Wer die Krise unbeschadet übersteht
Aktualisiert am 24.01.2012 5 Kommentare
Unterschiedliche Risiken: Ganze vorne im CS-Branchenhandbuch 2012 liegen die gesundheitsnahen Branchen.
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Für viele Schweizer Branchen dürfte das Jahr 2012 schwierig werden. Trotz Eingreifen der Schweizerischen Nationalbank bleibt der Franken gegenüber dem Euro teuer. Hinzu kommt die Schuldenkrise in Europa und den USA. Gemäss Erwartungen der Ökonomen der Credit Suisse (CSGN 19.09 -1.39%) wird sich das konjunkturelle Wachstum zwar verlangsamen, eine globale Rezession könne aber verhindert werden.
Nicht alle Industrien werden aber unter diesen Unsicherheiten leiden. Insbesondere die gesundheitsnahen Branchen werden kaum etwas von einer Krise spüren, wie die Credit Suisse in ihrem Branchenhandbuch 2012 schreibt. Grund dafür ist der demografische Wandel in der Schweiz.
Boom im Gesundheitswesen
Das Bevölkerungswachstum, die fortschreitende Alterung sowie die Zunahme chronischer Krankheiten werden die Nachfrage nach Medikamenten, medizinischen Behandlungen und Pflegeleistungen ansteigen lassen. Ausserdem sorgt das Bevölkerungs- und Wohlstandswachstum in den Schwellenländern für zusätzliche Impulse. Eine Gefahr für die Schweizer Pharmaindustrie bleibt aber das Auslaufen des Patentschutzes auf umsatzstarke Medikamente. Eine Kompensation ist nicht in Sicht.
Auch die Bau- und IT-Branche werden gemäss der Credit Suisse ihr Umsatzwachstum des letzten Jahres fortsetzen können. Beim Bau sind es die tiefen Zinsen, in der Informatik die fortschreitende Vernetzung der Wirtschaft, welche auch in Zukunft für eine gute Auftragslage sorgen werden. Eine hohe Nachfrage erwarten die Experten vor allem beim Wohnbau.
Die Uhrenindustrie wird ebenfalls ihr Wachstum fortsetzen. Bereits im letzten Jahr hat ihr die Frankenstärke kaum etwas anhaben können. Gerade der Luxusboom im Hauptabsatzmarkt Asien sorgt für steigende Einnahmen. Hongkong und China nehmen heute 29 Prozent der Schweizer Uhrenexporte ab.
Schwierige Zeiten für Exportindustrie
Eine Verliererin in diesem Jahr wird die vom Export abhängige Maschinen-, die Elektro- und die Metallindustrie sein. Hier muss gar mit rückläufigen Produktions- und Umsatzzahlen gerechnet werden. Weniger Sorgen machen müssen sich gemäss der CS diejenigen Firmen, welche viele Kunden in Schwellenländern – insbesondere in China – haben.
Auch im Tourismus, dem Detailhandel und dem Automobilgewerbe wird der starke Franken nach Einschätzung der Experten auch 2012 das dominierende Thema bleiben. Auch die Bekleidungsindustrie leidet unter der Unsicherheit in der Eurozone. Das Druck- und Verlagswesen wird die gesamtheitlich nachlassende Konjunktur zu spüren bekommen.
All diese Prognosen der Credit Suisse hängen am Ende vom Ausgang der Bewältigung der Schuldenkrise ab. «Im Extremfall könnten zusätzliche Probleme an der Eurofront zu einer schweren Rezession führen, welche insbesondere für die Schweizer Industrie stark negative Konsequenzen hätte», warnen die Ökonomen im Branchenhandbuch 2012. (jak)
Erstellt: 24.01.2012, 12:53 Uhr
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5 Kommentare
Schade und dumm, es müsste anders laufen: Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sowie die Pharma müssten boomen, da sie uns Geld von aussen einbringen. Im Gegenzug sollte die riesige Geldumverteilungs-Maschinerie, das Gesundheitsunwesen, schrumpfen, es würde dann auch endlich billiger. Aber es besteht Hoffnung. Wenn das Geld knapper wird, steigt der Kostendruck zum Glück noch mehr. Antworten
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