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Kurs des Yuan beflügelt Börsen weltweit

Aktualisiert am 21.06.2010

Die chinesische Notenbank hat wenige Tage vor dem G20-Gipfel eine Aufwertung der Landeswährung zugelassen und damit Hoffnungen genährt. Die Kurse an den Börsen legten weltweit zu.

Endlich geht es wieder aufwärts: Fussgänger vor der Börse in Tokio.

Endlich geht es wieder aufwärts: Fussgänger vor der Börse in Tokio.
Bild: Reuters

Transocean erstmals im SMI

Heute ist der Aktienkurs des Tiefsee-Ölbohrkonzerns Transocean erstmals in den Swiss Market Index SMI miteingeflossen. An der Schweizer Börse kotiert ist das Unternehmen seit dem 20. April - jenem Tag, als im Golf von Mexiko die Förderplattform «Deepwater Horizon» explodierte.

Durch die Ölkatastrophe und damit zusammenhängenden möglichen Schadenersatzforderungen haben die Aktien des Ölbohrkonzerns, der die gesunkene Förderplattform an BP verleast hatte, massiv an Wert verloren. Am Freitag wurden sie rund 40 Prozent unter dem Kurs von Mitte April gehandelt.

Bei Handelsbeginn am Montagmorgen stiegen die Transocean-Aktien gegenüber dem Schlusskurs von Freitag allerdings um 2,4 Prozent, gaben bis 9.30 Uhr aber wieder leicht nach.

Obwohl Bankanalysten angesichts der Risiken zur Zurückhaltung beim Kauf von Transocean-Aktien mahnen oder den Aktien sogar schlechte Wertsteigerungschancen einräumen, dürften Transocean- Aktien durch die Aufnahme in den SMI gesucht werden.

Grund dafür ist, dass zahlreiche institutionelle Anleger wie etwa Pensionskassen mit ihren Anlagen den Leitindex SMI abbilden müssen und sich dementsprechend mit Transocean-Aktien eindecken.

Der SMI bildet die Entwicklung der zwanzig bedeutendsten Titel an der Schweizer Börse ab. Normalerweise wird seine Zusammensetzung ein Mal jährlich überprüft und angepasst.

Durch die hohe Börsenkapitalisierung von Transocean wurde der SMI nun ausserterminlich angepasst. Aus dem Schweizer Leitindex hinausgeflogen ist die Lebensversicherungsgesellschaft Swiss Life.

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Der Kurs des Yuan stieg zum Dollar um 0,42 Prozent auf 6,7970. Dies ist der höchste Stand seit fünf Jahren. Die chinesische Notenbank begrenzte den Kursanstieg anders als in der Vergangenheit nicht und hielt sich damit an ihr Versprechen vom Wochenende, die feste Bindung des Yuan an den Dollar aufzuweichen.

Die Börsen weltweit reagierten positiv. Die Aussichten auf einen stärkeren Yuan weckten Hoffnungen auf einen ausgeglicheneren Welthandel und liessen auch in China die Aktienkurse steigen.

Analysten sehen darin aber vor allem den Versuch Chinas, einem Handelsstreit mit den USA aus dem Weg zu gehen. Vor dem Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) am kommenden Wochenende sei durch die Ankündigung vom Samstag etwas Brisanz aus dem Konflikt genommen worden, sagte Janis Hübner von der DekaBank.

Währung viel zu günstig

Die feste Bindung der chinesischen Währung an den Dollar hatte der Regierung in Peking den Vorwurf der USA eingebracht, ihren Exporteuren unzulässige Vorteile am Weltmarkt zu verschaffen. Nach ihrer Ansicht ist der Yuan bis zu 40 Prozent unterbewertet

Ein höherer Kurs des Yuan verteuert chinesische Exporte, verbilligt aber Einfuhren aus dem Dollar-Raum nach China. Die Reform könnte dazu beitragen, die weltweiten Ungleichgewichte abzubauen, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Experten gehen davon aus, dass die chinesische Währung in den kommenden Tagen weiter an Wert gewinnt: «Sie müssen mit etwas Realem in der Hinterhand zum G20-Treffen reisen», sagte Sean Callow von Westpac in Sydney.

Keine schnelle Aufwertung

«Der heutige Zuwachs ist gering, wird aber wahrscheinlich ausreichen, um die Spannungen vor dem bevorstehenden G20-Gipfel zu dämpfen», sagte der China-Ökonom der Royal Bank of Scotland, Ben Simpfendorfer.

«Allerdings werden die Spannungen nach dem Treffen zurückkehren, wenn das Ausmass der Aufwertung die Kritiker enttäuscht.» Es wird nicht eine schnelle Aufwertung des Yuan zum Dollar erwartet, zumal die Notenbank bereits angedeutet hatte, der Yuan liege in der Nähe seines reellen Wertes.

Analysten rechnen damit, dass der Yuan in den kommenden zwölf Monaten um nur wenige Prozentpunkte aufgewertet wird.

Neuer Währungskorb

Die chinesische Notenbank hatte am Samstag angekündigt, den Yuan an einen Währungskorb zu orientieren, bisher war der Yuan fest an den Dollar gekoppelt. Pro Tag darf sich der Yuan-Kurs aber maximal um 0,5 Prozent nach oben oder unten bewegen, die gleiche Spanne wie schon in den vergangenen Jahren.

Zuletzt wurde dieser Rahmen aber nicht ausgeschöpft, die Zentralbank schritt regelmässig ein und kaufte etwa Dollar, um grössere Kursanstiege der chinesischen Währung zu verhindern. Inzwischen ist China der grösste Gläubiger der USA.

Details zu den geplanten Wechselkursreformen wie etwa der Zusammensetzung des Währungskorbes liessen die chinesischen Währungshüter offen. (cpm/sda)

Erstellt: 21.06.2010, 12:29 Uhr

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