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Spaniens Zinsen bald an kritischer Grenze

Aktualisiert am 16.05.2012 4 Kommentare

Madrid muss auf seine Staatsanleihen 6,46 Prozent Zinsen zahlen – ein gefährlich hoher Wert, wie Irland, Portugal und Griechenland zeigen. François Hollande dagegen scheinen die Anleger zu vertrauen.

Die Regierung Rajoy warnt, Spanien könnte bald von den Märkten ausgeschlossen werden: Händler an der Madrider Börse. (16. Mai 2012)

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Bild: Keystone

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Spanien hat heute am Anleihemarkt so hohe Zinsen zahlen müssen wie nie zuvor seit der Einführung des Euro. Die Zinsen stiegen für Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren um 14 Basispunkte auf 6,46 Prozent.

Kurzzeitig lagen sie um 500 Basispunkte über den Zinsen für deutsche Anleihen, die immer noch als sehr sicher gelten. Die Risikoprämie für spanische Anleihen hatte bereits gestern Dienstag infolge der gescheiterten Verhandlungen zur Regierungsbildung in Griechenland einen Rekordstand erreicht.

Rund 30 Milliarden Euro fällig

Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy warnte, das Land laufe Gefahr, von den internationalen Märkten ausgeschlossen zu werden. «Im Moment besteht das ernsthafte Risiko, dass die Investoren uns kein Geld leihen werden oder nur zu astronomischen Zinsen», sagte Rajoy den spanischen Abgeordneten.

Spanien muss in diesem Jahr rund 30 Milliarden Euro an Zinsen für seine Schulden zahlen. Vor Journalisten erklärte der Regierungschef, die eingeleiteten Massnahmen in Spanien seien richtig, allerdings könne die Europäische Union mehr tun. «Der Euro muss gestärkt werden», sagte er.

Auf dem Weg zur EU-Hilfe?

Er wolle nicht, dass Griechenland aus dem Euro austrete, sagte Rajoy weiter. Das wäre aus seiner Sicht ein grosser Fehler. «Ich glaube, dass die Nachhaltigkeit der öffentlichen Schulden garantiert werden muss und dass wir alle unsere Verpflichtungen erfüllen müssen.»

Die Sieben-Prozent-Marke bei Staatsanleihen gilt als wichtige Grenze, ab der ein Staat seine Schulden langfristig nicht mehr refinanzieren kann. In Griechenland, Irland und Portugal hatten die Zinsen diesen Wert überschritten, bevor ihre Regierungen im vergangenen Jahr Hilfe bei EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) suchten.

Märkte scheinen Hollande zu vertrauen

Einen Tag nach der Vereidigung des sozialistischen Präsidenten François Hollande konnte Frankreich Staatsanleihen im Wert von neun Milliarden Euro am Markt platzieren. Die Zinsen für Papiere mit einer Laufzeit zwischen zwei und fünf Jahren fielen. Für die fünfjährige Anleihe wurden 1,72 Prozent fällig, während im April noch 1,83 Prozent waren.

Die Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit zwischen zehn und 15 Jahren stiegen dagegen leicht ein. Allerdings war die Nachfrage gross, was auf Vertrauen der Investoren schliessen lässt. (ami/sda)

Erstellt: 16.05.2012, 15:45 Uhr

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4 Kommentare

Sven Gelbmeier

16.05.2012, 16:41 Uhr
Melden 8 Empfehlung 0

BALD an kritischer Grenze ? BALD ? Der Aufschlag wird kein Spanier mehr zu spüren bekommen, er ist einfach zu hart ...
Am Besten bauen die Spanier noch mehrere Häuser mit deutschem Geld, damit die Farce endlich zu Ende geht.
Der Knall ist bald zu hören ... einfach unverantwortlich - Notfallplan zu Euro-Crash langsam vorbereiten oder gibt es nochmals Fantasiegeld ?
Antworten


Boris Scavezzon

16.05.2012, 16:55 Uhr
Melden 6 Empfehlung 0

Soll ein Land wirklich immer alles zahlen müssen - auch wenn die Zinsen so hoch sind, dass dies nicht mehr möglich ist? Dazu braucht Spanien im Moment Geld um seine Banken zu retten und die Staatsschulden werden damit noch grösser!
Das Problem ist der EURO in seiner jetzigen Form, die gewissen Ländern schadet. Er hätte Europa Wohlstand bringen sollen - hört sich in der heutigen Zeit seltsam an.
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