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Merkel und Sarkozy wollen jetzt Tempo machen

Aktualisiert am 02.11.2011 21 Kommentare

Nach dem Paukenschlag in Athen wollen die internationalen Geldgeber heute in Cannes die Lage beraten. Für Ministerpräsident Papandreou dürfte es ungemütlich werden.

Die Geldgeber fordern ein rasches Referendum: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy im Gespräch mit Giorgos Papandreou. (Archivbild)

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Bild: Keystone

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Deutschland und Frankreich fordern die griechische Regierung dazu auf, die geplante Volksabstimmung über das Rettungspaket rasch abzuhalten. Die Zeit bis zum Referendum dürfe weder für Griechenland noch für die Eurozone eine verlorene Zeit sein, hiess es heute Mittwoch aus Berlin.

«Das können wir uns in dieser internationalen Situation nicht leisten», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der französische Europaminister Jean Leonetti forderte die Regierung in Athen ebenfalls auf, die Volksabstimmung «so schnell wie möglich» durchzuziehen.

Weiteres Vorgehen unsicher

Wegen der Volksabstimmung ist auch der Fahrplan für die bereits genehmigte Auszahlung von acht Milliarden Euro an Griechenland unsicher. «Die Tranche ist noch nicht ausgezahlt», sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums. «Wie jetzt weiter vorzugehen ist, muss man schauen.»

Es bestehe aber kein Zeitdruck, weil Griechenland auch ohne dieses Geld bis Mitte Dezember zahlungsfähig bleibe. Die Finanzminister der Euroländer würden sich bei ihrem Treffen am kommenden Montag mit diesem Thema befassen.

Papandreou in Cannes unter Druck

Papandreou hat derzeit nichts zu lachen: Daheim zunehmend politisch isoliert, muss er heute Abend in Cannes seinen internationalen Geldgebern Red und Antwort stehen. Auf dem kurzfristig angesetzten Krisengipfel an der Côte d'Azur soll sich Athen abermals zu seinen Sparversprechen bekennen, über die Papandreou seine Landsleute abstimmen lassen will.

Ob der griechische Premier bei dem Treffen von seinem Finanzminister Evangelos Venizelos unterstützt wird, ist noch unklar. Nach einer Behandlung wegen eines entzündeten Blinddarms hat Venizelos die Klinik zwar wieder verlassen. Einen Tag nach seiner Aufnahme im Krankenhaus sei Venizelos nach Hause zurückgekehrt, um sich zu erholen, wie die Agentur AFP berichtet. Ob er gemeinsam mit Regierungschef Papandreou zu dem kurzfristig angesetzten Krisentreffen nach Cannes reisen könne, sei aber unklar. Venizelos hatte sich am frühen Dienstagmorgen wegen Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus begeben. Der 54-Jährige steht wegen der Finanz- und Schuldenkrise Griechenlands seit Wochen unter erheblichem Druck.

Unruhige Börsen

Die Finanzmärkte blieben derweil nach den Schockwellen des Vortages unter Spannung: Frühe Gewinne am Aktienmarkt gingen bis zum Mittag verloren. Der SMI startete heute Mittwoch mit rund einem halben Prozent im Plus, stand kurz nach 13 Uhr mit 0,08 Prozent indes bereits wieder im Minus.

Auch die gestern Dienstag arg gebeutelten Finanztitel schafften es nicht, die Verluste des Vortages aufzuholen. Die Aktie der Grossbank CS stand im gleichen Zeitraum lediglich 1,02 Prozent im Plus auf 23,74 Franken. Gestern hatte das Papier 8,2 Prozent eingebüsst. UBS-Aktien notierten nach dem gestrigen Einbruch von 4,9 Prozent heute kurz nach 13 Uhr bei 10,76 Franken und damit 0,94 Prozent höher. (ami/sda)

Erstellt: 02.11.2011, 15:37 Uhr

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21 Kommentare

Andy Bissig

02.11.2011, 15:38 Uhr
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Griechenland ist bankrott, das weiss das Deutsche Volk und auch die Griechen schon lange. Vom ganzen Rettungsschirm sieht der Grieche genau nichts, das geht alles an korrupte Banker. Deshalb ist die Volksabstimmung genau richtig. Wer High-Risk Kredite vergiebt soll nicht vom Steuerzahler gerettet werden. Good buy Banksters, bitte eine Option loesen fuer die Parkbank Antworten


Oliver Burkardsmaier

02.11.2011, 16:21 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Etwas unglücklich ist schon, dass die Referendumsidee so plötzlich und unabgestimmt kam. Da verstehe ich die erste Reaktion von merkel, Sarkzy et al. Aber die Legitimation wird ja nciht in Frage gestellt. Ich fände es aber gut, wenn die europäische Politik sich endlich aus dem Würgegriff der Zocker befreien und mehr auf die Bedürfnisse der Bürger achten würde als auf die Panik der "Märkte". Antworten



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