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Putin: «Wir sitzen alle im selben Boot»

Aktualisiert am 28.01.2009

Geregelte Globalisierung statt grenzenlose Gier: Das WEF in Davos hat mit Aufrufen für eine verantwortungsvolle Neugestaltung der Finanz- und Wirtschaftswelt begonnen.

Für eine neue Wertediskussion: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin.

Für eine neue Wertediskussion: Bundespräsident Hans-Rudolf Merz und Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin.
Bild: Keystone

Bundespräsident Hans-Rudolf Merz ermunterte die Teilnehmer des Wirtschaftsgipfels zum Auftakt zu einer neuen Wertediskussion. Wachstum müsse durch Nachhaltigkeit und Qualität unterlegt sein. Forumsgründer Klaus Schwab drückte seine Hoffnung auf, Davos möge ein Sanatorium für die Wirtschaft sein. Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin stellte in der offiziellen Eröffnungsansprache fest, die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise habe sich in ungeahntem Rekordtempo verbreitet und längst alle Länder erfasst. Eine Kurskorrektur sei vonnöten, dabei sei aber ein gemeinsames Vorgehen von zentraler Bedeutung.

Eine Flucht in Isolationismus und Protektionismus wäre verhängnisvoll, mahnte Putin: «Wir sitzen alle im selben Boot.» Der russische Regierungschef warb - wie zuvor Merz - für ein Gleichgewicht zwischen staatlichen Eingriffen und den Marktmechanismen. Putin sprach sich zudem für eine Stärkung der Realwirtschaft und für eine Bändigung der virtuellen Ökonomie der Finanzmärkte aus. Die künftige Weltwirtschaft müsse« eine Wirtschaft der reellen Werte sein», und sie müsse allen Ländern den Zugang zu den lebenswichtigen Ressourcen gewährleisten.

Debatten und Proteste

Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs werden zum diesjährigen WEF im Bündner Kurort erwartet, zudem so viele Wirtschaftsführer wie noch nie. Insgesamt wollen mehr als 2500 Menschen aus fast 100 Ländern bis Sonntag erörtern, «wie man die Welt nach der Krise gestalten könnte». Der Anlass stösst auch dieses Jahr auf vehemente Kritik. WEF-Gegner planen Kundgebungen in mehreren Städten. Bereits am Mittwoch riefen rund 200 Tibeter in Davos den chinesischen Premier Wen Jiabao zu einer Kursänderung in der Tibet-Politik auf. In Basel fanden sich am Abend gut 100 WEF-Gegner zum Protest gegen den «Tanz der Vampire, Ausbeuter und Kriegstreiber» ein. (vin/sda)

Erstellt: 28.01.2009, 19:30 Uhr

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