Finma verteilt den Banken Noten
Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 23.12.2011 17 Kommentare
Artikel zum Thema
- Beschrieb von komplexen Finanzprodukten laut Finma zu wenig klar
- Bundesrat wählt drei neue Mitglieder in den Finma-Verwaltungsrat
- «Es gibt keine Ausreden»
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Die Finanzmarktaufsicht (Finma) wendet ein neues System an, um die Solidität von Banken in der Schweiz zu beurteilen. Sie klassifiziert Banken einerseits nach ihrer Grösse, andererseits verteilt sie den Instituten Noten. «Wir erstellen ein Rating», bestätigt Finma-Sprecher Rainer Borer gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnet nach einem Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Temps». Je grösser die Bank und je schlechter das Rating, desto schärfer gestaltet die Finma ihre Kontrolle.
Auf die Kriterien des Ratings will Borer nicht eingehen – es handle sich um ein internes Aufsichtsinstrument, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei. Übliche Zielgrössen für solche Beurteilungen sind jedoch insbesondere die Höhe der Eigenmittel und der kurzfristigen Verpflichtungen sowie die Liquidität einer Bank.
Bereits im Mai hatte die Finanzmarktaufsicht angekündigt, «die Effektivität und Effizienz» ihrer Aufsicht steigern zu wollen. Sie stellte in Aussicht, künftig die Aufsichtsintensität von der Grössenkategorie eines Instituts sowie seinem Rating abhängig zu machen. Mit diesem verbesserten Aufsichtskonzept reagierte die Finma auf einen Auftrag des Bundesrats nach der Finanzkrise und der Schieflage der UBS im Jahr 2008.
Note ungenügend
Die Ratings der verschiedenen Banken gibt die Finma nicht öffentlich bekannt, wie Sprecher Borer sagt. «Es handelt sich in vielen Fällen um potenziell börsenrelevante Informationen.» Die Finma sei eine Aufsichtsbehörde, keine Ratingagentur. Sie sei gewissen Verschwiegenheitspflichten unterworfen. Die Institute selber aber würden selbstverständlich über die Beurteilung der Finma informiert.
Laut «Le Temps», die sich auf einen Kenner des Genfer Finanzplatzes bezieht, sind vier Banken mit einer schlechten Note ausgezeichnet worden. Sie seien aufgerufen worden, bis Ende des Jahres «eine Lösung zu finden», um ihre Situation zu verbessern. Dazu gehörten ein möglicher Aufkauf, eine Fusion, die Aufnahme frischen Kapitals oder gar das Schliessen der Bank.
Gut aufgenommen
In der Finanzbranche werde das neue Finma-System gut aufgenommen, sagt Kurt Stoll, bei KPMG zuständig für die Buchprüfung von Finanzinstituten. «Es wird geschätzt, dass nun eine gewisse Risikogewichtung stattfindet», so Stoll. Die Finma setze damit etwas um, was in der Branche schon länger verlangt worden sei – eine schärfere Unterscheidung zwischen grossen, internationalen und risikobehafteten Banken und kleinen Regionalbanken. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.12.2011, 12:32 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
17 Kommentare
Nachdem jetzt seit Jahren neue Regulierungen einführt und die Behörden ausgebaut wurden, sind die Banken so gross und unsicher wie noch nie - das Ganze ist völlig gescheitert. Man sollte die FINMA einfach abschaffen und die grossen Banken dazu zwingen, einen Plan aufzustellen, für den Fall das sie Pleite gehen. Dann geht halt mal eine Bank Pleite, aber das ist dann nicht so tragisch... Antworten
Für mich gleicht das einem Mini-Stürmchen im Wasserglas. Es ist ausser für die Finma für niemanden ersichtlich, wie die Bewertung und demzufolge die Solidität der Banken aussieht, das führt nur zu Spekulationen. Und, ganz ehrlich gesagt, Finma plus Geheimniskrämerei gleich Misstrauen. Antworten
Wirtschaft
- 20:38Novartis-Präsident Vasella kritisiert die Einwanderungspolitik
- 16:29Swisscom-Chef: «Den Meisten sind Roaming-Gebühren egal»
- 13:17So günstig zum Eigenheim wie nie
- 26.05.2012Bund prüft Abschottung des Schweizer Kapitalmarkts
- 26.05.2012Das sind die demokratischsten Firmen der Schweiz
- 26.05.2012UBS verliert bis zu 30 Millionen Dollar bei Facebook-Börsengang
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.

Bitte warten
