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«2014 haben wir mehr Ausländer als Schweizer»

Aktualisiert am 08.05.2012 196 Kommentare

Headhunter Guido Schilling untersuchte die Führungsetagen der hundert grössten Schweizer Firmen. Sehr stark vertreten sind die Ausländer. Frauen gibt es hingegen fast keine. Im Videogespräch sucht er nach Gründen.

«Schweizer Grossunternehmen suchen Führungskräfte global»: Guido Schilling, Verfasser des Schilling-Reports.
Video: Jan Derrer

Der Schilling-Report

Der jährliche Schilling-Report vergleicht Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte der hundert grössten Schweizer Unternehmen. Der Report erschien dieses Jahr zum siebten Mal. Herausgegeben wird er vom Headhunter Guido Schilling.

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Ausländische Topmanager sind in Schweizer Grossunternehmen im Kommen. Ende 2011 waren in den 100 grössten Schweizer Unternehmen 45 Prozent der Geschäftsleitungsmitglieder Ausländer. «2014 wird die Mehrheit der Geschäftsleitungsmitglieder aus Ausländern bestehen», sagte der Topkräftevermittler Guido Schilling am Montag bei der Vorstellung seines «Schilling-Report 2012» in Zürich. Bei den Verwaltungsräten prognostiziert er hingegen, dass sie in Schweizer Hand bleiben werden.

Der Anteil von weiblichen Führungskräften in Geschäftsleitungen bewegt sich seit sieben Jahren bei ungefähr fünf Prozent. In den Verwaltungsräten gibt es hingegen eine leichte Zunahme von zehn auf elf Prozent.

Immer mehr Deutsche in den oberen Etagen

Per 31. Dezember 2011 waren 32 Prozent der Geschäftsleitungsmitglieder Deutsche. «Ohne sie hätte die Schweizer Wirtschaft ein Problem», meint Guido Schilling. Zudem fühlten sich schweizerische und deutsche Manager einer ähnlichen Führungskultur verpflichtet. Auf der Ebene Unternehmensleitung sind deutsche Kader ebenfalls sehr gut vertreten: In den untersuchten Grossunternehmen stellen sie 48 Prozent.

Dennoch ist es für Schilling erstaunlich, dass die Schweizer Wirtschaft auch 2011 deutsche Manager gewinnen konnte: «Im Gegensatz zu 2009/2010 ging es der deutschen Wirtschaft gut.» Zudem schreckten Berichte deutscher Medien über ausländerkritische Stimmungen in der Schweiz deutsche Managerfamilien tendenziell ab.

In den SMI-Unternehmen dominieren US-Amerikaner

Deutschland sei ein ideales Reservoir für die Suche nach Führungskräften: Es gebe einfach nicht genug Schweizer für entsprechende Posten, und im Topmanagement der grossen Weltkonzerne sei die Nationalität der Funktionsträger heute häufig Zufall, sagte Schilling. «Die Unternehmen sind auf die Besten angewiesen. Deshalb suchen sie auch im Ausland.»

Von den 20 Unternehmen des Schweizer Börsenindex SMI hatten Ende 2011 zwei Drittel einen ausländischen Chef. In den am stärksten kapitalisierten Unternehmen der Schweiz dominieren jedoch nicht Deutsche, sondern US-Amerikaner.

Verwaltungsräte mit niedrigerem Ausländeranteil

Etwas anders sieht Schilling die Entwicklung bei den Verwaltungsräten von 89 grossen Schweizer Unternehmen, die im Schilling-Report untersucht wurden: Dort liegt der Ausländeranteil bei 34 Prozent, was gegenüber dem Vorjahr einen Prozentpunkt weniger bedeutet.

Für Schilling ist es wichtig, dass die Verwaltungsräte die Schweiz kennen: «Sie müssen sich beispielsweise mit dem Obligationenrecht auskennen.» Ohne diese Voraussetzung sei es sonst schwierig, in einem Unternehmen hierzulande die Rolle eines Verwaltungsrats zu übernehmen.

Homöopathische Frauendosis

Ein weiterer auffallender Aspekt der Untersuchung: Der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen verharrt seit sieben Jahren konstant bei fünf Prozent. Mit Monika Ribar von Panalpina gibt es derzeit nur eine Frau, die in abschliessender Verantwortung einen Konzern leitet. In den Verwaltungsräten stieg der Frauenanteil im Laufe des vergangenen Jahres lediglich von zehn auf elf Prozent.

«Es gibt nur eine homöopathische Anzahl Frauen, die für Führungspositionen infrage kommt.» Als grosses Hindernis für die Frauen sieht Schilling die fehlenden Tagesbetreuungsstätten. «In Ländern wie Frankreich, England und in Skandinavien hätten wir eigentlich ganz tolle Vorbilder, im Moment sind wir da ein wenig im Rückstand.» (jd/sda)

Erstellt: 07.05.2012, 17:50 Uhr

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196 Kommentare

Carlo Müller

07.05.2012, 18:13 Uhr
Melden 196 Empfehlung 0

Jetzt wird dann gleich wieder auf die bösen Ausländer geschimpft, dabei ist das Problem hausgemacht.
Man will z.B. für jede Führungsposition einen Hochschulabschluss, aber man hält die Maturitätsquote tief.
Auch wird man hierzulande systematisch zum unterwürfigen und überkorrekten Duckmäuser erzogen. Wer zu weit herausragt, wird abgesägt. Kein Wunder, dass es dann an Führungskräften fehlt...
Antworten


Roger Bischofberger

07.05.2012, 17:58 Uhr
Melden 184 Empfehlung 1

Ja! Lassen wir uns knechten! Antworten



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