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Italien traut man wieder

Aktualisiert am 13.01.2012 4 Kommentare

Die Lage am Markt für italienische Staatsanleihen entspannt sich weiter. Bei der jüngsten Auktion dreijähriger Papiere begnügten sich die Investoren mit 4,83 Prozent Zins.

Mit dem neuen Premierminister kehrt das Vertrauen der Investoren langsam zurück: Mario Monti (l.) und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen in Berlin. (11. Januar 2011)

Mit dem neuen Premierminister kehrt das Vertrauen der Investoren langsam zurück: Mario Monti (l.) und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel nach einem Treffen in Berlin. (11. Januar 2011)
Bild: Keystone

Zinsen Staatsanleihen

Land 5 Jahre 10 Jahre

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Die Kreditkosten für den italienischen Staat sind bei einer weiteren Auktion von Staatsanleihen erneut gesunken. Bei einer Versteigerung von Papieren im Wert von 4,75 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren sank der Zinssatz auf 4,83 Prozent, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im vergangenen Monat waren es noch 5,62 Prozent, im November gar 7,89 Prozent.

Damit scheinen die Investoren wieder Vertrauen in Italien und die finanzielle Entwicklung des Landes gefasst zu haben. Erst gestern hatte Italien Anleihen im Wert von zwölf Milliarden Euro zu deutlich geringeren Kreditkosten als zuletzt abgesetzt. So kauften Investoren einjährige Anleihen für 8,5 Milliarden Euro mit einer Rendite von 2,735 Prozent. Hier lag die Rendite im vergangenen Monat noch bei 5,95 Prozent. Für Anleihen mit einer Laufzeit bis Ende Mai nahm Italien 3,5 Milliarden Euro ein. Hier betrug die Rendite 1,644 Prozent, während sie bei der letzten vergleichbaren Auktion noch bei 3,251 Prozent lag.

Schuldenberg von 1,9 Billionen Euro

Verglichen mit den erfolgreichen Auktionen von gestern werde die Reaktion des Marktes voraussichtlich enttäuschend ausfallen, sagte der Stratege Marc Ostwald von Monument Securities. «Während all diese Versteigerungen siegreiche Schlachten waren, ist es noch ein weiter Weg bis zur Lösung des Krieges», teilt Ostwald mit.

Wegen seines Schuldenbergs von 1,9 Billionen Euro und der dadurch entstehenden Belastung durch Zinszahlungen und dem hohen Bedarf an frischem Kapital ist Italien in diesem Jahr in den Blickpunkt der Finanzkrise in Europa geraten. Die seit November amtierende Regierung des neuen Ministerpräsidenten Mario Monti leitete inzwischen Strukturreformen ein und brachte erste Sparmassnahmen auf den Weg. Ziel der Reformen sei es auch, die hohen Zinsen auf die Staatsanleihen zu senken, hat Monti erklärt. (rub/dapd, sda)

Erstellt: 13.01.2012, 12:40 Uhr

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4 Kommentare

Guido Biland

13.01.2012, 17:08 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Die Zinsen fallen nicht wegen des Vertrauens der Anleger in die maroden Schuldner, sondern weil die Politik garantiert, dass sich private Investoren nicht mehr an Kreditausfällen beteiligen müssen. Zinserträge ohne Risiko! Antworten


Theo Sprecher

13.01.2012, 16:07 Uhr
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Das BNE (Brutto National Einkommen) Italiens beträgt rund EUR 1.67 Billionen (BNE 2010). Im Vergleich dazu ist ein Schuldenberg von EUR 1.9 Billionen geradezu unfassbar! Der "Wirtschaftsmacht" Italien zu vertrauen ist ein schwerer Fehler. Es scheint, dass Investoren nur ein Kurzzeitgedächtnis ("Gold Fish Memory") haben und elementarste betriebswirtschaftliche Regeln geradezu strafbar missachten. Antworten



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