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Schweiz könnte im Winter in die Rezession schlittern

Aktualisiert am 10.12.2011 19 Kommentare

Das Wirtschaftswachstum ist fast zum Stillstand gekommen. Aymo Brunetti, der abtretende Chefökonom des Bundes, schliesst nicht aus, dass die Schweiz über den Winter gar in eine Rezession gerät.

Die BIP-Prognosen im Überblick

Die BIP-Prognosen im Überblick


BIP-Prognose

Quelle: sda


«Kein weiteres Konjunkturpaket nötig»: Aymo Brunetti. (Archivaufnahme) (Bild: Keystone )

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Einen schweren Einbruch erwartet das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) nicht, aber es könnte zu einer leichten Kontraktion der Wirtschaftsleistung kommen. Im dritten Quartal 2011 habe es eine konjunkturelle Abschwächung gegeben, sagte Aymo Brunetti im Interview mit der «Aargauer Zeitung». «Und über den Winter ist es durchaus denkbar, dass wir zwei negative Quartale erleben werden.» Gesamtwirtschaftlich gesehen stehe die Schweiz indes noch gut da.

Einen tiefen Einbruch der Wirtschaftsleistung mit stark steigender Arbeitslosenquote sagten die jetzigen Prognosen nicht voraus, hielt Brunetti fest. Die Schweiz brauche auf dieser Grundlage kein weiteres Konjunkturpaket. Mit der antizyklischen Finanzierung der Arbeitslosenversicherung und der Schuldenbremse gebe es gut ausgebaute automatische Stabilisatoren.

Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft hat sich deutlich verlangsamt. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal noch um 0,2 Prozent zu. Das ist der tiefste Wert seit dem zweiten Quartal 2009, als sich die Wirtschaft in der Rezession befand und das BIP schrumpfte.

«Rechnen nicht mit Worst-Case-Szenarien»

Zu den Entwicklungen in der Eurozone sagte Brunetti: «Wir rechnen nicht mit Worst-Case-Szenarien. Das heisst, wir gehen davon aus, dass man für die Eurozone eine Lösung finden wird.» Sollte dies nicht der Fall sein, wäre dies «wirklich eine Katastrophe».

Denn die Finanzinstitute in Europa seien unterkapitalisiert und von der Finanzkrise noch geschwächt. «Staatsbankrotte könnten zu einer massiven Bankenkrise führen. Und das unter schlechteren Voraussetzungen als 2008. Denn die Staatskassen sind leer.»

Wichtig war laut Brunetti der Entscheid der Nationalbank im September, einen Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro festzusetzen. «Auch ich wäre froh, wenn der Frankenkurs bei 1.30 oder höher läge», sagte er. Über die Höhe der Untergrenze müsse aber die Nationalbank entscheiden. (rub/sda)

Erstellt: 10.12.2011, 13:16 Uhr

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19 Kommentare

Andres Müller

10.12.2011, 13:56 Uhr
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Die Arbeitslosenversicherung erhielt dieses Jahr eine Gesetzesrevision welche einen Leistungsabbau vor allem bei Jungen, Alten und Invaliden einführte, sowie längere Wartezeiten. Von antizyklischem Ausbau kann keine Rede sein, es gab eine Abbau just in dem Moment wo der schnell steigende Frankenkurs hätte zur Vorsicht ermahnen sollen. Solche Leute wie Brunetti sind als Sandmännchen tätig. Antworten


Carlo Schnydrig

10.12.2011, 14:52 Uhr
Melden 29 Empfehlung

Abgänge von Chefökonomen des Bundes werden neuerdings mit "Kann- oder Vermutungsartikeln" bekanntgegeben. Statt einem konjukturbedingten Leistungsausbau für Arbeitslose werden Kürzungen beschlossen und gleichzeitig Angriffe auf PK, AHV etc. gestartet. Gleichzeitig werden Millionen ins Ausland verfrachtet und der EU angeboten. Eine anständige Politik zum Wohl des Bürgers ist nicht mehr inn! Antworten



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