Erneut Gewalt bei Protesten in Athen
Staatsbankrott Griechenland
- Waldbestattungen: Skepsis bleibt
- Wie sich bis zu 200 Milliarden in Luft auflösen
- Euro leidet an Geburtsfehler
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S&P bestätigt Griechenlands Bonitätsnote
Die Ratingagentur «Standard & Poor's» hat ihre Bonitätsnote für das finanziell angeschlagene Griechenland bestätigt und damit die Märkte beflügelt.
S&P bleibe bei der Bewertung «BBB&/A-2», teilte die Agentur am Dienstag mit. Hintergrund sei das Sparpaket der Athener Regierung, um das Haushaltsziel für 2010 zu erreichen. Für die folgenden zwei Jahre seien aber zusätzliche Massnahmen erforderlich.
S&P beende die Überprüfung, die unmittelbar in eine Herabstufung des Euro-Landes hätte münden können. Der Ausblick bleibe aber negativ, teilte die Agentur weiter mit. Trotz des neuen Sparkurses bleibe es für Griechenland schwierig, die geplante Konsolidierung umzusetzen, berichtete S&P. Griechenland will sein Haushaltsdefizit 2010 auf 8,7 Prozent, im folgenden Jahr auf 5,6 und 2012 dann auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts senken.
Die S&P-Bestätigung sorgte an den Märkten für Erleichterung. Der Euro legte zu. Der griechische Regierung begrüsste die Bestätigung durch S&P. Bei den anderen Rating-Agenturen werde mit ähnlichen Schritten gerechnet, hiess es in Athen.
Nach einem Protestmarsch von rund 2'000 Griechen gegen das massive Sparprogramm der Regierung ist es am Dienstagabend vor dem Parlamentsgebäude in Athen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Die Polizei schoss Blendgranaten in eine Menge von Jugendlichen, die Steine geworfen hatten.
In der zweitgrössten Stadt Thessaloniki und anderen Orten gab es Probleme mit der Stromversorgung, nachdem die Beschäftigten der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft in einen zweitägigen Streik getreten waren. Dadurch mussten mehrere Kraftwerke heruntergefahren werden. Am Donnerstag wollten Taxifahrer und die Betreiber von Tankstellen streiken, um damit gegen einen Gesetzesentwurf zu protestieren, der das Steuersystem auf eine neue Grundlage stellen soll.
Besuch in der ungarischen Hauptstadt
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou weil zurzeit in Budapest. Griechenland wolle sich nicht an den Internationalen Währungsfonds (IWF) wenden, sagte er an einer Pressekonferenz. Sein Land wolle sich auf den internationalen Märkten um die nötigen Mittel bemühen, um sein Reformprogramm umzusetzen, erklärte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Dienstag in Budapest.
«Von unseren europäischen Partnern erwarten wir keine finanzielle Unterstützung, sondern jene Hilfe, die uns dazu befähigt, die beschlossenen Reformen durchzuführen», sagte der Politiker in einem Vortrag an der Budapester Corvinus-Universität. Die EU-Partner sollten dabei behilflich sein, dass Griechenland zu ähnlichen Bedingungen an Kredite kommen kann wie andere - weniger verschuldete - Länder.
Athen sitzt auf einem Schuldenberg von 300 Milliarden Euro. Die griechische Regierung hat dem Land einen drastischen Sparkurs im öffentlichen Sektor verordnet - darunter tiefere Löhne und Renten - sowie höhere Steuern. Die Pläne werden von Teilen der Bevölkerung vehement bekämpft.
Erinnerungen an Ungarn
Papandreou traf am Dienstag bei seinem Besuch in der ungarischen Hauptstadt auch seinen Amtskollegen Gordon Bajnai. Ungarn war vor eineinhalb Jahren wegen seiner Verschuldung und wegen der Auswirkungen der globalen Finanzkrise an den Rand der Zahlungsunfähigkeit geraten. Damals hatten der IWF, die Weltbank und die EU dem mitteleuropäischen Land mit einem 20-Milliarden-Euro- Kreditrahmen aus der Patsche geholfen. (jak/sda/ddp)
Erstellt: 16.03.2010, 21:17 Uhr
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