Wo die Arbeitslosigkeit am höchsten ist

Seit 1998 hat es in der Schweiz nicht mehr so viele Arbeitslose gegeben: Fast 176'000 Personen stehen auf der Strasse. Die Westschweiz trifft es dabei besonders hart.

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Auf der Karte mit den neusten Arbeitslosenzahlen präsentiert sich die Westschweiz erneut tiefrot: In den Kantonen Genf und Neuenburg sind 7,3 Prozent ohne Arbeit, im Jura 6,3 Prozent und in der Waadt 6,1 Prozent. Im Wallis erreicht der Wert knapp 6 Prozent. Damit liegen diese Kantone weit über den Schweizer Mittel von 4,5 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) heute morgen mitgeteilt hat. «Die Westschweiz mit ihrer auf den Export ausgerichteten Industrie leidet stark», sagt Seco-Sprecherin Rita Baldegger. «Je mehr ein Kanton von den internationalen Märkten abhängig ist, desto härter trifft ihn die Krise.»

Am meisten Arbeitslose in der Deutschschweiz gibt es im Kanton Solothurn mit 4,6 Prozent. Dies ist, wie in der Westschweiz, eine Folge der Abhängigkeit von der Exportindustrie. Gefolgt wird Solothurn von Zürich und Basel-Stadt mit je 4,5 Prozent. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet Appenzell Innerrhoden mit 1,6 Prozent – fast fünf Mal weniger als in Genf und Neuenburg.

Wintersport schafft Beschäftigung

Während in allen Kantonen die Arbeitslosigkeit zunahm, kann Graubünden das Gegenteil vermelden: Im Kanton nahm die Quote im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent ab. «Der Bündner Tourismus trotzt der Krise», sagt Baldegger. Im Wallis – auch einem typischen Tourismuskanton – liegt die Arbeitslosenquote mit 5,9 Prozent jedoch viel höher. «Die rege Bautätigkeit im Kanton hat besonders viele portugiesische Arbeitskräfte angezogen, die nun saisonbedingt arbeitslos sind.»

Prozentual am meisten neue Arbeitslose gabs im Kanton Glarus. Auch dies ist eine Folge der saisonbedingten Erlahmung der Bautätigkeit. Dort stieg die Quote im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent an – bei allen anderen Kantonen sind es 0,1 oder 0,2 Prozent. (cha)

Erstellt: 08.02.2010, 16:02 Uhr

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