzelnen ABB-Ländergesellschaften und bei Tochterfirmen sind bereits Stellen im kleineren Umfang abgebaut worden und Werkschliessungen sind ebenfalls im Programm enthalten. Beim Kostenprogramm gehe es aber um Dollars, nicht um Stellen, sagte Finanzchef Michel Demaré vor drei Monaten.

Der Ausblick für das verbleibende Jahr und für 2010 bleibe unsicher, so die Konzernführung um Unternehmenschef Joe Hogan. Die Nachfrage nach umweltfreundlichen Strom-Systemen bleibe weltweit auf hohem Niveau, hingegen hingen die Aussichten für Industrieprodukte von der Konjunkturlage und der Investitionsbereitschaft in den Zielmärkten ab. (vin/sda/ap/)

Erstellt: 29.10.2009, 09:55 Uhr


Online-Wettbewerb

Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie ein Wochenende am Blausee für 2 Personen...