15'000 Kunden von Datendiebstahl bei HSBC betroffen
Der Auslöser der Affäre: Hervé Falciani.
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Dies gab die Bank am Donnerstag bekannt. Die HSBC (HSBA 63 0.48%) hat inzwischen ihre Kontobesitzer kontaktiert und sich für die Bedrohung ihrer Privatsphäre entschuldigt. Der ehemalige IT-Mitarbeiter, der gemäss früheren Angaben der Bank mit der Entwicklung von Informationstechnologie betraut war, hat vor rund drei Jahren Daten von ungefähr 15'000 bestehende Kunden gestohlen, die vor dem Oktober 2006 Konten bei der Bank in der Schweiz hatten. HSBC- Schweiz-Chef Alexandre Zeller sagte, dass zudem noch 9'000 inzwischen geschlossene Konten betroffen seien.
Die Finanzaufsichtsbehörde Finma untersucht den Datendiebstahl bei der Genfer Privatbank HSBC Schweiz. Die Finma stehe seit dem Publikwerden der Affäre im Dezember 2009 in engem Kontakt mit der betroffenen Bank und den zuständigen Behörden.
«Wir bedauern diese Situation zutiefst und entschuldigen uns bei unseren Kunden in aller Form für diese Bedrohung ihrer Privatsphäre», wird Alexandre Zeller, Chef der HSBC Private Bank (Suisse) SA in der Mitteilung zitiert. Man sei fest entschlossen, die Interessen der Kunden zu schützen, und alle dazu notwendigen Massnahmen zu ergreifen. Die Bank hat alle ihre Kunden mit Konten in der Schweiz kontaktiert. Zudem seien die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft worden.
Ermittlungsverfahren gegen Hervé Falciani
Nun eröffnet die Finma ein formelles Verwaltungsverfahren gegen die HSBC Schweiz, wurde an der Medienkonferenz in Genf mitgeteilt. Untersucht werde, wie es 2007 zu diesem Datenklau kommen konnte und ob die Sicherheits- Infrastruktur der Genfer Privatbank den gesetzlichen Anforderungen genüge.
Die Bundesanwaltschaft führt seit 2008 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren wegen wirtschaftlichen Nachrichtendienstes, unbefugter Datenbeschaffung und Verletzung des Geschäftsgeheimnisses gegen den Angestellten Hervé Falciani. Nach einer Hausdurchsuchung am 22. Dezember 2008 setzte sich dieser nach Frankreich ab und nahm mit den französischen Steuerbehörden Kontakt auf.
Auseinandersetzungen mit Paris
Die Datenklau-Affäre publik gemacht hatte die französische Zeitung «Le Parisien». Darauf entbrannte ein Streit darüber, ob der französische Staat die beschlagnahmten Daten für die Ermittlung gegen Steuerhinterzieher nutzen solle, was die Schweizer Regierung für nicht akzeptabel hielt.
Die Bundesanwaltschaft bemühte sich seit Februar 2009 bei den französischen Behörden um Herausgabe der bei der HSBC gestohlenen Daten. Im vergangenen November bat die Schweiz dann den Appellationshof von Aix-en-Provence um eine Antwort bis Weihnachten und Bundespräsident Hans-Rudolf Merz kündigte an, dass der Bundesrat dem Parlament die Aussetzung der Ratifikation des neuen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) mit Frankreich beantragen wird, solange sich Paris weigert, auf das Schweizer Rechtshilfegesuch einzutreten. Die französischen Behörden lenkten daraufhin ein und sandten ein Notizbuch und einen Festplattenspiegel des in Frankreich sichergestellten Informatikmaterials in die Schweiz.
Zusicherungen Frankreichs
Am vergangenen 3. März erhielt die betroffene Bank Kopien eines Grossteils der gestohlenen Daten. Die Bank arbeitet laut Mitteilung mit den Schweizer Behörden zusammen und führt auch ihre eigenen Untersuchungen weiter. Die Schweizer Behörden hätten der Bank bestätigt, dass sie die gestohlenen Daten nicht zur Beantwortung von Gesuchen von ausländischen Behörden einsetzen werden.
Frankreich hat der Schweiz zudem zugesichert, gestützt auf die gestohlenen Kundendaten keine Amtshilfegesuche an die Schweiz zu richten und das Material Drittstaaten nur im Einverständnis mit der Schweiz zur Verfügung zu stellen.
(jak/ddp/sda)
Erstellt: 11.03.2010, 13:49 Uhr
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