Wirtschaft

Steuerbehörde im Nacken: Wenn Superreiche auf Yachten flüchten

Viele vermögende US-Bürger wollen in ihrem Heimatland keine Steuern mehr zahlen: Sie geben ihre Pässe ab und kaufen sich eine neue Staatsbürgerschaft – zum Beispiel in Österreich.

Bereits gibt es Beratungsfirmen, die für staatenlose Reiche eine neue Heimat suchen: Yachten im Hafen von Cannes.

Bereits gibt es Beratungsfirmen, die für staatenlose Reiche eine neue Heimat suchen: Yachten im Hafen von Cannes.
Bild: Reuters

Der UBS-Vergleich hat vielen reichen Amerikanern den Schweiss auf die Stirn getrieben: Die Schweiz übergibt nicht weniger als 4450 Kundendaten an die USA. Damit werden noch mehr US-Bürger ihren Pass abgeben, um sich dem Zugriff der Steuerbehörde zu entziehen. Die steuerbedingte Staatenflucht erfreut sich in den USA bereits seit Längerem grösserer Popularität: «Im letzten Jahr ist die Zahl der US-Bürger, die sich ausbürgern lassen wollten, stark angestiegen», sagt Jay Krause von der Anwaltskanzlei Withers im Fachblatt «Wealth Bulletin».

Viele reiche Amerikaner, die staatenlos geworden sind, haben sich auf ihre Yachten gerettet und Kurs auf internationale Gewässer gesetzt. Sie hoffen, so nicht in die Fänge der Steuerbehörden zu geraten. Ein Experte, der nicht genannt werden will, geht davon aus, dass sich die Zahl der staatenlosen Steuerflüchtlinge auf mehrere Tausend beläuft.

USA will Steuergelder von allen

Der Exodus verdeutlicht ein spezifisch amerikanisches Problem: US-Bürger müssen auch dann Steuern zahlen, wenn sie im Ausland wohnen. Sogar wenn sie auf ihre Staatsbürgerschaft verzichten, sind sie verpflichtet, eine sogenannte Aussteiger-Steuer (exit tax) zu zahlen. Offensichtlich nehmen die Reichen dies aber in Kauf, angesichts des harschen Windes, der ihnen entgegenbläst.

Jay Krause betont im «Wealth Bulletin», dass es sich bei den Aussteigern oft um «zufällige US-Bürger» mit wenig Bezug zum Land handelt. Sie haben den US-Pass, weil sie in den USA geboren wurden – ihre Eltern sind aber keine Amerikaner. Oder sie sind Kinder von US-Bürgern, die im Ausland leben. Laut der US-Steuerbehörde ist die Staatenflucht allerdings noch kein Massenphänomen: Im ersten Halbjahr 2009 gaben rund 90 Personen den Pass zurück.

Einen Pass für mehrere Millionen Euro

Bereits gibt es Beratungsfirmen, die für die Staatenlosen eine neue Heimat suchen. «Wir haben laufend mehr Anfragen», sagt Christian Kälin von Henley Partners in Zürich. Am beliebtesten seien Pässe von karibischen Staaten und westeuropäischen Ländern. «Viele werden versuchen, die österreichische Staatsbürgerschaft zu erwerben.» Österreich ist eines der wenigen Länder in Europa, wo man sich einen Pass kaufen kann. Preis: mehrere Millionen Euro. (cha)

Erstellt: 20.08.2009, 14:34 Uhr

Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre


Emil Frey AG Autocenter Bern

Geniessen sie die Strasse mit dem neuen Subaru XV. Nur im Emil Frey Autocenter Bern.