US-Notenbank hält an Zins fest

Das Fed fährt bei ihrer Geldpolitik weiterhin einen vorsichtigen Kurs. Welche Gründe die US-Notenbank nennt.

Wie erwartet: Janet Yellen und die Fed lassen den US-Leitzins unverändert. (16. Dezember 2015) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die US-Notenbank Federal Reserve steuert bei ihrer Geldpolitik einen äusserst vorsichtigen Kurs und lässt ihren Leitzins unverändert bei 0,25 bis 0,5 Prozent. Das hat der Offenmarkt-Ausschuss der Fed unter Leitung von Notenbank-Chefin Janet Yellen am Mittwoch nach seiner März-Sitzung bekanntgegeben.

Die Anhebung des Zinsniveaus auf ein normales Mass könnte wegen Einflüssen aus der Weltwirtschaft langsamer vonstatten gehen als geplant. Für dieses Jahr sind nur noch zwei Zinsschritte auf 0,9 Prozent die Zielmarke, bisher waren vier geplant.

Der Ausschuss begründete seine Zurückhaltung besonders mit Risiken in der Weltwirtschaft. «Unsere Nachbarn wie etwa Mexiko spüren die Auswirkungen des niedrigen Ölpreises», sagte sie.

«Weltweite wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen bedeuten weiterhin Gefahr», heisst es in einem Statement der Fed. Der Zins werde noch für eine ganze Weile unter der langfristigen Zielmarke liegen. Schuld daran sei neben Entwicklungen im Ausland auch die Inflation, die bisher nicht die Zielmarke von zwei Prozent erreicht habe.

Das liege einerseits an den niedrigen Energie- und Rohstoffpreisen, andererseits aber auch an billigen Importen wegen des vergleichsweise starken Dollars.

Wachstum weicher als erwartet

Fed-Chefin Janet Yellen rechnet erst 2018 mit dem Erreichen dieser Grenze, 2016 werde die Inflation bei nur 1,2 Prozent liegen. «Auch das Wachstum ist etwas weicher, als wir erwartet hatten», sagte sie. Dafür werde die Arbeitslosenquote von derzeit 4,9 Prozent bis 2018 sogar auf 4,5 Prozent zurückgehen: Das ist nahe an der Vollbeschäftigung.

Die Zinsentscheidung in USA hat den Eurokurs am Mittwoch im amerikanischen Handel nach oben katapultiert. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1210 US-Dollar. Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank zuvor auf 1,1064 (Vortag: 1,1109) Dollar gesetzt. Der Dollar kostete 0,9038 (0,9002) Euro.

Keine Überraschung

Die meisten Experten hatten mit dieser Entscheidung gerechnet. Eine Umfrage des «Wall Street Journals» unter Volkswirten hatte eine Wahrscheinlichkeit von lediglich zwölf Prozent für eine Erhöhung ergeben. Der US-Leitzins hatte sieben Jahre lang auf einem Niveau nahe Null verharrt. Die letzte Erhöhung vor Dezember 2015 hatte fast zehn Jahre zurückgelegen.

In Europa hatte die Europäische Zentralbank in einer gegenläufigen Entwicklung erst vergangene Woche die Geldpolitik weiter gelockert und den Leitzins auf Null gedrückt. Zudem gab Zentralbankchef Mario Draghi bekannt, das Programm zum Ankauf von Anleihen – eine weitere Massnahme zum «Gelddrucken» – auszuweiten. Der Euro hatte im Vorfeld der Entscheidung leicht nachgegeben.

Die Währungshüter der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geben am Donnerstag ihre geldpolitische Lagebeurteilung bekannt. Nach Einschätzung von Ökonomen wird SNB-Präsident Thomas Jordan keine Änderung der Geldpolitik ankündigen. (pat/chk/sda)

(Erstellt: 16.03.2016, 19:34 Uhr)

Artikel zum Thema

US-Notenbank Fed lässt Zinssatz unangetastet

Die US-Notenbank Federal Reserve erhöht den Leitzins wie erwartet zunächst nicht weiter. Mehr...

US-Zinsentscheid verringert Druck auf Franken

Die US-Notenbank erhöht den Leitzins. Für die Schweizer Wirtschaft ist das eine gute Nachricht. Mehr...

Franken reagiert sofort auf US-Zinsentscheid

Alles beim Alten im Dollarland: Janet Yellen hebt den US-Leitzins erneut nicht an. Die Fed lässt aber offen, ob eine Erhöhung noch dieses Jahr erfolgt. Mehr...

Werbung

Blogs

Foodblog Obelix und die Onse

Mamablog Wie lange soll man für die Beziehung kämpfen?

Service

Die Welt in Bildern

Alles unter Kontrolle: Am Theater in der indischen Stadt Bengaluru justieren die Beleuchter die Scheinwerfer. (31. August 2016)
(Bild: Abhishek N. Chinnappa) Mehr...