4,3 Milliarden Verlust auf den UBS-Schrottpapieren

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 04.03.2010 40 Kommentare

Noch immer sitzt die Nationalbank auf Risikopositionen im Umfang von 24,1 Milliarden Dollar aus der Rettungsaktion der Grossbank UBS. Der Betrag ist für die Schweizer Wirtschaft noch immer bedrohlich hoch.

Peter Kurer und Kaspar Villiger: Der Vorgänger und sein Nachfolger im UBS-Präsidium müssen sich nicht mehr um die Schrottpapiere kümmern. Sie liegen längst bei der Nationalbank.

Peter Kurer und Kaspar Villiger: Der Vorgänger und sein Nachfolger im UBS-Präsidium müssen sich nicht mehr um die Schrottpapiere kümmern. Sie liegen längst bei der Nationalbank.
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In der Schweiz scheint die Finanzkrise vorbei zu sein, den Banken geht es wieder deutlich besser. Dabei geht fast vergessen, dass die Steuerzahler als Inhaber des Nationalbankvermögens noch immer einem gewaltigen Risiko von insgesamt 24,1 Milliarden Dollar ausgesetzt sind. Das zeigen die heute präsentierten Zahlen der Schweizerischen Nationalbank SNB (SNBN 1089 2.06%) zum sogenannten «Stabfund». Dieser Sonderfonds der Nationalbank hat der UBS (UBSN 11.15 -0.89%) den grössten Teil ihrer Schrottpapiere abgenommen, um sie vor dem Untergang zu retten. Die Anlagen lauten auf die amerikanische Währung.

24,1 Milliarden Dollar ist nach wie vor ein enormer Betrag. Er entspricht rund 5 Prozent des Schweizerischen Bruttoinlandprodukts (BIP). Selbst die viel zitierte Rettungsaktion des Versicherers AIG durch die US-Regierung im Umfang von 180 Milliarden Dollar nimmt sich dagegen bescheiden aus, wenn man die Grösse der Volkswirtschaft mit in Rechnung zieht: Sie ist mit einem Anteil von 1,25 Prozent am US-BIP nur einen Viertel so umfangreich.

Risiken um rund 11 Milliarden Dollar vermindert

Immerhin ist es gelungen, die im «Stabfund» ausgelagerten Risiken durch die Bewirtschaftung der Anlagen deutlich zu mindern: seit der Installierung des Sonderfonds im September 2008 um rund 11 Milliarden Dollar. Das jetzt verbleibende Gesamtrisiko setzt sich aus dem verbleibenden Wert des Darlehens von 20,3 Milliarden Dollar plus so genannten Eventualverpflichtungen im Umfang von 3,8 Milliarden Dollar zusammen. Diese Eventualverpflichtungen bestehen im Wesentlichen aus verbrieften Kreditversicherungen («Credit Default Swaps» CDS). Wenn ein versichertes Ereignis eintritt, wird die Verpflichtung fällig.

Anfänglich hat die SNB der UBS Risiken im Umfang von 38,6 Milliarden Dollar abgenommen und in den extra dafür geschaffenen «Stabfund» übernommen. Die Eventualverpflichtungen aus CDS hatten einen Anteil daran von 8,8 Milliarden Dollar. Finanziert wurde der Fonds durch ein Darlehen der SNB im Umfang von 25,8 Milliarden Dollar und einer Eigenkapitaleinlage der UBS von 3,9 Milliarden Dollar. Das entsprach der Vereinbarung, dass sie 10 Prozent an den Fonds beisteuern soll.

Fast eine halbe Milliarde Verlust auf dem Darlehen

Die Verluste auf den Positionen des Fonds haben dieses Eigenkapital allerdings bereits mehr als aufgezehrt. Die gesamten Abschreiber auf den übernommen Risikopapieren belaufen sich bisher auf 6,6 Milliarden Franken, 5,6 Milliarden der Wertberichtigung resultiert aus dem vergangenen Jahr. Der bisherige Gesamtverlust auf den Einlagen ist dennoch nicht ganz so gross: Er beläuft sich bisher auf 4,3 Milliarden Dollar. 2,6 Milliarden davon beziehen sich allein auf das Jahr 2009. Der Unterschied resultiert zum grössten Teil aus realisierten Zinseinnahmen von 1,7 Milliarden und sogenannten «Effektivzinsen» im Umfang von bisher total 1,65 Milliarden Dollar. Die «Effektivzinsen» hat der Fonds allerdings nicht wirklich eingenommen, sie entsprechen einer Schätzung von Erträgen, die auf einigen Anlagen noch erwartet werden können.

Der bisherige Totalverlust für die SNB übertrifft das von der UBS einbezahlte Eigenkapital um 418 Millionen Dollar – die UBS-Einlage von 3,9 Milliarden abzüglich dem Fonds-Gesamtverlust von 4,3 Millarden Dollar. Das heisst, um diesen Betrag ist das Darlehen der SNB nicht mehr gedeckt. Dennoch kann sich die Nationalbank noch immer schadlos halten. Als weitere Sicherung hat sie sich von der UBS für den Fall einer Unterdeckung ihres Darlehens eine Option zum Kauf von 100 Millionen UBS-Aktien zusichern lassen. Zum Jahresende schätzte die SNB den Wert dieser Option auf 1,216 Milliarden Franken. Die Hilfsaktion für die UBS belastet deshalb das Ergebnis bisher nicht. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 04.03.2010, 20:59 Uhr

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40 Kommentare

Fritz Meier

04.03.2010, 14:59 Uhr
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Wieder typisch, in der grossen Schlagzeile steht etwas von "4.3 Milliarden Verlust" und im kleingedruckten wird geschrieben, dass die SNB und das viel besungene "Volksvermögen" noch keinen Rappen Verlust gemacht hat. Aber dank PUK Diskussion ist das UBS Bashing ja wieder hoch im Kurs. Antworten


Murat Karasu

04.03.2010, 14:32 Uhr
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WoW, die Zenrtralbank hat gute arbeit geleistet, von den 60 Milliarden Sfr.- toxischen Papieren nur noch 24,1 Milliarden übrig, weiter so Zentralbank! auf das, dass ihr diese sogar noch mit gewinnen los werdet! Antworten



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