IWF: 20-Milliarden-Kreditlinie für Polen

Aktualisiert am 06.05.2009

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine Kreditlinie für Polen in Höhe von 20 Milliarden Dollar bewilligt, damit das Land nicht in den Sog der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gerät.

Polen sehe die Kreditlinie als Vorsorgemassnahme, Warschau habe nicht vor sie zu benutzen, erklärte der IWF am Mittwoch in Washington. IWF-Vertreter Johns Lipsky sagte, trotz sehr starker wirtschaftlicher Fundamentaldaten laufe Polen derzeit Gefahr, von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Die Exporte seien rückläufig, und die wirtschaftliche Aktivität habe sich infolge der Rezession bei wichtigen Handelspartnern abgeschwächt.

Es geht um eine sogenannte Flexible Kredit-Linie (Flexible Credit Line, FCL). Das FCL-Instrument ist das Ergebnis einer Reform, die der IWF am 24. März verkündet hatte: In einem entschlossenen Bruch mit seiner bisherigen Praxis will der Fonds mit der Flexiblen Kredit-Linie Länder unterstützen, die «sehr starke» Fundamentaldaten haben.

Bereits 40 Milliarden für Mexiko

Vor Polen hat bereits Mexiko eine FCL im Umfang von bis zu 40 Milliarden Dollar gezogen. Die Kredit-Linie ist nicht an Bedingungen geknüpft und kann jederzeit gezogen werden. Sie kann sowohl genutzt werden, um gegen eine Krise anzukämpfen, als auch als Vorsorgemassnahme.

Die FCL ersetzt das erfolglose Instrument der Kurzfristigen Liquiditäts-Fazilität (SLF), das seit seiner Einführung Ende Oktober nie genutzt wurde. Grund war die Tatsache, dass der Kredit schnell - nämlich binnen neun Monaten - zurückgezahlt werden musste. Die Flexible Kredit-Linie gilt zunächst für ein halbes Jahr oder ein ganzes Jahr, dann erfolgt allerdings nach sechs Monaten eine Überprüfung. Die Rückzahlungsfrist liegt zwischen 39 Monaten und fünf Jahren. (vin/sda)

Erstellt: 06.05.2009, 21:37 Uhr

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