Wirtschaft
Oberster europäischer Banker: «Alles muss sich ändern»
Aktualisiert am 20.02.2009 26 Kommentare
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«Alles muss sich ändern», sagte Jean-Claude Trichet am Freitag vor Journalisten in Paris. Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise habe gezeigt, dass das ganze System «zu zerbrechlich und nicht widerstandsfähig genug ist», sagte Europas oberster Währungshüter.
«Wir müssen - mit aller Geduld und ohne schnelle Lösung - ein globales System aufbauen», das gegenüber Schocks und Schwankungen widerstandsfähig sein müsse, fügte er hinzu. Die Marktteilnehmer müssten ihre Denkweisen ändern, da «für unmöglich gehaltene Ereignisse schliesslich doch möglich waren».
Abschwung beschleunigt sich
Er habe die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos schon im Januar 2007 gewarnt, sich auf eine «wichtige Korrektur» vorzubereiten. Die erste Hälfte des nicht normalen Anstiegs der Spannungen, von August 2007 bis Mitte September 2008, sei noch erwartet worden, sagte Trichet. Doch dann, ab Mitte September, habe sich die Krise mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers jenseits aller Erwartungen intensiviert.
Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass sich der Wirtschaftsabschwung in der Eurozone in den ersten Februarwoche weiter beschleunigt hat. Der als Konjunkturindikator herangezogene Einkaufsmanager-Index PMI fiel von 42,2 Punkte im Januar auf nunmehr 38,9 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1998. (se/ap/)
Erstellt: 20.02.2009, 11:56 Uhr
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26 Kommentare
Der Fehler liegt nicht darin, dass es zuviel Kapitalismus gibt, sondern zuviel Sozialismus in dem System, wie sonst hätte der Staat so eingreifen können und wieso sonst, schreien jetzt alle nach dem Staat? Sie wussten es alle, dass er helfen muss – ein Symptom dieses sozialistischen Einflusses – dass der Kapitalismus nun drunter leider, ist kompletter blödsinn; die soziale Seite hat verloren. Antworten
Werden denn die "Weissbuch" -Schreiber und Gestalter, alle die, die neoliberale Wirtschaft uns auftischten und ein Sammelsurium der fantasievoller Finanzwelt und riesigen Gewinnen dank den Hebelprodukten vorgaukelten, endlich Mal entlassen und zum Mond geschickt? Die Herren Kurer, Ospel und Rohner tischen uns Märchen auf und kaum jemand nimmt diesen lustigen Herren ihre Märchen ab. Antworten
Erst wenn sich die Mentalität in den Führungsetagen ändert, kann auch das Finanzsystem umgekrempelt werden. Aber die meisten 'Big Players' sind aus genau einem Grund in den Führungsetagen: um Geld - viel Geld - zu machen. Also wird sich die Mentalität nicht ändern. Ergo bleibt alles beim Alten. Gier behütet Gier, so einfach ist das. Antworten
geld sollte in zukunft vielleicht ein verfallsdatum haben!denkt mal nach....ich bin ueberzeugt das waehre ein teil der loesung fuer ein faires globales finanzsystem.der bauer kann sein produckt auch nicht beliebig lange horten ,sonst vegammellts. Antworten
«Wir müssen - mit aller Geduld und ohne schnelle Lösung - ein globales System aufbauen», das gegenüber Schocks und Schwankungen widerstandsfähig sein müsse..... gut gesagt, auch muessen unbedingt bessere Kontrollen eingefuehrt werden die das kriminelle Element und die Scharlatans vom Finanzplatz fernhaelt . wie hat man uns damals schon gelernt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser Antworten
Vor dieser Katastrophe haben die Globalisierungskritiker schon Ende der Neunzigerjahre gewarnt- und wurden in Genua seinerzeit von der italienischen Polizei gnadenloss zusammen geknüppelt. Heute ist die Globalisierungskritik offenbar salonfähig geworden: Das System kasteit sich selbst, wer hätte das gedacht! Aber zwischendurch mussten sich Kritiker als Marxisten und Neidhalmmel beschimpfen lassen! Antworten
