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Kommt das QE3?

Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 21.09.2011 25 Kommentare

Die US-Notenbank gibt heute Abend bekannt, ob sie der Wirtschaft einmal mehr mit einer Geldspritze unter die Arme greifen soll. Trifft dies ein, werden die Republikaner gegen ihr eigenes Parteimitglied Ben Bernanke Sturm laufen.

Die Wirtschaftswelt wartet auf seine Worte: Ben Bernanke.

Die Wirtschaftswelt wartet auf seine Worte: Ben Bernanke.

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Die US-Notenbank, das Federal Reserve System (Fed), steht einmal mehr vor einem schicksalhaften Entscheid: Soll sie mit einer neuen Runde eines Quantitative Easing (QE) der schwächelnden Wirtschaft unter die Arme greifen oder nicht? Die Antwort auf diese Frage ist umstritten, intern und extern.

Die Entscheide des Fed sind eine komplexe Angelegenheit. Letztlich hat Präsident Ben Bernanke das letzte Wort. Doch es ziemt sich nicht, dass mehr als zwei Mitglieder des Entscheidungsgremiums, des Federal Open Market Comittee (FOMC), sich dagegen aussprechen. Als sich dieses ehrwürdige Gremium das letzte Mal dazu durchgerungen hatte, das Fed darauf zu verpflichten, die Leitzinsen während mindestens zweier Jahre tief zu halten, scherten drei FOMC-Mitglieder aus. Ein Zeichen dafür, dass Ben Bernanke intern an Unterstützung verliert. Es ist zu erwarten, dass die gleichen Hardliner sich auch diesmal gegen eine neue Runde von QE wenden werden.

Umgekehrt kann sich das Fed keine Untätigkeit leisten. Mit einem QE3 würde es dafür sorgen, dass nicht nur die kurzfristigen Leitzinsen, sondern auch die langfristigen Zinsen im Keller bleiben. Die Notwendigkeit dafür besteht. «Ich kann mir ganz einfach nicht vorstellen, dass das Fed einfach zusieht, wie der Aufschwung sich in Luft auflöst», sagt deshalb Dana Saporta, Ökonomin bei der Credit Suisse, in der «New York Times».

Ein Brief von den Republikanern

Nicht nur intern, auch extern wird versucht, auf den Entscheid von Fed-Präsident Ben Bernanke Einfluss zu nehmen. Die Demokraten wünschen sich ein QE3, die Republikaner hingegen laufen dagegen Sturm. Sie haben gestern Bernanke in einem Brief vor weiteren geldpolitischen Stimuli gewarnt. Darin heisst es: «Wir machen uns grosse Sorgen, dass eine weitere Intervention des Federal Reserve die aktuellen Probleme der US-Wirtschaft verstärken könnte.»

Die Hardliner der Grand Old Party sind seit längerem auf offenen Konfrontationskurs mit der Notenbank gegangen, obwohl Bernanke von George W. Bush ernannt worden und selbst Republikaner ist. Die erzkonservative Präsidentschaftskandidatin Michele Bachmann warnt seit einem Jahr vor einer lockeren Geldpolitik. Der neue Hoffnungsträger der GOP, Rick Perry, hat Bernanke gar als «Verräter» bezeichnet und ihm im Falle eines QE3 eine Tracht Prügel in Aussicht gestellt, sollte er sich nach Texas verirren.

Notenbanken als Stammtisch-Thema

«Wir haben das am meisten politisierte Fed aller Zeiten», stellt Allan H. Meltzer, Ökonom an der Carnegie Mellon University, fest. Das stimmt in doppelter Hinsicht: Das Fed mischt sich mit seiner Geldpolitik immer mehr in die Wirtschaftspolitik ein. Es tut dies gezwungenermassen. Dem Weissen Haus sind die Hände gebunden, Fiskalpolitik ist zur Propaganda für die Wahlen von 2012 verkommen. Gleichzeitig werden die Aktivitäten des Fed von den Politikern immer stärker überwacht und kommentiert.

Die Politisierung der Notenbanken lässt sich nicht nur beim Fed beobachten. In der Schweiz geschieht dasselbe. Die SNB ist zum Zankapfel der Politik und zum Stammtisch-Thema Nummer eins geworden. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) gerät immer stärker in den Fokus. Sie ist die einzige Institution, die in der immer bedrohlicher werdenden Eurokrise noch handlungsfähig bleibt und daher das Misstrauen der Politik auf sich zieht.

Wenn Notenbanker Politik machen müssen, ist das ein schlechtes Zeichen. Das letzte Mal war dies in den Zwischenkriegsjahren der Fall. Damals waren die Notenbankchefs der USA (Benjamin Strong), von Grossbritannien (Montagu Norman) und Deutschland (Hjalmar Schacht) die bestimmenden Figuren der Weltwirtschaft. Die Katastrophe der Grossen Depression konnten sie nicht verhindern. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.09.2011, 12:22 Uhr

25

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25 Kommentare

Peter Cavegn

21.09.2011, 13:23 Uhr
Melden 19 Empfehlung

Irgendwie ist's doch wie an den spassigen Monopoly-Abenden mit Freunden. Da kommt man jeweils zum Punkt, wo einer das halbe Spielfeld mit Hotels zugebaut hat und er im "Geld badet". Und weils dem Glücklichen so gefällt und er diese Macht noch ein wenig auskosten will, wird das Spiel künstlich verlängert, in dem er den den Mitspielern den Zaster unter dem Tisch durchreicht... Antworten


Markus Zimmerli

21.09.2011, 12:52 Uhr
Melden 17 Empfehlung

Die Nachspielzeit dauert nicht mehr lange. Bald ist Game OVER ! Habt ihr Gold oder Silber zuhause? Wenn nicht wünsch ich euch viel Glück und alles Gute. Antworten



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