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Spanien will seine Banken selber sanieren

Aktualisiert am 29.05.2012 16 Kommentare

Der Risikoaufschlag für spanische Staatsanleihen ist so hoch wie noch nie. Gleichzeitig ist die Regierung überzeugt, dass sie für die Rettung ihrer angeschlagenen Banken keine Hilfe aus der EU nötig hat.

Die Bürger sind wütend auf ihre Banken: Ein Spanier protestiert vor dem Hauptsitz der Bankia in Madrid gegen die geplanten Sanierungsmassnahmen. (24. Mai 2012)

Die Bürger sind wütend auf ihre Banken: Ein Spanier protestiert vor dem Hauptsitz der Bankia in Madrid gegen die geplanten Sanierungsmassnahmen. (24. Mai 2012)
Bild: Reuters

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Spanien will die Sanierung seines angeschlagenen Bankensektors ohne EU-Hilfen bewältigen. «Eine europäische Rettungsoperation ist nicht notwendig», sagte die Budgetstaatssekretärin Marta Fernández Currás heute in Madrid. «Der Prozess der Rekapitalisierung der Banken ist angelaufen.» Der Staat werde die Mittel zur Verfügung stellen, die notwendig seien.

Am Freitag war bekanntgeworden, dass die Sanierung der angeschlagenen Grossbank Bankia den spanischen Staat nun eine Rekordsumme von mehr als 23 Milliarden Euro kosten soll. Das teilverstaatlichte Geldinstitut kündigte an, dass es die Madrider Regierung um eine weitere Finanzhilfe von 19,0 Milliarden Euro bitten werde.

Schlimmste Befürchtungen übertroffen

Dies sehe ein Sanierungsplan vor, den die Bank der Regierung unterbreiten werde. Das Unternehmen hatte vor zwei Jahren bereits 4,5 Milliarden Euro aus dem staatlichen Bankenrettungsfonds FROB erhalten.

Der nun nötige Betrag übertrifft bei weitem die schlimmsten Befürchtungen der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Wirtschaftsminister Luis de Guindos war kürzlich davon ausgegangen, dass für die Sanierung des gesamten Bankensystems in Spanien weniger als 15 Milliarden Euro erforderlich seien.

Risikoaufschlag erreicht historische Marke

Das Misstrauen gegenüber dem Euro-Krisenland Spanien wird währenddessen immer grösser: Am heutigen Pfingstmontag stieg der Risikoaufschlag von spanischen zu deutschen Staatsanleihen auf den höchsten Wert seit der Euro-Einführung. Im richtungsweisenden Zehnjahresbereich legte der Aufschlag auf bis zu 508 Basispunkte zu.

Der neue Rekordstand bedeutet: Während Deutschland mit aktuell 1,37 Prozent so wenig Zinsen wie noch nie für zehnjährige Schulden zahlt, muss Spanien mit rund 6,41 Prozent ein Vielfaches dessen und so viel Rendite wie selten zuvor bieten.

Der Höchstwert wurde indes im Herbst 2011 mit etwa 6,7 Prozent erreicht. Seinerzeit sah sich die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen, mit Anleihekäufen und später mit massiven Geldspritzen für die Euroraum-Banken zu intervenieren. (fko/sda)

Erstellt: 28.05.2012, 14:25 Uhr

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16 Kommentare

Heinz Lochmann

28.05.2012, 15:24 Uhr
Melden 44 Empfehlung 0

Spaniens Banken sind mit ca. 800-1100 Mrd € im Bau- und Immobiliensektor involviert.
Es sind ungeheuerliche Summen, die erst langsam zu Vorschein kommen.
Spaniens Vorrgängerregierung erliess ein Gesetz, in dem diese Verbindlichkeiten erstreckt über Jahre bilanziert werden können. Somit sehen wir erst die Spitze des Eisbergs..
Kohl und Waigel haben mit dem €uro ein monetäres Stalingrad geschaffen..
Antworten


Nadine Binsberger

28.05.2012, 15:06 Uhr
Melden 29 Empfehlung 0

Die Troika wird Spanien schon noch "überzeugen", dass es alleine nicht schafft und sich unbedingt helfen lassen MUSS. Irland hat es trotz anfänglichen Widerstands dann doch noch kapiert nach ein paar heftigen "Beratungs"treffen. Die Anleger wollen unbedingt "helfen", auf Teufel komm raus. Denn Problemstaaten sind noch die einzige Hoffnung für Anleger, ein bisschen Kapitalrendite zu bekommen. Antworten



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