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Ein souveräner Auftritt

Von Olivia Kühni. Aktualisiert am 05.01.2012 106 Kommentare

SNB-Präsident Philipp Hildebrand hat mit seiner Stellungnahme zu den umstrittenen Dollar-Geschäften überzeugt. Für das Land bleibt eine offene Frage.

1/8 Souveräner Auftritt: Philipp Hildebrand am 5. Januar in Zürich.

   

Denkt nicht an den Rücktritt: Der Nationalbank-Präsident, Philipp Hildebrand gab heute eine Medienkonferenz. (Video: Keystone)

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Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank hat am Donnerstagabend Nervenstärke bewiesen – und Charme. Philipp Hildebrand legte im überfüllten Saal in Zürich Schritt für Schritt dar, wie die umstrittenen Dollar-Geschäfte über sein privates Konto bei der Bank Sarasin abgelaufen sind. Er tat dies ruhig und skizzierte gleichzeitig, welche Lehren er persönlich und die SNB aus der Affäre ziehen sollte.

Wenn sich die Transaktionen tatsächlich so abgespielt haben, wie der Nationalbanker das skizziert, hat er nicht gegen das SNB-Reglement verstossen: Zwischen dem Dollar-Kauf im März und dem Dollar-Verkauf im Oktober lagen mehr als die obligatorischen sechs Monate, welche die Vorschriften verlangen. Und die Dollar, die im August gekauft wurden, sind bis heute offiziell nicht veräussert worden. Nach dem First-in-first-out-Prinzip, das die SNB-Regeln vorsehen, beziehen sich Devisen-Verkäufe immer auf die älteste, noch offene Position – also jene im März. Dass die Geschäfte tatsächlich so abgelaufen sind, werden Bankrat und Bundesrat im eigenen Interesse in aller Sorgfalt prüfen.

«Eine starke Persönlichkeit»

Souverän zeigte sich Hildebrand mit seinem Eingeständnis, dass er rückblickend anders handeln würde: «Wenn ich mir rückwirkend einen Vorwurf mache, dann den, dass ich meine über geldpolitische Entscheide nicht informierte Frau gewähren liess», so der SNB-Präsident. Er hätte wohl den Dollar-Kauf im August sofort rückgängig machen sollen. Bei seinen Ausführungen zu diesem Geschäft bewies Hildebrand Charme. Auf die Frage, warum seine Frau den Dollar-Kauf nicht mit ihm abgesprochen hatte, gab er zur Antwort: «Wir haben sehr spät geheiratet, meine Frau ist Ökonomin...und...meine Frau ist eine sehr starke Persönlichkeit, sagen wir es so.»

Genau hier bleibt nach Hildebrands Auftritt noch ein leiser Zweifel. Denn der Vorwurf der «Weltwoche» – deren Chefredakteur Roger Köppel heute gleich wieder relativiert – lautete: Hildebrand habe seine Frau nur vorgeschoben. Eigentlich sei er es gewesen, der die Transaktion in Auftrag gegeben habe. Mit anderen Worten: Er, dessen Glaubwürdigkeit sein höchstes Gut ist, soll gelogen haben. Hildebrand hat nun die Möglichkeit, die letzten Zweifel auszuräumen – indem er das E-mail öffentlich macht, mit dem seine Frau den Kauf-Auftrag nach Hildebrands Aussagen erteilt hat. In seiner Rede hat er diesen Schritt auch in Erwägung gezogen.

Für das Land bleibt dann nur noch eine Aufgabe zu bewältigen: Das Reglement der Schweizerischen Nationalbank muss verschärft werden, denn für die Bevölkerung ist es nur schwer nachvollziehbar, dass der Herr über den Schweizer Franken mit demselben spekulieren darf. Hildebrand selbst sowie der Bankratspräsident Hansueli Raggenbass, der mit dem SNB-Präsidenten vor den Journalisten sass, kündigten entsprechende Schritte an – etwa die Vorschrift, sämtliche Geschäfte über 20'000 Franken Umfang vorgängig absegnen zu lassen. Da müsste sich dann auch Kashya Hildebrand fügen. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 05.01.2012, 20:07 Uhr

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106 Kommentare

heinz bolliger

05.01.2012, 21:17 Uhr
Melden 237 Empfehlung

Eine beeindruckende Persönlichkeit und ein Glücksfall für die SNB. Aber vielleicht will ihn Blocher durch seinen Freund Ospel oder durch einen SVP-Mann ersetzen, der nach üblicher SVP-Manier rasch viel und vor allem laut "warme Luft" zum Fenster der SNB hinaus läst und vor allem nach den Erwartungen der Hochfinanz und der Gross-Banken arbeitet. Antworten


Raphael Schumacher

05.01.2012, 21:55 Uhr
Melden 176 Empfehlung

Wer hat den Schaden falls PMH zurücktritt? Die Schweiz und sein Volk, weil ein kompetenter Leiter abtritt und kein kompetenter Nachfolger mehr zu finden ist. Aber das ist ja genau das was Blocher will, eine schwache Nationalbank, die ihm gefügig ist und Blochers' Interessen folgt. Und PMH selbst wird problemlos nen Job mit x-fach höherem Gehalt finden. Alle diese Aspekte muss man auch bedenken. Antworten



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