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Stürmische Zeiten für Standort Bern

Von Jon Mettler. Aktualisiert am 17.11.2010 39 Kommentare

Dem Kanton Bern als Wirtschaftsstandort weht in letzter Zeit ein rauer Wind entgegen. Diverse Firmen haben im laufenden Jahr ihre Niederlassungen dicht gemacht oder restrukturiert.

1/5 Roche baut in Burgdorf 310 Stellen ab.
Bild: Thomas Peter

   

Im März 2010 teilt die Versicherungsgruppe Allianz Suisse mit, dass sie ihre Kräfte am neu entstehenden Hauptsitz im zürcherischen Wallisellen konzentrieren will. Deshalb baut die Firma bis zum Jahr 2013 in der Stadt Bern 320 Stellen ab. Das entspricht der Hälfte aller Arbeitsplätze von Allianz Suisse im Kanton Bern. Betroffen sind die Standorte an der Laupenstrasse und der Effingerstrasse.

Turbulenzen bei Kartonfabrik Deisswil

Die österreichische Mayr-Melnhof Karton Gruppe mit Sitz in Wien gibt im April 2010 bekannt, dass sie die Kartonfabrik Deisswil schliesst. Betroffen sind 225 Arbeitsplätze. Als Grund nennt das Mutterhaus die 2010 in Kraft getretenen neuen Schweizer Emissionsgesetze. Diese hätten eine massive Belastung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit zur Folge und brächten den Standort Deisswil «nachhaltig in die Verlustzone».

Inzwischen ist eine Berner Investorengruppe rund um den CS-Banker Hans-Ulrich Müller auf den Plan getreten, welche aus dem Standort einen Industriepark schaffen will. Möglichst viele Mitarbeiter der ehemaligen Kartonfabrik sollen ihre Stelle behalten sollen.

Ebenfalls im April teilt die UBS mit, dass sie 180 Stellen aus der Stadt Bern abziehen und nach Zürich, Lausanne sowie Lugano verlagern will. Betroffen vom Kahlschlag ist das Zahlungsverarbeitungszentrum an der Schwarztorstrasse in Bern. Die UBS begründet diesen Schritt mit ihrer neuen Immobilienstrategie. Diese sieht vor, dass sich die Grossbank schrittweise aus Mietobjekten verabschiedet und ihre Mitarbeiter stattdessen in eigenen Liegenschaften unterbringt.

Traditionsreiche Wifag in Schieflage

Auch der traditionsreiche Stadtberner Druckmaschinenhersteller Wifag hat turbulente Zeiten hinter sich: Die Wirtschaftskrise setzte der Fabrik so stark zu, dass ab Mai 2009 in drei Etappen insgesamt 560 der einst 650 Arbeitsplätze gestrichen wurden. Im Juli 2010 dann doch noch ein Hoffnungsschimmer: Der Freiburger Industrielle Markus Liebherr und seine Mali-Gruppe kauften in Bern die Wifag-Produktionshalle und den Maschinenpark und übernahmen rund 50 Angestellte der Wifag.

Obwohl Liebherr inzwischen verstorben ist, will Mali auf dem ehemaligen Wifag-Areal künftig Getriebe für Landwirtschaftsmaschinen fertigen. Offen ist, wie viele ehemalige Wifag-Angestellte bei der Freiburger Schwesterfirma Polytype Arbeit finden.

Bei der Berner Bankensoftware-Herstellerin RTC schliesslich sind 45 Stellen gefährdet. Inzwischen betreibt Hewlett-Packard das Rechenzentrum im Liebefeld.

Die Medizinaltechnikfirma Ypsomed hat im ersten Halbjahr 2010 wegen strukturellen und wirtschaftlichen Gründe in Burgdorf und Solothurn total 70 Stellen gestrichen. Damit nicht genug:Wegen der angespanntenwirtschaftlichen Situation rechnet das Unternehmen damit, noch mehr Jobs abzubauen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.11.2010, 14:06 Uhr

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39 Kommentare

Walter Sommer

17.11.2010, 13:44 Uhr
Melden

@Jaggi Die gesetzgebende Behörde ist immer noch der Grossrat und der ist doch mehrheitlich eher Rechtsbürgerlich. Jedes Gesetzt das in Ihren Augen so Unternehmerfeindlich ist wurde auch das gemacht und beraten. Also nehmen Sie sich an der eigenen Nase. Aber eben es ist ja einfacher alles was schief läuft den Linken und Grünen in die Schuhe zu schieben. Antworten


Matthias Joss

17.11.2010, 10:09 Uhr
Melden

Einfach nur lächerlich. Die fehlenden Millionen sind jetzt schön beim Management. Stoppt die Grossen fördert die Kleinen. Antworten



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