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Höhere Basislöhne für US-Banker

Von Ralf Kaminski, New York. Aktualisiert am 24.06.2009 8 Kommentare

Krise hin, Bonusdebatte her – die Banker müssen sich keine Sorgen um ihre Saläre machen. Selbst die Citigroup plant Lohnerhöhungen – als Ausgleich für die geschrumpften Boni.

Citigroup-Leute werden verwöhnt.

Citigroup-Leute werden verwöhnt. (Bild: Keystone)

Gleich zweimal musste die US-Regierung Steuergelder in den kriselnden Bankgiganten Citigroup pumpen, damit dieser nicht kollabiert – insgesamt 45 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs ist im letzten Jahr um 84 Prozent eingebrochen, dem Staat gehören heute 34 Prozent der Bank. Trotzdem plant die Citigroup, die Basissaläre vieler Angestellter in diesem Jahr praktisch zu verdoppeln. Damit sollen die von der Politik erzwungenen Bonusreduktionen ausgeglichen werden, wie die «New York Times» gestern berichtete.

Obwohl die Citigroup zu den Banken gehört, denen es so schlecht geht, dass sie die erhaltenen Staatsgelder noch nicht zurückzahlen konnten, gibt es nicht viel, das die Regierung gegen die Pläne tun kann. Kenneth Feinberg, der neue «Salär-Zar» der Obama-Administration, darf nur bei der Entlöhnung der 100 höchstbezahlten Manager mitreden – bei allen anderen Bezüge können die Konzerne selbst entscheiden, was sie für angemessen halten. Im Fall von Citigroup betrifft dies knapp 300'000 Angestellte.

Investmentbanker profitieren

Die meisten werden damit etwa so viel verdienen wie letztes Jahr. Der Konzern plant ausserdem, seinen Mitarbeitern mehrere Millionen neuer Aktienoptionen zu geben. Von der erhöhten Bezahlung sollen vor allem Investmentbanker und Händler profitieren, bis zu einem gewissen Grad aber auch fast alle anderen – manche dürften sogar bis zu 50 Prozent mehr verdienen. Dabei war es nicht zuletzt die hohe Entlöhnung, der viele im Nachhinein die Schuld gegeben haben, dass zu viele Banker zu hohe Risiken eingegangen sind und so die Krise zumindest mitausgelöst haben.

Kenneth Feinberg hat sich diese Woche mit Managern von Citigroup getroffen und wird nun damit beginnen, die Bezahlung der 25 Topverdiener des Unternehmens zu analysieren. Für die Mehrheit der Angestellten kann er allerdings nur Richtlinien formulieren, welche die Bank aber nicht einhalten muss.

Rekordboni bei Goldman Sachs?

Andere Finanzhäuser wie Bank of America, Morgan Stanley oder UBS haben ähnliche Pläne angekündigt, und bei Goldman Sachs besagen Gerüchte gar, dass dieses Jahr die höchsten Boni in der 140-jährigen Geschichte ausgezahlt werden sollen.

Der Hintergrund des Geldsegens: Banker haben den grossen Finanzinstituten in Scharen den Rücken gekehrt und sind zu kleineren, gesünderen Banken gewechselt. Mit der erhöhten Bezahlung hoffen die Konzerne wieder konkurrenzfähig zu werden. Ein Citigroup-Sprecher argumentierte ausserdem, dass die neue Regelung mit dem geringeren Bonusanteil es ermögliche, künftig die Boni wirklich als reine Leistungsbewertung auszuzahlen und nicht wie bisher als quasi notwendigen Teil des Salärs.

Die Consultingfirma Johnson Associates schätzt, dass die Finanzbranche dieses Jahr landesweit 20 bis 30 Prozent mehr Geld für die Entlöhnung ausgibt – das ist nur unwesentlich unter der Rekordzahl von 2007. «Natürlich kann man sagen, das sei skandalös», sagt Alan Johnson, Leiter der Firma. «Aber vielleicht ist es ein bisschen wie mit dem Kanarienvogel im Bergwerk – ein Signal, dass es langsam wieder aufwärts geht.»

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.06.2009, 22:22 Uhr

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8 Kommentare

erich meier

25.06.2009, 09:09 Uhr
Melden

Bei der UBS bekommen die Investmentbanker bis zu 50% mehr Lohn als Ausgleich für die entgangenen Boni. Falls die Boni in 1 - 2 Jahren wieder kommen haben die Banker dann doppelt profitiert! Antworten


Walter Schmid

25.06.2009, 08:25 Uhr
Melden

Eher ein Signal, dass diese Banker nichts, aber auch gar nichts gelernt haben! Die Geldgier bei diesem Menschenschlag muss so tief verwurzelt sein, dass man das wohl nie mehr weg bringt. Da bleibt nur die Hoffnung auf die nächste und hoffentlich gesündere Generation, denn die heutige degenerierte Bankergeneration wird sicher mal aussterben. Antworten



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