Zürich oder Hongkong – wo Superreiche Häuser kaufen
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 08.06.2011 18 Kommentare
Preisentwicklung in Top-Immobilienmärkten
Preisentwicklung in Top-Immobilienmärkten
Prozent (Mar10-Mar11)
Quelle: Knight Frank
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Die wachsende Anzahl Reicher dieser Welt – insbesondere die Aufsteiger aus Brasilien, China, Russland oder Indien – kämpft zunehmend hart um Luxusimmobilien, in die sie ihr Geld langfristig investieren kann. Das treibt die Preise für Objekte an Top-Adressen in die Höhe, wie die Recherche-Abteilung des britischen Immobilienmaklers Knight Frank feststellt. Sie hat erstmals einen Prime-Global-Cities-Index veröffentlicht, der die Preisentwicklung in den 15 wichtigsten Märkten weltweit vergleicht.
Am stärksten sind die Preise für Luxusimmobilien demnach in Paris gestiegen. Potenzielle Käufer bezahlten dieses Frühjahr 22 Prozent mehr für repräsentative Häuser als im Frühjahr 2010. In Paris zeigt sich laut dem Recherche-Chef von Knight Frank, Liam Bailey, exemplarisch die Dynamik des Marktes: Die Stadt ist gebaut; eine beschränkte Anzahl von Top-Bauten stehe der wachsenden Anzahl Superreicher entgegen. Dasselbe sei etwa auch in London zu beobachten – unter anderem, weil die Verpflichtung zu einem bestimmten Anteil an sozialem Wohnungsbau die Möglichkeit von Neubauten «praktisch verunmöglicht».
Aus diesem Grund werde die Preisentwicklung im High-End-Immobilienmarkt auch anhalten, schreibt Bailey in einem Kommentar zum Index. «Die Preise steigen weiter.» Zwar gebe es durchaus Risiken für Investoren: Etwa die Staatsverschuldung in einigen westlichen Ländern sowie überhitzte Märkte im Osten. Doch noch in diesem Jahrzehnt werde erstmals die Schallgrenze von einem bezahlten Preis von 100'000 Pfund pro Quadratmeter durchbrochen werden – und zwar wegen des begrenzten Angebots in London, nicht in Asien.
Zwei völlig unterschiedliche Märkte
Den Heisshunger der Reichen spüren auch Zürich und Genf. Der Index von Knight Frank bestätigt die Erkenntnisse von Schweizer Immobilienanalysten: In das Top-Segment der beiden Märkte fliessen zurzeit kräftig ausländische Gelder. Dabei lässt sich der sogenannte High-End-Markt – der nach üblicher Definition die teuersten 5 Prozent der Immobilien erfasst – nicht mit dem restlichen Häusermarkt vergleichen.
Während der normale Markt stark von der aktuellen Wirtschaftslage im Land selber beeinflusst wird, zählen für Superreiche ganz andere Kriterien: Sie lassen sich von der Steuersituation der potenziellen Destination sowie von der globalen Wirtschaftslage beeinflussen. Dabei haben die beiden Welten immer weniger miteinander zu tun: «Das Top-Segment entwickelt sich immer mehr abgekoppelt von der Lage am lokalen Immobilienmarkt», schreibt Analyst Bailey. Dazu passt, dass sich auch in der Schweiz hoch spezialisierte Firmen um das Luxussegment kümmern – internationale Makler wie Knight Frank nämlich oder Sotheby's International Realty. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.06.2011, 18:28 Uhr
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18 Kommentare
10% Preissteigerung im Jahr! nicht schlecht.
Mit der Anpassung der Steuern liessen sich da schnell Korrekturen vornehmen.
Die Politik im Kanton Zürich glaubt hingegen noch immer, man müsse diese Spekulanten und Investoren mit Steuergeschenken anlocken...
Antworten
Während sich alle Welt um die Ansiedlung der "mobilen Reichen" bemüht, von denen dann alle profitieren - die geben Geld aus, sorgen für Arbeitsplätze und docken sich nicht an unsere Sozialwerke an - glauben viele Schweizer ihre kleinen Neidgefühle seien wichtiger ("Hauptsache der Nachbar hat keine grünere Wiese"). Dann geben die ihr Geld halt in London, Monaco, Singapur, New York oder sonstwo aus. Antworten
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