Herr Trichet, sind sie etwa eine verkappte Kommünist? Wenn Sie ein neues robustes und widerstandsfähiges System fordern, dann bitte ich Sie, uns etwas mehr Details zu liefern. Ich glaub' nicht, dass wir hier ein systemisches Problem, sondern eher ein menschliches haben, es ist dies die Macht in den falschen Händen, in den Händen der Raffgierigen anstatt der Verantwortungsvollen & Vernünftigen. Antworten
Je totalitärer die Lösung und umfassender das System, umso umfassender (weil systemischer) wird die nächste Krise sein. Halten wir das System so flexibel, dass kleinere Elemente ausfallen (z.B. konkurs gehen) können, ohne gleich das Ganze zu gefährden. Antworten
es braucht vor allem mehr transparenz. es darf nicht mehr sein, dass einem realen geldwert bis zu 10 "strukturierte produkte", im klartext, rein virtuelle werte angehängt werden, deren einziger zweck die völlig künstliche aufblähung der bankgeschäftsvolumina und insbesondere der daran gekoppelten banker-boni ist. und wenigstens die wichtigsten obersten posten sind mit besseren leuten zu besetzen. Antworten
Hr Trichet, Sie sollten auf Vaclav Klaus hören, der vor dem europäischen Parlament gesagt hat: Nicht das System habe versagt, sondern die politische Manipulation der Märkte. Das damit einhergehende Einbahndenken verschlimmert die Einsicht. Unerträglich, mehrere Abgeordnete haben denn auch den Parlamentssaal verlassen. Demokratie, eine leere Hülse? Antworten
Das Weltfinanz- und Geldsystem ist am Ende. Wenn ich aus Nichts Geld schaffen kann und dann noch Zinsen für das , was gar nicht existiert kriege,ist das kein Wunder. Madoff, Stanford und Konsorten lassen grüssen! Die Banken die reinste Ponziladenkette!!! Antworten
In den WK's habe ich gelernt das wir Soldaten im Kriegsfall möglichst rasch unser eigenes unfähiges Kader ausschalten müssten, damit das Land vor einer feindlichen Besetzung geretten werden könnte. Die Finanzkrise erforderte nun etwas ähnliches, in Schönwetterphasen konnten wir es uns noch leisten, Schönschwätzer und Filzokraten die Führung der Nation zu überlassen, das ist nun vorbei. Antworten
Bürgerliche Traditionalisten wie ich haben nun def. ausgedient. Momentan werden wir von links/grün überrant . Ist mir eigentlich nur noch Wurst was passiert: Ob die UBS pleite geht, Bankgeheimnis bachab, ja sogar ob wir in die EU gehen ist mir egal. Wenigstens hört dann alles endlich auf und "we are Borg" (= alle eine Einheit). Jedenfalls brauch ich mein Stimmrecht nicht mehr, das nützt nix me Antworten
Einige Menschen haben das Glück, in ihrem Leben Mio./Mia. zu verdienen, aus unserer Gesellschaft zu pressen und finden es für nötig, ihr Geld dank Bankgeheimnis auch noch an der Steuer vorbei zu mogeln. Sie degenerieren zu erbärmlichen Krämerseelen und die Banken zu mafiaähnlichen Organisationen. Ein Hohn für jeden ehrlichen Steuerzahler! Nicht nur in der Schweiz. Es ist grässlich, was nun folgt.. Antworten
na endlich......... sie kommen nicht drumrum, dieses Flickwerk von Milliarden an bankrotten Unternehmen stinkt ja bis zum Himmel gscheiter in die Wirtschaft gepumpt, aber Banker sind nun mal Banker und schliesslich muss man sich Hilfe leisten nicht wahr. Das alles läuft jetzt aber nicht mehr, dieses Systems ist ausgehebelt, man nennt das "Natural Law" oder Naturgesetz. Antworten
Gar nichts wird sich ändern. Die Banker der Zukunft werden sich wie heute aufführen, werden sich "Topshots" nennen und sich gebärden, als stünden sie in der Wertschöpfungskette zuvorderst. Der einzige Unterschied wird sein, dass sie sich mit Millionensalären nicht mehr zufriedengeben werden, sondern frech und laut Milliardensaläre als nicht verhandelbares Menschenrecht einfordern werden. Antworten
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Walter Kunz
Eigentor ! Ist es nicht die EU selber die den freien Geld.- und Kapitalverkehr in den höchsten Tönen propagiert. Scheinbar auch nicht das Gelbe vom Ei. Antworten