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Nachfragedruck bei Hypotheken

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 12.10.2010 13 Kommentare

In den Agglomerationen Zürich und Genf werden extrem hohe Preise für Immobilien bezahlt. Eine Blase droht laut Experten dennoch nicht. Die Schuldner wappnen sich vor einem Zinsanstieg in den nächsten Jahren.

Eigentumswohnungen werden für 5 bis 6 Millionen Franken gehandelt: Neubausiedlung in der Nähe von Zürich.

Eigentumswohnungen werden für 5 bis 6 Millionen Franken gehandelt: Neubausiedlung in der Nähe von Zürich.
Bild: Keystone

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Laut dem Internetvergleichsdienst Comparis sind die Hypothekarzinsen im letzten Quartal weiter gesunken: Von durchschnittlich 3,1 Prozent im zweiten Quartal auf 2,8 Prozent im dritten bei zehnjährigen Festhypotheken und von 2,3 Prozent auf 2,1 Prozent bei fünfjährigen. Andere angefragte Immobilienprofis berichten dagegen von bereits wieder steigenden Sätzen.

Lorenz Heim vom Vermögenszentrum sagt, die Zinsen für lange Laufzeiten hätten ihren Tiefpunkt im August gesehen und hätten seither sogar wieder leicht zugelegt. Martin Scherrer, Bankexperte von Comparis, präzisiert, dass auch seine Daten den Tiefpunkt der Zinsen im August orten. Über das ganze Quartal gesehen habe das dennoch zu der vermeldeten Reduktion der Zinsen geführt.

Beim Vermögenszentrum beobachtet man ausserdem Zinssätze, die von den Comparis-Daten deutlich nach unten abweichen. So liege der Durchschnitt für zehnjährige Hypotheken bei tatsächlichen Abschlüssen bei 2,6 Prozent, während sich die Bandbreite von 2,3 bis 2,8 Prozent erstrecke. Comparis dagegen stützt sich bei den eigenen Angaben auf Richtpreise der Banken ab.

Tendenz zu längeren Laufzeiten

Laut Comparis ist ausserdem die Nachfrage nach Libor-Hypotheken zurückgegangen, während Kunden vermehrt auf langfristige Festhypotheken setzen würden. Nur die zweite Entwicklung bestätigen andere Marktbeobachter: Die steigende Nachfrage nach längeren Laufzeiten. Ein Rückgang der Libor-Hypotheken, die eng an die Entwicklung der Kurzfristzinsen (den Dreimonats-Libor) gebunden sind, sehen sie nicht. Die letzten Daten seiner Bank zeigen eine weiterhin geringfügig steigende Nachfrage nach diesen Hypotheken, sagt Marco Salvi, Immobilienökonom bei der Zürcher Kantonalbank. Bei Zinsänderungen durch die Schweizerische Nationalbank werden die Schuldner von Libor-Hypotheken eine deutliche Verteuerung ihrer Kosten hinnehmen müssen.

Wenig geändert hat sich gemäss den Marktbeobachtern an der Preisfront. Sie bestätigen das alte Bild. Vor allem in den Regionen Zürich und Genf werden Immobilien angesichts einer anhaltend starken Nachfrage zu überdurchschnittlich hohen Preisen gehandelt. Lorenz Heim vom Vermögenszentrum weiss von Eigentumswohnungen, die in der Umgebung von Zürich für 5 bis 6 Millionen Franken gehandelt wurden. In anderen Regionen der Schweiz kann es dagegen vorkommen, dass sich kaum Käufer finden lassen. Von einer Immobilienblase könne bisher nicht die Rede sein, wird reihum bestätigt. Laut Berechnungen des Beratungsunternehmens IAZI kostete Wohneigentum im dritten Quartal nur 0,4 Prozent mehr als im Vorquartal.

Realzinsen sind nicht extrem tief

Allerdings ist nach Meinung der Fachleute auch nicht mit einem Preiszerfall zu rechnen. Die Nachfrage bleibt stark, solange die Zinsen so tief bleiben. Marco Salvi von der Zürcher Kantonalbank glaubt, dass die Entwicklung auf den Märkten sich insgesamt dennoch fundamental gut begründen lasse. Auch die Zinsen seien historisch nicht so dramatisch tief, wie das auf den ersten Blick scheine. Relevant seien nicht die Nominalzinsen, sondern die Realzinsen. Letztere ergeben sich, wenn man von den Nominalzinsen die Inflation in Abzug bringt. Die liegt momentan praktisch bei null. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.10.2010, 15:22 Uhr

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13 Kommentare

Patrick Ryf

12.10.2010, 16:21 Uhr
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Solange die Banken fähig und willens sind, den Markt mit viel Kredit zu versorgen, geht die Party weiter. Wenn durch die Finanzkrise die Kredit-Blase platzt, wird es nur noch sehr wenige Käufer, mit sehr wenig Kapital geben und die Preise werden massiv sinken. Bei einer Kredit-Kontraktion, ist nicht die Frage, zu welchem Zinssatz man den Kredit erhält, sondern ob man überhaupt einen Kredit erhält. Antworten


Dieter Wundrak-Gunst

12.10.2010, 16:29 Uhr
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Vor 20 Jahren argumentierte man so wie hier in diesem Kommentar. Auch damals waren die Zinsen relativ tief. Und Geld musste ja verdient werden. Betreffend Kongruenz der Fälligkeiten schaute man einfach weg. Heute sagt man, dass man alles mathematisch besser in den Händen hat. Das sagte man ja auch zu den Ramschpapieren. Ich wünsche niemanden einen Absturz. Nur wissen tut es keiner, so sage ich es. Antworten



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