Höchster Schweizer Waffenexport seit sieben Jahren

Die Schweiz hat 2015 so viele Rüstungsgüter verkauft wie seit langem nicht mehr. Welche Länder beliefert werden.

Gehören zu den exportieren Schweizer Rüstungsgütern: Fliegerabwehrsysteme (im Bild: die Oerlikon 35-mm-Zwillingskanone, Quelle: Wikimedia)

Gehören zu den exportieren Schweizer Rüstungsgütern: Fliegerabwehrsysteme (im Bild: die Oerlikon 35-mm-Zwillingskanone, Quelle: Wikimedia)

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Der globale Handel mit Waffen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gemäss einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri sind die Rüstungsverkäufe zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zu den fünf Jahren davor um 14 Prozent gewachsen. Die Entwicklung der weltweiten Waffenexporte zeigt, dass seit der Jahrtausendwende fast kontinuierlich aufgerüstet wird.

Im globalen Rüstungsgeschäft stehen die USA (33 Prozent Weltmarktanteil bei den Exporten) vor Russland (25 Prozent) und China (5,9 Prozent) mit Abstand an der Spitze, gefolgt von Frankreich und Deutschland. Die Schweiz folgt bereits auf dem 14. Platz der grössten Exporteure der Welt. In der Periode 2011–2015 hat sie laut Sipri für insgesamt 1,44 Milliarden US-Dollar Waffen verkauft. Besonders das vergangene Jahr war ertragreich. 2015 setzte die Schweiz 370 Millionen um. Damit hat sie so viel exportiert wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Letztmals exportierte die Schweiz im Jahr 2008 mehr Rüstungsgüter (459 Millionen US-Dollar). Abgesehen von diesem Ausreisser wurden in den letzten zwanzig Jahren aber nie mehr Waffen verkauft als 2015. Fast die Hälfte der Exporte ging in zwei Länder: Indonesien und Saudiarabien. Katar und die USA waren ebenfalls wichtige Abnehmer.

Dass ausgerechnet Saudiarabien zweitgrösster Abnehmer von Schweizer Rüstungsgütern ist, dürfte angesichts der neuen Sipri-Zahlen zu Diskussionen führen. Denn das Land steigerte seine Einfuhr 2011–2015 im Vergleich zu den vorangegangenen fünf Jahren um 275 Prozent und setzt die Waffen laut Sipri-Experte Pieter Wezeman vor allem im Konflikt im Jemen ein, wo eine Koalition arabischer Staaten die Huthi-Rebellen bekämpft. Zur Allianz gehört neben Saudiarabien auch Katar, wohin 16 Prozent der Schweizer Exporte gehen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

(Erstellt: 22.02.2016, 11:50 Uhr)

Unterschiedliche Zahlen

Das Sipri führt in seiner Datenbank ausschliesslich konkrete Transaktionen auf, über die dem Institut «verlässliche und bestätigte Informationen» vorliegen. Seine Zahlen unterscheiden sich deshalb von denjenigen des Staatssekretariats für Wirtschaft und der Eidgenössischen Zollverwaltung. Laut diesen war Deutschland mit 63 Millionen Franken der grösste Abnehmer von Schweizer Rüstungsgütern im ersten Halbjahr 2015. Sipri beziffert das Handelsvolumen mit Deutschland im vergangenen Jahr auf umgerechnet lediglich etwa 11 Millionen Franken.

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