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Starker Franken sorgt für Nervosität

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 16.02.2010 14 Kommentare

Die Krise in Griechenland setzt dem Euro zu. Das weckt Ängste vor einem überteuerten Schweizer Franken. Ökonomen vertrauen auf die Macht der Nationalbank.

Kann zum Problem für die Schweizer Wirtschaft werden: Ein starker Franken.

Kann zum Problem für die Schweizer Wirtschaft werden: Ein starker Franken.

Will der starken Aufwertung der Schweizer Währung entgegenwirken: SNB-Präsident Philipp Hildebrand.

Will der starken Aufwertung der Schweizer Währung entgegenwirken: SNB-Präsident Philipp Hildebrand.

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Auf den Devisenmärkten wird in einem Ausmass gegen den Euro gesetzt, wie noch nie seit dem Bestehen der Währungsunion. Die Wetten, die auf einen weiteren Wertverlust gegenüber dem US-Dollar setzen («Short-Kontrakte»), übertreffen laut der Credit Suisse jene auf eine Erstarkung («Long-Kontrakte») um 57'152. Grund ist die Krise in Griechenland.

Von der Schwäche des Euro ist auch der Franken betroffen. Seit dem vergangenen Dezember hat sich die Schweizer Währung gegenüber der Gemeinschaftswährung bereits drastisch aufgewertet: Damals kostete der Euro noch 1.51 Franken, jetzt pendelt der Preis bereits um 1.46 Franken herum.

Die Risiken einer Frankenaufwertung

Ein zu starker Franken kann für die Schweizer Wirtschaft aus zwei Gründen zum Problem werden: Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit von Exporteuren kommt unter Druck und die Gefahr einer Deflation steigt wegen fallenden Importpreise erneut. In den letzten beiden Jahren war das Deflationsrisiko ein dominierendes Thema an den Märkten. Mit Deflation wird ein sinkendes Preisniveau bezeichnet. Das führt zu einer äusserst schwer zu bekämpfenden Wirtschaftskrise.

Laut «Bloomberg» setzen die Devisenhändler auf einen weiteren Wertzuwachs des Frankens gegenüber dem Euro, auch das lasse sich aus Kontrakten auf Terminmärkten erkennen. Die Nachrichtenagentur stellt bereits die bange Frage ob die Schweizer Nationalbank SNB (SNBN 1089 2.06%) überhaupt noch in der Lage ist, die Währung weiter zu schwächen: Wörtlich schreibt sie von einer «’Losing Battle’ for Hildebrand», einer Schlacht, die SNB-Präsident Philipp Hildebrand verlieren werde. Dieser hat noch im Januar erklärt, dass sein Institut einer weiteren starken Aufwertung der Schweizer Währung entgegentreten werde.

Die SNB hat den Franken im Griff

Laut Währungsökonomen ist die Sorge unbegründet: «Eine Zentralbank kann die eigene Währung immer schwächen, schwieriger ist es, sie zu stärken», sagt Ursina Kubli, Währungsstrategin der Bank Sarasin. Der Grund ist einfach: Um den Franken zu schwächen, muss die SNB bloss mehr Franken neu schaffen und auf den Märkten verkaufen. Will sie ihn stärken, muss sie den Franken gegen Fremdwährungen aufkaufen – und die kann sie nicht selber drucken.

Das Problem, das sich jeder Zentralbank stellt, die ihre Währung schwächen will: Neu geschaffenes Geld kann die Inflation anheizen. Doch auch hier besteht im Moment keine Gefahr. Von einer Teuerung ist in der Schweiz noch weit und breit nichts zu sehen. Gemessen am Konsumentepreisindex sind die Preise in den zwei Monaten zurückgegangen.

Fehlendes Interesse an einer Abwertung

Doch wenn es so einfach ist, eine Aufwertung zu verhindern, wieso hat die SNB bisher nicht reagiert. Laut Fachleuten blieb sie bisher keineswegs untätig. Alleine im Februar habe sie schon zweimal interveniert. Die Notenbank hält sich zu diesen Aktionen stets bedeckt. Die Frankenschwäche werten Fachleute nicht als Versagen der Nationalbank, sie sehen darin vielmehr einen Hinweis auf eine neue Politik: «Die bisherige Aufwertung stellt für die Nationalbank kein grosses Problem mehr dar», sagt Ursina Kubli von Sarasin.

Ein Grund dafür ist das Verhältnis des Frankens zum Dollar. Gegenüber der US-Währung hat sich die Schweizer Währung immerhin deutlich abgeschwächt. Ein anderer sind die verbesserten Wirtschaftsaussichten der Schweiz. Noch im letzten Jahr hat die SNB sich gegen eine Aufwertung gestemmt, weil sie eine Deflation befürchtete. Diese Gefahr scheint mittlerweile weitgehend gebannt.

Auch für die Schweizer Exportindustrie ist die Aufwertung bisher noch keine echte Gefahr. Laut Ökonomen beginnen die Schmerzen erst ab einem Kurs von 1.45 Franken. Ob das die Nationalbank auch so sieht, wird sich daran zeigen, welchen Wechselkurs sie am Ende noch akzeptiert. Den Franken schwächen kann sie im Moment ganz nach belieben.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.02.2010, 23:00 Uhr

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14 Kommentare

Walter Krauer

17.02.2010, 07:18 Uhr
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Franken sorgt für Nervosität Das Problem liegt beim US Doller der ist nach dem die US Notenbank über 2.5 Billionen neue Dollar gedruckt hat und dies noch weiter tut längst überbewertet. Alle Schulden der Banken und Konzernen die vor dem Bankrot standen wurden mir der Notenpresse verhindert. Diese Waffe der Amerikaner hat sich bis heute noch bewährt. Die Zukunft wird anderes aussehen ! Antworten


Ralf Benduri

16.02.2010, 23:19 Uhr
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Ja das ist ja wirklich eine Katastrophe, wenn der Franken erstarkt! Ich vertraue mal auf die Nationalbank mit Philipp Hildebrand, dass sie dieses ungeheure Problem schnell in den Griff bekommt. Gefühlte 99 % der anderen Notenbanken könnten sich mit diesem Problem nämlich gut abfinden. Antworten



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