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Wann die Schweizer Wirtschaft wieder schwarze Zahlen schreibt

Aktualisiert am 18.08.2009 1 Kommentar

SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan analysierte die Entwicklung der Wirtschaft detailliert. Und wagte einen Ausblick.

Langsame Erholung ohne so hohe Wachstumsraten wie in den Jahren vor der Krise prognostiziert: Thomas Jordan, Direktoriumsmitglied der Nationalbank.

Langsame Erholung ohne so hohe Wachstumsraten wie in den Jahren vor der Krise prognostiziert: Thomas Jordan, Direktoriumsmitglied der Nationalbank.
Bild: Keystone

Gegen Ende Jahr dürfte die USA-Wirtschaft wieder nachhaltig wachsen, Anfang 2010 auch jene Europas. Das Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) sollte Mitte 2010 in den positiven Bereich zurückkehren, sagte Jordan in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Interview der «Handelszeitung».

Es werde allerdings eine langsame Erholung ohne so hohe Wachstumsraten wie in den Jahren vor der Krise, sagte der designierte Vizepräsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB). 2009 werde das Schweizer BIP allerdings noch um 2,5 bis 3,0 Prozent schrumpfen. Jordan stellte wachsende Arbeitslosigkeit in Aussicht, die erst 2011 wieder zurückgehen dürfte. Dadurch dürfte sich der Konsum abschwächen: «Es wäre deshalb schon positiv, wenn der Konsum stabil bleibt», wurde er zitiert. Das Inflationsrisiko sei derzeit auch mittelfristig gering. Deflationäre Risiken seien für die Schweiz nach wie vor nicht auszuschliessen und bestünden vor allem dann, wenn sich die Weltwirtschaft nicht erholen sollte oder der Franken sich stark aufwerten würde. Eine Aufwertung werde aber von der SNB weiterhin nicht akzeptiert, bekräftigte Jordan. Die SNB-Politik dagegen sei bisher erfolgreich. Derzeit wäre eine Aufwertung «ökonomisch gefährlich und nicht gerechtfertigt».

Nachhaltig stabil

Zur Lage am Finanzplatz sagte Jordan unter anderem, zwar seien noch nicht alle Risiken vom Tisch, doch hätten die Grossbanken ihre Lage deutlich verbessert. Sie müssten aber ihre Kapital- und Liquiditätsbasis über die nächsten Jahre weiter stärken: «Wir wollen nicht nur ein temporär, sondern ein nachhaltig stabiles Finanzsystem», sagte Jordan gemäss Vorabdruck. Eigenkapitalrenditen von mehr als 20 Prozent dürften in Zukunft kaum mehr nachhaltig zu realisieren sein.

Zum Stabilisierungsfonds, der Risikopapiere der Grossbank UBS übernommen hat, sagte Jordan, seit vergangenem Oktober sei das Risiko halbiert worden. Der Fonds habe weniger Aktiven von der UBS übernommen als geplant, das Risiko aber auch durch Verkäufe, Zinszahlungen und Amortisationen gesenkt. Hinzu komme eine gewisse Stabilisierung des US-Immobilienmarkts. Jordan zeigte sich gemäss Vorabdruck zuversichtlich, dass die Risiken im Fonds weiter reduziert werden könnten. Zum Vergleich zwischen der Schweiz und den USA im UBS-Steuerstreit äusserte er sich nicht. (sam/ap)

Erstellt: 18.08.2009, 20:09 Uhr

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1 Kommentar

Nadine Binsberger

18.08.2009, 21:31 Uhr
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Solange wir alles haben, was wir brauchen, wird die Wirtschaft nicht wachsen. Total überflüssig konsumieren werden wir erst, wenn uns die Löhne mehr erhöht werden, als uns lieb ist, und wir nicht mehr wissen, wohin mit dem Geld. Doch selbst dann wird die Wirtschaft nicht wachsen, denn höhere Löhne bewirken das Gegenteil. Tja. Wohlstand olé - Wachstum ade! Antworten



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