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Wenn der Zins zur Nebensache wird

Aktualisiert am 04.08.2011 3 Kommentare

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheidet heute über den Leitzins für die 17 Euroländer. Am Finanzmarkt rechnet so gut wie niemand mit einer Zinserhöhung. Spannender ist eine andere Frage.

Noch bis zum 31. Oktober 2011 Chef der EZB:  Jean-Claude Trichet.

Noch bis zum 31. Oktober 2011 Chef der EZB: Jean-Claude Trichet.
Bild: Keystone

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Entspannung bei ital. Staatsanleihen

Am Rentenmarkt hat sich im frühen Geschäft eine Entspannung abgezeichnet. «Es gibt wohl einige, die nach der Intervention der Bank von Japan am Devisenmarkt auch für die Euro-Zone neue Lockerungsmassnahmen erwarten», sagte ein Händler. «Ich halte das für wenig wahrscheinlich.»

Der Rat der Europäischen Zentralbank tritt am Donnerstag zu seiner turnusmässigen Sitzung zusammen. Mit einer Zinsänderung oder anderen Liquiditätsmassnahmen rechnen Analysten bislang aber nicht.

Die Renditen der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen rutschten wieder unter die psychologisch wichtige Marke von sechs Prozent. Auch die Renditen der spanischen Anleihen gaben deutlich nach, verharrten zunächst aber noch über sechs Prozent.

Bei einem Zins über sechs Prozent wird die Wahrscheinlichkeit von Refinanzierungsproblemen am Markt im Moment relativ hoch eingeschätzt. Spanien will zudem am Donnerstag bis zu 3,5 Milliarden Euro aufnehmen. (sda)

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Angesichts der Verschärfung der Euro-Schuldenkrise und der Turbulenzen an den Märkten in Spanien und Italien dürfte die Diskussion über den Schlüsselzins der Währungshüter wohl den geringsten Raum bei den Diskussionen in Anspruch nehmen. Die EZB hatte erst im Juli ihren Leitzins auf 1,5 Prozent angehoben.

Spannender und höchst umstritten ist hingegen die Frage, ob die EZB wegen der Probleme in den beiden für die Stabilität der Währungsunion wichtigen Ländern Spanien und Italien abermals Staatsanleihen kaufen sollte oder nicht.

Staatsanleihenkäufe umstritten

In den Tagen vor der Ratssitzung waren immer wieder entsprechende Forderungen laut geworden. Das Argument der Befürworter: Nur die Zentralbank mit ihrer theoretisch unbegrenzten finanziellen Feuerkraft sei in der Lage, entsprechend stark als Käufer aufzutreten und so die Märkte wieder zu beruhigen.

Kritiker wie Deutschland sperren sich jedoch gegen weitere Staatsanleihenkäufe. Die EZB hat in den vergangenen 18 Wochen keine Anleihen mehr gekauft.

Schweiz und Japan intervenieren

Schon vor der EZB entscheidet am Mittag die Bank von England über ihre weitere Geldpolitik. Am Finanzmarkt wird heftig darüber diskutiert, ob die britischen Zentralbanker angesichts der lahmenden Konjunktur erneut die Notenpresse anwerfen und Geld in die Wirtschaft pumpen sollten, wie es jüngst etwa der Internationale Währungsfonds (IWF) empfahl.

Bereits gestern hatte die Schweizer Nationalbank ihren Kampf gegen den starken Franken mit einer Zinssenkung intensiviert. In der Nacht intervenierte Japan dann gegen den starken Yen und die Notenbank lockerte ihre ohnehin schon lockere Geldpolitik weiter. (bru/sda)

Erstellt: 04.08.2011, 10:02 Uhr

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3 Kommentare

Rolf Schumacher

04.08.2011, 10:25 Uhr
Melden 13 Empfehlung

Der Goldman-Sachs und Harvard Jüngling Mario Draghi wird als EZB Chef auf Trichet folgen. Ab dann ist die Geldpolitik Europas ausgerechnet in italienischer-US Hand. Was das wohl für die wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas bedeuten wird? Gruss Al Capone. Antworten


Hansueli Zürcher

04.08.2011, 10:53 Uhr
Melden 5 Empfehlung

All denen die sich über die SNB genervt haben und bessere Lösungen im Köcher zu meinen haben, empfehle ich dringend diesen Artikel. Die Finanzmärkte spielen die Schlange und die Akteure rundherum sind die Kaninchen mit offenen Mäulern: Jetzt müssen Sie nur aufpassen, dass eine Verteidigungsstrategie finden, bevor Sie verschluckt werden. Ob's gelingt ist eine andere Frage! Antworten



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