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US-Arbeitslosenquote schnellt auf über zehn Prozent

Aktualisiert am 07.11.2009

Die schärfste Rezession seit 70 Jahren belastet den US-Arbeitsmarkt überraschend stark. Die Arbeitslosenquote stieg im Oktober erstmals seit 1983 über die Marke von 10 Prozent.

Wenig Arbeit: Stellensuchende in Kalifornien.

Wenig Arbeit: Stellensuchende in Kalifornien.

Wie das Arbeitsministerium heute mitteilte, fielen allein im Oktober 190'000 Stellen Jobs weg, 15'000 mehr als von Experten erwartet. Seit Beginn der Rezession vor knapp zwei Jahren sind damit 7,3 Millionen Jobs verloren gegangen.

Die Arbeitslosenquote erreichte 10,2 Prozent, nach 9,8 Prozent im September. Sie lag damit erstmals seit April 1983 über 10 Prozent, obwohl die Wirtschaft zuletzt an Schwung gewonnen hatte. Mittlerweile legt die Arbeitslosigkeit seit fast zwei Jahren ununterbrochen zu.

Der Stellenabbau hat allerdings erneut an Schärfe verloren: Zum Höhepunkt der Krise im Januar war etwa fast eine dreiviertel Million Arbeitsplätze verloren gegangen, im September waren es noch 219'000.

Der Anstieg der Arbeitslosenquote sei enttäuschend, und so bleibe der Arbeitsmarkt ein Unsicherheitsfaktor für die Konsumnachfrage, sagten Ökonomen. Sie sehen Handlungsbedarf für die US-Regierung.

Obama unter Druck

US-Präsident US-Präsident Barack Obama nannte die Arbeitslosenzahlen für Oktober ernüchternd. Seine Regierung prüfe Investitionen in die Infrastruktur und eine Steuersenkung für Unternehmen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit unterstreiche die wirtschaftlichen Herausforderungen, die vor der Regierung lägen. Er habe ein Gesetz zur Verlängerung der Arbeitslosenunterstützung und für Steuervergünstigungen für Käufer von Eigenheimen unterzeichnet, sagte der Präsident. Obamas finanzieller Spielraum ist aber wegen des Rekorddefizits im Haushalt stark begrenzt.

Die ansteigende Arbeitslosigkeit könnte zudem zum Problem für die Demokraten bei den nächsten Kongresswahlen im kommenden Jahr werden. Erst vor wenigen Tagen setzten sich die Republikaner im Rennen um zwei Gouverneursposten durch. Im Wahlkampf gehörte der Arbeitsmarkt zu den wichtigsten Themen.

Allerdings bedeutet die anhaltend düstere Lage auf dem Arbeitsmarkt auch, dass die Inflationsgefahren zunächst zumindest gering sein werden. Das gibt der US-Notenbank Fed Spielraum, noch länger an ihrer Nullzinspolitik festzuhalten und so die Wirtschaft anzukurbeln. Die Währungshüter hatten am Mittwoch den Leitzins auf dem Rekordtief belassen.

Die US-Wirtschaft war im Sommerquartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gewachsen und dürfte damit die Rezession hinter sich gelassen haben. (oku/bru/sda)

Erstellt: 07.11.2009, 07:08 Uhr

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