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Spanien steht ein schwieriger Kampf bevor

Aktualisiert am 21.05.2012 14 Kommentare

Das Bruttoinlandprodukt wird weiter sinken, kündigt die Regierung an. Hilfe aus dem Ausland werde jedoch nicht nötig sein. Doch noch diese Woche werden EU-Experten nach Madrid reisen.

Ausgang ungewiss: Stierkampf in Madrid. (16. Mai 2012)

Ausgang ungewiss: Stierkampf in Madrid. (16. Mai 2012)
Bild: Keystone

Milliarden für Bankia

Die teilverstaatlichte spanische Grossbank Bankia braucht zusätzliche 7 bis 7,5 Milliarden Euro, um die neuen Auflagen der spanischen Regierung zur Bekämpfung der Branchenkrise zu erfüllen. Die viertgrösste Bank müsse ihre Rücklagen für faule Immobilienkredite aufstocken, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos heute.
Angesichts ihres Kapitalmangels wird sich Bankia nach Angaben der Zeitung «El País» gezwungen sehen, erneut staatliche Finanzhilfe zu beantragen. Bankia hatte bereits 2010 Hilfe aus dem staatlichen Bankenrettungsfonds FROB in Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro erhalten. De Guindos versicherte dennoch, Bankia sei ein lebensfähiges Geldhaus mit einer hohen Liquidität.
(sda)


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Die spanische Wirtschaft findet nach Prognose der Regierung im Frühjahr nicht aus der Rezession. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) werde im zweiten Quartal ähnlich stark sinken wie zu Jahresbeginn, sagte Wirtschaftsminister Luis De Guindos heute in Madrid.

Die spanische Wirtschaft war im ersten Quartal 2012 um 0,3 Prozent zurückgegangen. Bereits im vierten Quartal war das BIP mit dieser Rate geschrumpft.

Keine Hilfe aus dem Ausland nötig

Dennoch hält die Regierung an den Defizitzielen für dieses und das kommende Jahr fest. «Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das Defizit in diesem Jahr auf 5,3 Prozent reduziert wird», erklärte De Guindos. Ziel für 2013 sei es, den Fehlbetrag auf drei Prozent zu begrenzen.

«Es gibt keinen anderen Weg für Spanien, als das Defizit zu senken», bekräftigte Finanzminister Cristobal Montoro. «Die Regionen wissen, dass dies Priorität hat.» Die Regierung hatte am Freitag die Defizitzahlen für 2011 anheben müssen, weil drei Regionen ihre Haushaltsziele verfehlt hatten.

Gleichzeitig will die Regierung den angeschlagenen spanischen Banken nötigenfalls unter die Arme greifen. Hilfe aus dem Ausland werde nicht notwendig sein, versicherte Wirtschaftsminister De Guindos.

Experten reisen nach Madrid

Die erneute Korrektur der Zahlen hat nun die EU auf den Plan gerufen. Experten der Europäischen Statistikbehörde Eurostat sollen in dieser Woche nach Madrid reisen und prüfen, ob die jüngste Revision ausreiche.

Eurostat werde mit dem spanischen Statistikamt zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass «solch ein Problem nicht wieder auftritt», sagte eine Sprecherin der EU-Kommission heute in Brüssel.

Staatlicher Hilfsfonds kommt zum Einsatz

Wenn überhaupt, werde der staatliche Hilfsfonds Frob die Banken mit höherer Liquidität ausstatten. Die Regierung in Madrid hatte den Banken auferlegt, ihre Rücklagen um 30 Milliarden Euro zu erhöhen.

Die Geschäftslage der spanischen Banken wird international misstrauisch beäugt. Insgesamt stehen in ihren Bilanzen Immobilien im Nominalwert von 184 Milliarden Euro, deren Marktwert nach dem Platzen der Immobilienblase 2008 als ungewiss gilt. Am 9. Mai übernahm der spanische Staat das Ruder bei der viertgrössten Bank des Landes, Bankia, indem er zum Mehrheitseigner wurde.

(kle/sda)

Erstellt: 21.05.2012, 16:56 Uhr

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14 Kommentare

Claudio Mennillo

21.05.2012, 19:18 Uhr
Melden 15 Empfehlung 0

Diese Art von "News" lesen wir im 2 Tagestakt praktisch seit ca. 2 Jahren. Einmal ist es Griechenland, dann Italien, dann wieder Griechenland, dann Spanien, dann Portugal usw.. Zwischendurch stuft Fitch oder die anderen irgend etwas oder jemand wieder ab usw...Die Politiker, Oekonomen drehen sich im eigenen Radius. Wie wäre es mit konkreten Lösungen anstatt abstrackten "Durchhalteparolen" ??? Antworten


lucius mayer

21.05.2012, 18:24 Uhr
Melden 14 Empfehlung 0

Die PolitikerInnen und Bankster, DienerInnen des Geldadels, haben den Teuro eingeführt, obgleich die PIIGS vor 1990 unsolide waren. Pleiten Spaniens, Portugals und Italiens kann niemand, auch nicht Deutschland, finanzieren. Frankreich gehört geschichtlich auch zum Weichwährungsblock. Einheitslösungen bekommen dem vielfältigen Europa (und der übrigen Welt) gar nicht. Späte Einsicht ist teuer. Antworten



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