Schweizer kaufen für über 10 Milliarden im Ausland ein

Der Einkaufstourismus floriert ungebremst. Vor allem Lebensmittel und Kleider kaufen Schweizer jenseits der Grenze.

Tessiner kaufen oft und gern in Italien ein: Supermarkt in Varese. (17.1.2015)

Tessiner kaufen oft und gern in Italien ein: Supermarkt in Varese. (17.1.2015) Bild: Pablo Gianinazzi/Keystone

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Der billige Euro lockt die Schweizer Konsumenten weiterhin in Scharen zum Einkaufen ins benachbarte Ausland. Im vergangenen Jahr gaben sie dort laut einer Studie 10,7 Milliarden Franken aus. Das sind 6 Prozent mehr als 2013.

Am meisten kauften die hiesigen Konsumenten jenseits der Grenze Lebensmittel, wie aus einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK zeigt, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Für Lebensmittel liessen die Schweizer 2,41 Milliarden Franken liegen. Dahinter folgten neue Kleider für 1,82 Milliarden Franken.

Vor allem Tessiner gingen vermehrt über die Grenze

Um die Daten mit der Studie von 2013 vergleichen zu können, wurde die Berechnung mit dem Wechselkurs von 2013 angestellt. Damals kostete ein Euro 1,24 Franken.

Durch die starke Verbilligung des Euro um gut 12 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren durch das Aufheben des Euro-Mindestkurses vor einem Jahr, konnten die Schweizer mit dem gleichen Budget mehr Waren im Ausland einkaufen. Die stärkste Zunahme der Auslandeinkäufe wurde im Tessin festgestellt.

57 Prozent der Schweizer Haushalte kauften mindestens einmal pro Monat im Ausland ein. Dieser Anteil habe gegenüber dem hohen Niveau von 2013, als es 55 Prozent waren, nochmals zugenommen. (sda)

(Erstellt: 18.02.2016, 11:44 Uhr)

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