Schweizer Anleger im Goldrausch
Aktualisiert am 09.07.2012 95 Kommentare
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Konfrontiert mit Schuldenkrise, tiefen Zinsen und Ängsten vor Inflation erachten Schweizerinnen und Schweizer laut einer Umfrage Gold als die beste langfristige Geldanlage. Von 1000 befragten Deutsch- und Westschweizern sind 30 Prozent der Meinung, Gold werfe nach einer Laufzeit von mindestens drei Jahren am meisten Gewinn ab, wie der Edelmetallhändler Pro Aurum gestützt auf die Umfrage von GfK Switzerland mitteilte.
Dahinter folgen Aktien mit 18 Prozent, Fondsanteile mit 13 Prozent und Obligationen mit 10 Prozent. Die Umfrage zeige eindeutig, dass Gold nach wie vor eine zentrale Rolle als «krisen- und inflationssichere Anlage» einnehme, erklärte Pro Aurum. Bei Aktien, Anleihen oder Zertifikaten schienen Investoren das Risiko eines Komplettausfalls zu befürchten.
Versorgungsengpässe
Im ersten Quartal 2012 sei die Kundennachfrage bei Pro Aurum zwar noch zurückgegangen. Seit April nehme sie wieder spürbar zu und sei wieder so hoch wie in der zweiten Jahreshälfte 2011. Teils sei es bei Banken zu Versorgungsengpässen gekommen.
Pro Aurum habe den Online-Handel zwei Mal wegen Überlastung unterbrechen müssen, sagte Pro-Aurum-Geschäftsleiter Robert Hartmann vor den Medien in Zürich. Das Unternehmen wurde 2003 in München gegründet und zählt heute zu den grössten Edelmetallhändlern im deutschsprachigem Raum. Es verfügt auch über Niederlassungen in Zürich und Lugano.
Jeder Achte besitzt Gold
Gemäss der Umfrage besitzen inzwischen 13 Prozent der Schweizer Goldbarren oder Goldmünzen. Deutlich höher sind die Anteile aber bei den Anlagekategorien Kontokorrent (37 Prozent), Lebensversicherung (32 Prozent) und Immobilien (30 Prozent). Auch Aktien (22 Prozent), Fondsanteile (21 Prozent) und Festgeld (14 Prozent) liegen noch vor Gold. In der Deutschschweiz ist der Anteil der Gold-Anleger (15 Prozent) fast doppelt so gross wie in der Romandie (8 Prozent).
Die Schweizer Kunden seien wegen der Euro-Krise gekommen, sagte der Geschäftsführer von Pro-Aurum-Schweiz, Rene Buchwalder. Selbst der Goldhändler warnt, auch bei Gold werde eine Preisblase kommen. Es habe aber noch keine Krise Gold als Wertaufbewahrungsmittel zerstören können. Gold werfe zwar keinen Zins ab, es eigne sich aber zum diversifizieren und schützen des Vermögens.
Goldfranken soll den Franken ergänzen
Der Verein Goldfranken propagiert gar die Idee, neben dem Franken eine zweite Goldmünzwährung zu schaffen. Der Münzsatz mit Goldgehalt soll es Sparern mit kleinem Budget ermöglichen, Geld anzulegen und in Krisenzeiten den Frankenkurs zu stabilisieren.
Der Verein bereitet eine entsprechende Volksinitiative vor, lanciert sie aber noch nicht, wie er Mitte Juni mitteilte. Er stützt sich auf eine Parlamentarische Initiative aus der SVP-Fraktion für die Prägung von für «jedermann erschwinglichen» Goldmünzen. Die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrates hatte diese Initiative im Mai abgelehnt. Die Mehrheit war der Ansicht, dass Kleinsparer genügend Möglichkeiten hätten, Gold zu erwerben. Nach Angaben des Vereins soll die Initiative im Herbst im Parlament beraten werden.
Rekordstand im September
Der Goldpreis hat im vergangenen September einen Rekordstand von über 1900 Dollar pro Feinunze erreicht. Danach folgte eine Korrektur nach unten, dümpelte Mitte Mai gar auf 1535 Dollar. Derzeit liegt der Preis mit knapp 1600 Dollar auf dem Stand von Anfang Jahr. (kpn/sda)
Erstellt: 09.07.2012, 19:49 Uhr
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95 Kommentare
Erfreulich, dass so viele Schweizer Gold besitzen, so gibt es im Land immerhin etwas Vermögen für einen Neuanfang, falls das Vabanquespiel der SNB schiefgeht...
(Jetzt kommt dann gleich Frau Binswanger und sagt, dass man mit Gold nichts produzieren kann. Korrekt, aber wenn der CHF mit dem EUR den Bach runter geht, werden wir trotzdem froh sein, wenn es im Land etwas Gold als Tauschmittel gibt!)
Antworten
Immerhin haben ein paar bereits Gold, es sollte aber eigentlich jeder 5-10% in physisches Gold anlegen. Noch ist es nicht zu spät. Zum Glück gib es heute mehr Informationsmöglichkeiten, insbesondere auch das Internet. Früher konnte die Anti-Gold Propaganda von Regierungen, Banken etc. funktionieren, heute geht das nicht mehr so einfach. Alle 60-80 Jahre verbläst es die Papierwährungen, daher Gold. Antworten
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