Wirtschaft

Industrie-Umsätze brechen noch stärker ein

Für die Schweizer Industrie ist nach wie vor keine Erholung in Sicht. Die Aufträge gingen um 17,5 Prozent zurück.

Schlechte Zeiten: Hersteller von Werkzeugmaschinen- und Lasersystemen.

Schlechte Zeiten: Hersteller von Werkzeugmaschinen- und Lasersystemen.
Bild: Keystone

Der Index der Industrieproduktion ohne das Baugewerbe sank im zweiten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode um 14,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Ein derart starker Einbruch wurde seit Mitte der 1990-er Jahre noch nie verzeichnet. Im Vergleich zum Vorquartal nahm die Produktion um bescheidene 2,7 Prozent zu, ging auf saisonbereinigter Basis aber um weitere 2,5 Prozent zurück. Bankökonomen hatten auf Grund der positiven Entwicklung des KOF-Konjunkturbarometers und des PMI-Einkaufsmanagerindexes auf bessere Zahlen gehofft.

Der Umsatzrückgang ohne Baugewerbe erhöhte sich im Vorjahresvergleich auf 12,9 Prozent, nach einer Einbusse von 9,1 Prozent im ersten Quartal. Im Quartalsvergleich zogen die Verkäufe um 4,5 Prozent an. Steil nach unten zeigen im Vorjahresvergleich nach wie vor der Bestellungseingang und der Auftragsbestand. Ohne Baugewerbe brachen die Aufträge um 17,5 Prozent ein, der Bestand lag um 16,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gegenüber dem ersten Quartal nahmen die Aufträge um 7,9 Prozent zu, der Auftragsbestand sank aber nochmals minim.

Lager nicht weiter aufgestockt

Der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt, dass die lederverarbeitende Industrie am stärksten unter der Rezession leidet, mit Einbrüchen bei Produktion, Umsatz und Auftragseingang zwischen 36 und 45 Prozent. Düster sieht es nach wie vor in der MEM-Industrie und in der Textilindustrie aus. Der Maschinenbau erlitt einen Produktionsrückgang von 27 Prozent sowie Einbrüche bei Umsatz und Aufträgen von einem Viertel beziehungsweise einem Drittel. Rund einen Viertel machte der Rückschlag in der Textilindustrie aus. Deutlich überdurchschnittlich waren die Einbussen ausserdem in der Gummi- und Kunststoffverarbeitung. Weniger hart getroffen wurden die Energie- und Wasserversorgung, der Bergbau und die Chemische Industrie.

Die Lagerbestände wurden im Berichtsquartal erstmals seit dem dritten Quartal 2004 nicht mehr weiter aufgestockt. Sie verminderten sich im Vorjahresvergleich um 4,0 Prozent. (vin/cpm/sda/ap/)

Erstellt: 15.09.2009, 11:46 Uhr

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