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Lagarde hebt den Mahnfinger Richtung USA

Aktualisiert am 03.07.2012 22 Kommentare

Im IWF wächst die Angst um die USA: Der Streit um die Steuerpolitik und ein mögliches Übergreifen der Eurokrise liessen die Wirtschaft auf wackligen Beinen stehen. Eindringliche Worte an Obama folgten bereits.

Auch Deutschland sei vor der Gefahr einer Schuldenkrise nicht gefeit: IWF-Chefin Christine Lagarde.

Auch Deutschland sei vor der Gefahr einer Schuldenkrise nicht gefeit: IWF-Chefin Christine Lagarde.
Bild: Keystone

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Chronologie der Eurokrise

Chronologie der Eurokrise
Europas Wirtschaft weht noch immer ein rauher Wind entgegen. Ausser Deutschland sind bereits alle grossen EU-Länder in den Sog der Schuldenkrise geraten.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor einem Übergreifen der europäischen Schuldenkrise auf volkswirtschaftliche Schwergewichte wie Deutschland und die USA. Sollte sich die finanzielle Schieflage weiter verschärfen oder das weltweite Wirtschaftswachstum verringern, wäre speziell Deutschland besonders krisenanfällig, teilte der IWF in einem vorgestellten Bericht mit. Trotz der Schuldenkrise habe sich die deutsche Wirtschaft aber bisher «beeindruckend» entwickelt, hiess es in dem Bericht. Den USA stellte der IWF ein weniger positives Zeugnis aus.

Im ersten Quartal 2012 habe die deutsche Wirtschaft angetrieben durch grosse Nachfrage im Ausland und ein starkes Konsumwachstum wieder deutlich zugelegt, teilte der IWF mit. Damit seien die Voraussetzungen gegeben, dass auch die Binnennachfrage steige und sich die deutsche Wirtschaft weiter erhole. Dazu würden auch die niedrige Arbeitslosenquote und gestiegene Gehälter beitragen. Angesichts dieser Daten erwarte man, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2012 um ein Prozent wachse, 2014 um 1,4 Prozent.

Weniger Wachstum in den USA

Weniger gut fällt die Prognose für die USA aus. Die IWF-Experten rechnen für das Jahr 2012 mit einem vergleichsweise bescheidenen Wachstum von zwei Prozent, für 2013 mit 2,3 Prozent. Sorgen um ein Übergreifen der europäischen Schuldenkrise auf die USA und der interne Streit um die Steuerpolitik des Landes stellten für die Wirtschaft des Landes ein besonderes Risiko dar, teilte der IWF mit.

Auch Deutschland sei vor den Gefahren der Schuldenkrise nicht gefeit, sagte der Leiter der Deutschland-Mission beim IWF, Subir Lall. Die Bundesrepublik sei eine der offensten der grossen Volkswirtschaften und deshalb auch bei Entwicklungen in der Eurozone und in anderen Ländern besonders anfällig, heisst es in dem Bericht nach den sogenannten Artikel-IV-Konsultationen des IWF.

Diese Gefährdung von aussen treffe vor allem auf den deutschen Bankensektor zu, sagte Lall. Einige der Geldhäuser seien zu sehr mit Märkten am Rande der Währungsunion verbunden oder hätten grosse Derivat-Portfolios, die besonders zum Risiko beitragen würden, heisst es in dem IWF-Bericht. Die Kontrolle und Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Bankengeschäften müsse deshalb verbessert werden. Unter anderem forderte Lall auch mehr Fortschritt bei der Neuausrichtung der Landesbanken. Sie müssten nach dem Verlust ihrer traditionellen Rolle mit einem neuen Geschäftsmodell aufwarten.

IWF rät zu langsamer Reduzierung des Haushaltsdefizits

Den USA empfiehlt der IWF eine Reihe politischer Massnahmen, um einem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Zum einen müsste Präsident Barack Obama die von ihm vorgesehene Reduzierung des Haushaltsdefizits um drei Prozentpunkte für das Steuerjahr 2013 nach unten korrigieren, heisst es in dem Bericht. Obama hatte eine Senkung von 8,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 5,5 Prozent vorgesehen.

Die IWF-Experten erwarten, dass das Defizit für das kommende Steuerjahr um einen Prozentpunkt niedriger ausfällt, also rund 7,5 Prozent. Auch in einem solchen Fall ginge die Reduzierung auf 5,5 Prozent angesichts der schwachen Wirtschaft ihrer Ansicht nach aber zu schnell. Die Schuldenlast sollte demnach lediglich auf 6,25 Prozent gesenkt werden.

Ausserdem mahnte der IWF in seinem Bericht eine rasche Erhöhung der Schuldenobergrenze und eine Einigung im Streit um die US-Steuer- und Ausgabenpolitik an. Sollte es keine Einigung zwischen den Parteien geben, könnte das 2013 zu einer Rezession führen, warnte der IWF. (kpn/dapd)

Erstellt: 03.07.2012, 23:52 Uhr

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22 Kommentare

Markus Weller

04.07.2012, 06:39 Uhr
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Das wäre kein Übergreifen auf die USA, sondern ein zurück an den Verursacher. Wo entstand die Bankenkrise? Wo steht das grösste Bank-Casino? Wo war die letzte und grösste Immo-Blase? Wer hat denn seit Jahren die höchste Staatsverschuldung? Wo wurde deindustrialisiert ohne wenn und aber? Wo ist Bildung nür noch für Vermögende da? Wie heisst es doch so schön neudeutsch - back to the roots. Antworten


Marc Iten

04.07.2012, 00:43 Uhr
Melden 51 Empfehlung 0

…Vertrauen der Märkte… Ich kann diesen Mist nicht mehr hören!
Wie wäre es denn mal damit, dass Vertrauen der Bürger zu gewinnen…
Aber vielleicht kaufen ja die Märkte bald die Produkte der Märkte!
Wie sagte mal ein kluger Kopf vor zig Jahren? Autos kaufen keine Autos!!!
Mal sehen wann unsere “Eliten” diese Erkenntnis erlangen!
Antworten



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