Wirtschaft

Wie viel die Schweiz dem Bankgeheimnis verdankt

Das renommierte Forschungsinstitut BAK Basel Economics wagt eine Schätzung: Es sagt, welchen Teil ihres Umsatzes die Banken dank dem Bankgeheimnis verdienen.

Finanzzentrum: Der Paradeplatz in Zürich.

Finanzzentrum: Der Paradeplatz in Zürich.
Bild: Keystone

Die Abschaffung des Bankgeheimnisses, so erklärt der Direktor des Forschungsinstituts BAK Basel Economics heute gegenüber «Le Temps», könnte die Banken in der Schweiz rund ein Viertel ihrer Einkünfte kosten. In diesem negativsten Szenario würden alle im Ausland bei Schweizer Banken deponierten Vermögen zurückgezogen, erklärte Urs Müller.

Was Müller nicht direkt sagt, daraus aber gelesen werden darf: Jeden vierten Franken verdienen die Schweizer Banken dank dem Bankgeheimnis, das ihren Kunden die Angst vor dem indiskreten Staat nimmt.

Bei der Abschaffung des Bankgeheimnisses würden jedoch kaum alle ausländischen Gelder in der Schweiz abgezogen, so Müller weiter. Denn ein Teil der Vermögen stamme von institutionellen Investoren oder Kunden aus Nahost, die vom Bankgeheimnis nicht tangiert seien, sagte Müller. Auch seien nicht alle Vermögen in der Schweiz vor dem Fiskus versteckt.

Hoffnung auf Aufschwung

Der BAK-Direktor erwartet, dass der Aufschwung an den Börsen dem Finanzsektor ein leicht überdurchschnittliches Wachstum erlauben wird. Verglichen mit den vorangegangenen zehn Jahren würden die Wachstumsraten aber weniger hoch ausfallen.

Nachdem die Rezession ihren Tiefpunkt überwunden habe, werde der Finanzsektor sich als erster erholen. Danach folgten Investitionsgüter, Maschinenbau, Konsumgüter sowie Uhrenindustrie und Tourismus. (oku/sda/)

Erstellt: 17.10.2009, 13:52 Uhr


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