Schlechtestes Börsenjahr seit 1974

Aktualisiert am 30.12.2008

Die Schweizer Börse hat das Jahr mit einer zuversichtlichen Note beendet: Der SMI verbesserte sich um gut ein Prozent. Im Vorjahresvergleich stürzte der Leitindex aber um 35 Prozent ab. 2008 war eines der schwärzesten Börsenjahre.

Das neue Jahr kann nur besser werden: Die Schweizer Börse in Zürich.

Das neue Jahr kann nur besser werden: Die Schweizer Börse in Zürich. (Bild: Keystone)

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Heute Dienstag zeigten die Kurse an der Schweizer Börse zwar leicht aufwärts. Das Börsenjahr geht aber dennoch als eines der schlechtesten in die Geschichte ein. Mehr als ein Drittel der Titel büsste 2008 über die Hälfte ihres Werts ein. Der Swiss Market Index (SMI), der die Entwicklung der zwanzig grössten und liquidesten Aktientitel der Schweiz widerspiegelt, büsste im Laufe des Jahres 35 Prozent ein. Zählte der Index Anfang Jahr noch 8421 Punkte, belief er sich heute Abend gerade noch auf 5534 Punkte.

Im November bewegte er sich zwischenzeitlich sogar nur knapp über der 5000-Punkte-Marke. Dass noch vor anderthalb Jahren darüber gerätselt wurde, wann der SMI wohl die magische Grenze von 10'000 knackt, klingt aus heutiger Sicht schon fast wie ein Witz.

Ein Blick zurück zeigt allerdings, dass 2008 nicht das schwärzeste Börsenjahr war. 1998, als der SMI innert weniger als 3 Monaten rund 40 Prozent einbüsste, wurden die Verluste wesentlich schneller eingefahren als heuer. Allerdings erholte sich die Börse damals auch schneller wieder. Und 2003, als der SMI noch etwas mehr als 3600 Punkte zählte, waren im über zwei Jahre dauernden Tauchgang über die Hälfte der Punkte verloren gegangen. So desolat ist die Lage in der gegenwärtigen Krise aber noch nicht: Seit Sommer 2007 ist der SMI erst um rund 40 Prozent eingebrochen.

Grösster Kursanstieg

2008 wird aber dennoch in die Börsengeschichte eingehen, da die Börse zuvor erst 1931 und 1974 innerhalb eines Kalenderjahres so grosse Verluste verzeichnen musste. Zudem kam es dieses Jahr an rund zehn Tagen zu Kursauschlägen von über fünf Prozent. Am 10. Oktober war der SMI um fast acht Prozent und damit so stark gefallen wie seit rund 20 Jahren nicht mehr. Dagegen verbuchte er mit einem Plus von knapp elf Prozent am 13. Oktober den grössten Kursanstieg an einem Tag. In die Geschichte eingehen dürften auch andere statistische Werte, wie etwa jener, dass über ein Drittel der an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen seit Januar mehr als die Hälfte ihres Börsenwerts eingebüsst haben.

Einsamer Gewinner

Von den dreissig grössten und liquidesten Titeln am meisten an Wert verloren haben dabei die Aktien des Industriekonzerns OC Oerlikon, die rund 85 Prozent weniger kosten als Anfang Jahr. Weit oben auf der Negativrangliste der grössten Kursbussen sind auch der Erdölverarbeiter Petroplus (-75 Prozent), der Lebensversicherer Swiss Life (-73 Prozent) und die von der Krise geschüttelte Grossbank UBS (-68 Prozent). Hart getroffen hat es unter den Finanzinstituten auch die CS (-58 Prozent) und Julius Bär (-57 Prozent).

Unter den 30 grössten börsenkotierten Unternehmen findet sich gerade einmal ein Unternehmen, deren Börsenwert 2008 stieg. Dabei handelt es sich um das Pharmaunternehmen Actelion, welches das Jahr mit einem Plus von knapp 15 Prozent beendete. Die Pharma- und Chemiekonzerne scheinen ohnehin glimpflicher davon gekommen zu sein: Novartis (-14 Prozent) und Roche (-15 Prozent) haben relativ wenig an Wert verloren, aber auch Lonza (-28 Prozent), Clariant (- 30 Prozent) und Syngenta (-30 Prozent) schlugen sich vergleichsweise wacker. Ähnliches gilt auch für die im Lebensmittelgeschäft tätigen Nestlé (-19 Prozent) und Givaudan (-22 Prozent).

Kleine Banken im Plus

Von allen rund 230 an der Schweizer Börse kotierten Unternehmen haben nur gerade 15 ihren Börsenwert steigern können. Dazu gehören mit Valiant, der Hypo Lenzburg und vier Kantonalbanken auch sechs Finanzinstitute, die offensichtlich von der Krise bei den Grossbanken profitieren konnten. Ihren Wert am meisten steigern konnten 2008 aber der Generikahersteller Acino (ehemals Schweizerhall, (+43 Prozent) und das Medizinaltechnikunternehmen Card Guard (+41 Prozent). Nicht einmal mehr 5 Prozent ihres Werts von Anfang Jahr hat dagegen das Biotechnologieunternehmen Arpida. (vin/sda/ap)

Erstellt: 30.12.2008, 19:28 Uhr

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